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Mephisto 41 Ausgabe Juni/Juli/Augsuts 2008
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 25.09.2008, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier (Hrsg.), Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: 98, Erschienen: 2008, Preis: 7,95 Euro


Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Mephisto-Magazin in Händen gehalten und schon das Cover war wieder mehr als ansprechend. Das Babe in the Water, ein Artwork von Zoltan Boros und Gabor Szikszai, schaut mit finsterem Blick vom Leser weg und fast wirkt es, als würde sie einen auffordern, endlich umzublättern und die neben ihr angekündigten Inhalte zu erforschen, dabei wahrscheinlich insbesondere das Interview mit den beiden Künstlern.

Im Vorwort wird der Leser von Martin Ellermeier begrüßt. Nicht nur der Inhalt der Mephisto wird dort genannt, auch das nicht vorhandene Sommerloch in der Szene etwas weiter ausgeführt. Noch vor der Inhaltsangabe folgt das The Unspeakable Vault (of Doom)-Comic mit hungrigen Monstern und ein etwas merkwürdig anmutendes Wortgemetzel über Indiana Jones, die EM und einen Friedhof.

Es folgen 19 Seiten Neuigkeiten. Zuerst Rollenspielprodukte aus Deutschland und der Welt, von Cthulhu bis Warhammer 40K. Anschließend gibt es eine kleine Unterbrechung mit einem Werkstattbericht zu DSA Drakensang und den Folgeprodukten, sowohl für die Computerbegeisterten als auch für Tisch-Rollenspielerkreise sind nämlich Produkte in Arbeit. Diesem Werkstattbericht folgt ein kurzer Beitrag zur RPC 2008 mit einem Ausblick auf die RPC 2009 in Köln. Nach diesem kurzen Abstecher geht es zurück zu den Neuigkeiten, jetzt sind die Tabletops dran, neun Seiten dafür, von Warmachine, Hordes und Confrontation, über Warhammer und Infinity bis Anima Tactics gibt es viel Neues für das Tabletopper Herz. Natürliche dürfen auch einige neue Bücher ebenso wenig unerwähnt bleiben wie neue Trading Card Editionen für WoW und M:TG und Computerspiele. Auch hier taucht Drakensang wieder auf.

Das Interview der Cover-Künstler, die neben diesem Cover auch schon Bilder für DSA, WoW und Magic gezeichnet haben wurde vom Mephisto Art Director Klaus Scherwinski geführt und dementsprechend fachmännisch kann das Interview auch überzeugen. Neben Fragen zum künstlerischen Werdegang, vom Zeichnen zum Zeichner mit Computerhilfe und von der Arbeit in der Werbung geht es auch um die Familien und die Lesegewohnheiten. Zu guter Letzt darf die Frage natürlich nicht fehlen, ob das deutsche DSA-Publikum mit weiteren Illustrationen rechnen darf und ob Comicfans bald mit einem Comic aus der Feder Boros und Szikszai rechnen darf. Zumindest das Zweite liegt in ihren eigenen Händen.

Ein kleiner DSA-Persönlichkeitstest mit 15 Fragen liefert eine Auswertung von DSA-Spielleiter bis zum Vorschlag doch lieber etwas anderes zu spielen. Die Fragen sind hier für Fans des Rollenspiels sicher kein Problem und nur die, die absolut nicht wollen, werden wohl in der Auswertung bei Shadowrun landen.

Das Degenesis-Abenteuer "Die Bestie" aus der Feder Samir Glaidos entführt die Charaktere in den Kulturkreis Afrika. Dementsprechend eingeschränkt sind auch die Kulte in ihrer Auswahl, aber das nur am Rande. Die Gruppe findet sich im heutigen Tschad wieder und ist dazu auserkoren den Taten einer Bestie aus dem Dschungel auf die Spuren zu kommen und diese aufzuhalten oder zumindest potentielle zukünftige Opfer vorzuwarnen. Das Abenteuer selbst ist spannend, es bietet einige interessante Akteure und die eine oder andere Überraschung wartet auch noch auf die Charaktere.

"Im Namen des Herren" lautet das Engel-Abenteuer von Claudia Heinzelmann mit gelungenen Bildern von Michael Paul Vogt. Im Gabrielsland, in den Alpes Nigrae befindet sich das kleine Dorf Ebersweiler. Ein Pater und zwei Monarchen dienen in dem Dorf als geistige Führer. Gerade in der Nähe der Diadochenstadt Augsburg, ist dies auch bitter nötig. Doch nun hat es dort einen Traumsaatangriff gegeben und eine Schar Engel soll sich das Ganze ansehen. Das Abenteuer ist etwas für Spürnasen und nur die eine oder andere Befragung führt zum Erfolg. Das Abenteuer ist kurz und unter Umständen dauert es bis zur Lösung nicht wirklich lange, der Erzähler sollte noch etwas im Hinterkopf haben, will er einen ganzen Abend füllen. Gelungen ist es auf jeden Fall und gerade für Anfänger gut geeignet.

Das dritte Abenteuer im Bunde ist ein Universalabenteuer für die Moderne oder die Zukunft von Björn Lippold, illustriert von Karsten Schreurs. Bei "Flucht ins Ungewisse" erwachen die Charaktere ohne Gedächtnis und nur mit Unterwäsche bekleidet in einem großen Raum. Jetzt gilt es nicht nur herauszufinden wer, sondern auch wo man ist und wie man da wieder rauskommt. Interessant hierbei ist, dass die Spieler einen leeren Bogen bekommen, der sich nur langsam, je nach Handlungen der Spieler, füllt. Eine tolle Idee, wenn auch nicht ganz neu, erinnert es doch stark an einen Multiuserrun der Ratcon von vor ein paar Jahren. Empfehlenswert ist das Abenteuer aber allemal.

Jens Ullrich bietet mit "Die Brücke" ein kleines aber feines DSA-Abenteuer in der sich die Wege zweier Personen kreuzen und es durch die Charaktere zu einem Scharmützel an einer Brücke im lieblichen Feld kommt. Untote, verbotene Bücher und eine zu neugierige Hesinde-Novizin aus Kuslik ergeben zusammen dieses interessante und spannende Abenteuer. Die Helden sind dabei die Guten und die Bösen eigentlich immer am fauligen Gestank zu erkennen.

Am buntesten und doch am düstersten folgt das Vampire aus der alten Welt-Szenario "Blut und Asche" von Mike Beckmann. Ein Klüngel erhält von einem gemeinsamen Mentor den Auftrag einem befreundeten Lasombra zu helfen eine Intrige aufzuklären, die sich in der Handelsstadt zugetragen hat, in der jener Lasombra Aufnahme gefunden hat. Der Klüngel sollte den Auftrag annehmen, wenn er sich das gute Abenteuer nicht entgehen lassen will, in dem es um mehr als eine normale Intrige geht. Nachforschungen, Kämpfe und Überraschungen sind die Hauptteile dieses Abenteuers und bieten sowohl für Küken als auch Ancillae genug Herausforderung.

Das Abenteuer "Die Brücke" hat Marcus Pohlmann nicht nur auf die Idee gebracht die Brücke als Modell für ein Warhammertabletop zu bauen und eine Anleitung dazu zu schreiben sondern auch das Szenario für Warhammer auszuarbeiten. Die Anleitung zum Modell ist reichlich mit Bildern unterlegt und mit der Beschreibung zusammen, ist das Bauen der Brücke kein Problem mehr und dem Szenario steht nichts mehr im Weg. Nötig sind dafür dann noch Imperiale Truppen und natürlich Untote nach bestimmten Zusammenstellungen.

Für Tabletopschlachten in Städten ist das nächste Tutorial zum Modellbau geeignet. Hier steht aber nicht der Eigenbau im Vordergrund sondern der Bau von vorgefertigten Gebäuden aus dem Hause CNC-Workshop und deren Gebäude aus der Miniature Scenery und der Village Serie, die hier vorgestellt und deren Verarbeitung näher gebracht wird. Alles in allem eine fundierte Anleitung, die auch nicht vergisst die nötigen Werkzeuge zum Herauslösen der Einzelteile zu nennen.

Ein Taktikführer von Janos Sälzer für ein weiteres Tabletopspiel folgt. Hordes und die Druiden des Circle Orboros mit einigen schönen Fotos von Figuren dienen hierbei als Grundlage der Taktik. Einzelne Warlocks und Warbeasts und wie man diese als Kombos nutzt wird beschrieben. Ebenfalls der Aufbau einer Liste und wie man sich auf Duelle vorbereitet sehe ich als nützliche Dreingabe an, die auch für jedes andere Tabletopspiel benutzt werden kann. Für den Circle Orboros folgt dann noch das Szenario "Die Herren der Wälder" von Marcus Pohlmann, bei dem es darum geht, den Eingang zu einer Mine unter allen Umständen zu halten. Dabei dauert das Spiel maximal acht Runden oder bis der Eingang der Mine zerstört ist.

Marcus Pohlmann, der sich in dieser Ausgabe als Dauerbrenner auszeichnet hat sich auch der Vorstellung der Wargods of Aegyptus angenommen. Ein weiteres Tabletop, welches von Crocodile Games stammt und dessen deutsche Version des Regelwerks von Ulisses Spiele herausgegeben wird. Die Systemvorstellung befasst sich mit allen wichtigen Details des Tabletops. Götter haben dabei ihren Habringer auf die Erde gesandt und sie mit Kräften ausgestattet, Marcus beschreibt nun sehr ausführlich, wie Armeen gebildet und wie Kräfte aktiviert werden. Die Aussicht auf die zukünftigen Wargods-Serien darf natürlich nicht fehlen. Olymbus und Hyborea erscheinen bald.

Als letzter Inhalt vor den Kritiken und den Tests kommt eine Bericht über die Warhammer 40.000 Frühlingsoffensive 2008 bei der eine Stadt als Ausgangsbasis auf einer großen Karte bereitstand. 16 Spieler teilten sich in zwei Lager auf und trafen sich irgendwo in der Stadt. Diese Treffen wurden dann auf herkömmliche Weise ausgespielt. Der Bericht ist sehr informativ und sicher wird sich der eine oder andere Warhammer 40.000 Spieler bemühen, die Offensive nächstes Jahr mitmachen zu können.

Es folgen 17 Seiten Tests und Kritiken von Elyrion, D&D 4th Edition und Narnia für die Rollenspieler, über Brettspiele wie Doom und dem Kartenspiel Es war einmal…zu den bereits erwarteten Tabletoptests, bei denen auch das neue Warhammer 40K Regelbuch unter die Lupe genommen wird. Romane, Comics Hörspiele und Computerspiele schließen die Kritiken und Tests ab und es bleiben nur noch die Aussichten für die nächste Mephisto.

Fazit: Die Mephisto Ausgabe 41 war informativ wie immer und die Abenteuer und Szenarien für die verschiedenen Rollenspielsysteme und Tabletops gut ausgearbeitet. Die News waren tatsächlich aktuell, die Kritiken und Tests hinken da gerade im Brettspielsektor schon etwas hinterher. Alles in allem scheint sich das Magazin immer mehr zum Tabletopmagazin zu entwickeln und nicht jedem Leser wird das gefallen.




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