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Lovecraft (Taschenbuch/ englisch)
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 03.08.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Rodionoff, Breccia, Griffen, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 144, Erschienen: 2004, Preis: 12,99 €


Als Harcoverband längst ausverkauft, erscheint nun im DC Verlag eine Neuauflage des biographischen Comics im Softcover.

Erzählt wird das Leben des Horrorautors aus den 1920ern schlechthin, Howard Phillip Lovecrafts. Begonnen wird in seiner frühen Kindheit, der Vater befindet sich in einem Irrenhaus und die Mutter sorgt sich sehr um ihren einzigen Sohn, mehr als es normal wäre. Dies prägt Lovecraft ungemein. Noch mehr aber haben Geistergeschichten auf ihn Einfluss, die sein Großvater ihm immer erzählte, und ein Buch, welches für die Seelenpein seines Vaters verantwortlich ist: Das Necronomicon. Es zieht den jungen Autor in seinen Bann und lässt ihn Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben, düstere Dinge, tödliche Dinge. Und so versinkt er ab und an in einer Parallelwelt, in welcher er das fiktive Städtchen Arkham durchschreitet, welches später eine zentrale Rolle in seinen Geschichten einnehmen soll. Aus dieser Welt zieht er seine Kraft zu schreiben. Das Comic geht weiterhin sehr detailliert auf seine Beziehung mit der Autorin Sonia Green ein und endet mit der Trennung des kreativen Paares. Lovecraft wird als ein Wandler zwischen den Welten dargestellt, wahnsinnig, magisch und irr zugleich, nicht fähig, eine ordentliche Beziehung zu führen.

Das Buch nimmt für sich in Anspruch biographisch zu sein, dies aber eher mit einem Augenzwinkern. Mit den anderen Biographien Lovecrafts hat das Comic nur sehr wenig gemeinsam. Es greift zwar die wichtigsten Punkte in seinem Leben auf, fantasiert aber reichlich dazu. Dies dient der Geschichte, denn so wird sie cthuloid und verbleibt nicht beim schnöden Alltagsleben eines zu Lebzeiten gescheiterten Autors.

Die graphische Gestaltung ist sehr bodenständig und realistisch. Die streng gezogenen Kästen werden kaum durchbrochen, die Farben sind eher matt, in der Parallelwelt dunkel. Nur als eine Zusammenfassung einer Geschichte Lovecrafts gegeben wird, explodieren die Farben. Leider vermag der Zeichner die Gesichtszüge Lovecrafts nicht immer zu treffen, was zu sehr schrägen, kantigen Schädelformen führt und sehr irritiert.

Das Comic lässt sich trotz der englischen Sprache recht problemlos lesen, die Geschichte ist zudem sehr geradlinig. Bei aller Freizügigkeit des Lebenslaufs, welche man der Stimmung wegen respektieren mag, kann die Verfälschung einer der besten Geschichten Lovecrafts, "In der Gruft", nicht akzeptiert werden. Ein Fauxpas, den sicherlich kein Fan durchgehen lässt.

Fazit: Uns liegt hier ohne Zweifel ein Comic für Sammler und Liebhaber vor. Jemand, der Lovecraft nicht vorher ausgiebig gelesen hat, sollte auch nicht zu diesem Heft greifen. Für alle anderen stellt es aber ein Werk dar, das Lovecraft und seinen Mythos auf eine Weise beleuchtet, die es vorher so noch nicht gegeben hat.




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