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Cassandra's Run #1: Cassandra's Run
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 21.07.2008, Serie: Auditorium, Autor(en): Sabine Reichel, Jörg Pelleter, Peter Romir, Sven Rödig, Stefan Gnad, Verlag: hör-Q-nst Nürnberg, Seiten: , Erschienen: 2000, Preis: 0,- €


Seit einiger Zeit macht eine neue Hörspielreihe im Internet auf sich aufmerksam. Hör-Q-nst aus Nürnberg ist für diese interaktive Dark Future-Serie verantwortlich. Interaktiv? Völlig korrekt! Jede neue Episode wird auf Radio-Z eingespielt und die Zuhörer, welche "brainZ" genannt werden, können immer wieder aktiv ins Geschehen eingreifen und entscheiden, wie das Hörspiel fortgesetzt wird. Das Ganze wird dann aufgezeichnet und unter www.cassandrasrun.de zum kostenlosen Download angeboten – hoffentlich ein System mit Zukunft!

Der Hintergrund: Nürnberg in einer nicht allzu fernen Zukunft. Der Cyberpunkt hat die Welt fest im Griff und Shadowrun lässt grüßen. Die Frankenmetropole Nürnberg wird von Norcon regiert, ein Megakonzern, der so ziemlich alles für das tägliche Leben produziert, vertreibt und bewirbt. Radio-Z und sein Moderator/Eigentümer "Sul" will sich das nicht bieten lassen. Er formte eine Widerstandsgruppe, welche immer wieder Runner auf ihren Weg zur Sabotage des Konzerns schickt. Operiert wird von der Sendeanstalt des Radios, welches sich als Schlager-Schmonzetten-Welle tarnt, dass einem dabei übel wird. Aber sobald die Tarnfrequenz läuft wird verschlüsselt zum Widerstand aufgerufen.

Der Auftakt der Serie beschreibt, wie "Sul" die Runnerin "Cassandra" anwirbt um in die Kellerräume der Stadtbibliothek Nürnbergs einzubrechen. Dort vermutet der Widerstand ein Forschungslabor von Norcon. Cassandra soll einen Virus in den Zentralrechner schleusen und somit den Konzern sabotieren. Aber wie das mit Runs so ist, hört es sich einfach und entpuppt sich dann flux als Höllenritt. So auch hier. Über Funk bleiben Moderator und Runnerin in Verbindung und der Hörer lauscht gebannt am Äther. Die Story ist simpel und geradlinig aber spitzenmäßig inszeniert.

Das Hörspiel wird von zwei Stimmen dominiert: "Sul" der Moderator, der äußerst glaubwürdig herüberkommt und die recht attraktive Stimme der Runnerin "Cassandra". Einen Erzähler als solchen gibt es nicht. Immer wieder dringen Hintergrundgeräusche ans Ohr, z.B. wenn der Tarnsender mal wieder aktiv ist und Ohren-Syphilis quäkt, oder wenn Cassandra in einen Schusswechsel gerät.

Die Aufführung wird zum herunterladen als ZIP-Datei gepackt, oder aufgesplittet in mehrere MP3's angeboten. Cover und Rückseite um sich eine vollwertige CD zu brennen sind auch vorhanden – was will man mehr?

Fazit: Respekt, dieses Hörspiel muss den Vergleich zu kommerziellen nun wirklich nicht scheuen. Im Gegenteil, von Cassandra’s Run kann sich so mancher Verlag ein Scheibchen abschneiden. Zuerst fand ich es ein wenig schwer mich an den Stil zu gewöhnen und in die Story zu kommen, aber nach einer weiteren Folge ist man schon voll dabei. Für mich als Franke sind der Schauplatz und der immer wieder durchkommende Dialekt ein echter Genuss! Eine Schande, wer jetzt nicht gleich herunterlädt.




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