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Caine 7 - Dunkler Prophet
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 26.08.2008, Serie: Auditorium, Autor(en): Günther Merlau u.a., Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 9,95 Euro


Die Hörspielreihe dreht sich um den Auftragsmörder Steven Caine, der von einer außerirdischen Rasse von Dunkelelben mit einem Artefakt ausgestattet wird, in dem die Seele des schlimmsten Massenmörders und Kriegsherrn ihres Volkes eingesperrt ist. Mit diesem mächtigen, aber sehr gefährlichen Gegenstand ausgestattet, soll Caine die Dunkelelben gegen die Aganoi, eine außerirdische Rasse von Dämonenbeschwörern, beschützen. Dabei wird der Konflikt nicht nur auf den unterschiedlichsten Planeten ausgetragen, sondern auch auf unserer Erde, da die Dunkelelben sich diese Welt als letzte Rückzugsmöglichkeit für ihr Volk auserkoren haben. Doch sind auch schon die Aganoi seit Jahrhunderten hier und haben die Gesellschaft heimlich unterwandert. Gegen diese Unterwanderung der Erde kämpft die Geheimorganisation der Bruderschaft und irgendwie wird auch der zynische Polizist Killkenny in die ganze Sache rein gezogen. Außerirdische, Dämonen, Auftragsmörder, Magie und beseelte Artefakte? Ganz schön viel auf einmal und ganz viel absonderlicher Kram. Caine ist trashig, keine Frage, doch trashig mit einer Hingabe, die man einfach lieben muss. Und dazu nichts für sanfte Gemüter, denn die Beschreibung der blutigen Action ist detailliert, die Sprache extrem (und bisweilen eher unglaubwürdig) rau und "blumig", und auch die Geschehnisse sind bisweilen nicht gerade für einen Kindergeburtstag geeignet. Das liegt vor allem an den Einflüsterungen von Kartaan, dem Schlächter von Kyan'Kor, der in das Artefakt gebannt wurde, ein ziemlicher Schänder und Blutsäufer ist und Caine eher kontrolliert, als umgekehrt.

In der siebten CD der Reihe ist Caine auf dem Heimatplaneten der Dunkelelben, um dort die Invasion der Dämonen abzuwehren, doch schwächt der Einsatz der Artefaktkräfte die Persönlichkeit Caines immer extremer und der finstere Kartaan übernimmt immer mehr die Kontrolle. Kilkenny setzt seine Odyssee fort und gelangt irgendwann sogar zu dem seelisch ziemlich angeknacksten Caine. Stand Kilkenny in der letzten Episode im Zentrum des Geschehens, so sind dies nun die Mitglieder der Bruderschaft Linda Watkins und Collin Drake, deren Vergangenheit und Motivation beleuchtet wird.

Und hier kommen wir auch zu einem Knackpunkt. Sonderlich viel ist in den letzten Episoden im Vergleich zum Start nicht geschehen, da ein guter Teil jeder CD darauf aufgewendet wird, die Hintergründe der Figuren zu beleuchten. Das mag bei Collin Drake, dem Chef der Bruderschaft noch recht gut funktionieren, aber die ehemalige FBI-Agentin Linda hat leider einen recht klischeehaften Hintergrund erhalten, den man bereits mehrere Minuten vorher kommen sehen kann. Diese Folge fällt dazu kürzer aus als die letzte. Nicht einmal 53 Minuten sind diesmal auf die Scheibe gepresst worden, wobei fast vier Minuten auf den eher mäßigen Bonussong "Superstar im Reich der Sterne" von Mongofünf entfallen, die auch die harte Metal-Hintergrund Musik geliefert haben, für welche die Reihe bekannt ist.

Diesmal ist Caine mit einigen schlachtbereiten Dunkelelben auf dem Cover zu sehen, wie üblich im kantigen Stil der bisherigen Reihe. Als besonderen Gastsprecher konnte man den Sänger Smudo von den Fantastischen Vier verpflichten, der in dieser Episode die kleine Nebenrolle Dr. Henry Rollins spricht, einen Arzt, der sich mit dem moralbefreiten FBI-Agenten Joel Grady auseinander setzen muss.

Ansonsten gibt es mehr vom gewohnten: Häufige und schnelle Wechsel der Handlungsorte, hohes Tempo der Erzählung, viel Action und nicht gerade jugendgerechte Handlungen und Worte, die äußerst kompetent und stimmungsvoll durch die Sprecher vorgetragen und immer wieder mit harter Metalmusik unterlegt werden. Dem siebten Teil der Reihe kann man vorwerfen, sich ein wenig in Nebenhandlungen und Rückblicken zu verzetteln, doch da nun alle Haupt- und die wichtigsten Nebenfiguren mit einer identitätsstiftenden, aber oftmals zu klischeehaften Vergangenheit ausgestattet sind, bleibt zu hoffen, dass der nächste Teil von Caine die Handlung stärker fortführt. Trotz der kleineren Durchhänger und bisweilen zu überzogenen Dialoge und Schimpfwörter eine starke Reihe für nicht allzu zart Besaitete.




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