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Merlins Macht (Erweiterung zu Schatten über Camelot)
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 19.07.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Serge Laget, Bruno Cathala, Verlag: Days of Wonder, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 29,90 Euro


Mit dem Brettspiel Schatten über Camelot hat der Verlag Days of Wonder vor zwei Jahren einen Überraschungserfolg gelandet. Die Abenteuer von König Artus und seiner Tafelrunde, aufbereitet als äußerst kniffliges, kooperatives Ringen gegen eine unbarmherzige Spielmechanik, faszinierte eine Menge Spieler. Vor allem jene, die den großen Rollenspielanteil des Spiels und die mehr als opulente Aufmachung zu würdigen wussten, welche neue Maßstäbe setzte. Wer über den statischen Spielablauf und den frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad hinwegsah, konnte Stunden damit verbringen, die Tafelrunde beisammen zuhalten, Sachsen und Pikten abzuwehren, die Belagerung von Camelot zu beenden und nach dem Heiligen Gral zu suchen oder als Verräter den König zu stürzen.

Nun also stellt Days of Wonder ein Ergänzungsset zu dem Artusspiel vor. Merlins Macht erweitert das Grundspiel um die Figur des geheimnisvollen Magiers. Merlin unterstützt die Spieler fortan bei ihren Missionen, indem er von Ort zu Ort reist und dem entsprechenden Tafelritter den Nachzug einer zusätzlichen weißen Karte ermöglicht (den positiven Ereignissen des Spiels). Noch besser: Werden in Zukunft schwarze Ereigniskarten gezogen, die sich auf abgeschlossene Questen beziehen, verhindert der weise Zauberer, dass eine Belagerungsmaschine vor Camelot aufgestellt wird. Dies entschärft einen besonders ärgerlichen Mechanismus des Hauptspiels und ist eine sinnvolle Regelergänzung. Nachteil des Ganzen: Merlin bewegt sich unabhängig von den Spielern, und zwar nur dann, wenn eine entsprechende Reisekarte gezogen wird.
Natürlich wird auch die Gegenseite aufgewertet. Merlins Gegenspielerin Morgana hält nun ebenfalls Einzug in Schatten über Camelot, in Form von sieben Hexenkarten, die sich im schwarzen Kartenstapel tummeln und besonders fiese Auswirkungen haben können. Hinzu kommen weitere Ereigniskarten positiver und negativer Natur, wie sich das für ein Ergänzungsset gehört.
Wer die Figuren aus dem Hauptspiel bereits in- und auswendig kennt, wird besondere Freude an Merlins Macht haben. Die bekannten Tafelritter können nun alle oder teilweise durch etwas weniger prominente, aber ebenso schlagkräftige Waffenbrüder ausgetauscht werden: Sir Gaheris etwa, Gawains Knappen, oder Löwenritter Owein (Iwein). Für all diese Ritter liegen neue Figurenkarten bei und jeder von ihnen verfügt wieder über eine Spezialeigenschaft. Wo bislang nur sechs Spieler Schatten über Camelot spielen konnten, dürfen es nun bis zu sieben sein: Neben Merlin liegt auch eine neue Ritterfigur dem Spiel bei, wahlweise Sir Caradoc oder Sir Bedivere. Somit finden sich zwei unbemalte, aber sehr detailliert gestaltete Plastikminiaturen in der Box. Beim Spiel zu siebt können allerdings auch zwei Verräter in der Tafelrunde agieren.

Fazit: Alles in allem kann man die Ergänzungen und sanften Regeländerungen von Merlins Macht als gelungen betrachten. Sie bereichern das Spiel ohne seine Grundmechanismen zu verändern. Allzu üppig sind die Ergänzungen allerdings nicht. Die Größe der Box verspricht da zunächst mehr. Tatsächlich wird die quadratische Schachtel zum Großteil von der hohen Plastikbahre ausgefüllt, in der die zwei Figuren, ein Zusatzwürfel und die Kartenstapel verankert sind. Für das Gebotene erscheint der empfohlene Preis etwas zu hoch angesetzt. Wer aber Schatten über Camelot nicht nur gelegentlich spielt, sollte zugreifen.




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