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Suleika
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 02.08.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Zoch Verlags GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 34,50 Euro


Was macht ein reicher Sultan, wenn seine Tochter heiraten möchte? Er sendet seinen getreuen Wesir Omar aus, um sich auf dem Basar nach geeigneten Kadidaten umzusehen. Wer ihm die meisten Teppiche zu Füßen legt und sich für ein paar Probeschritte gut bezahlen lässt, der wird der Auserwählte sein.

Wie bitte? Ein Teppichhändler soll der Zukünftige von der Tochter des Sultans werden? Na gut, schauen wir uns erst mal das Spielmaterial an, das sich in der wirklich fantastisch gestalteten Schachtel befindet. Da wäre zunächst der recht einfach, aber zweckmäßig und farblich angenehm gestaltete Spielplan. Er zeigt ein Raster von sieben mal sieben Feldern, die zusätzlich am Spielfeldrand mit Balkonen verbunden sind. Als nächstes fallen sofort die vielen Teppiche in den vier Spielerfarben auf. Hierbei handelt es sich tatsächlich um kleine Teppiche aus Stoff, die wunderbar zur Atmosphäre des Spiels beitragen. Die Größe eines Teppichs entspricht genau zwei Feldern auf dem Spielplan. Die recht große Figur des Omar ist aus Holz und ebenfalls sehr hübsch gestaltet. Auch die 120 Geldstücke sind formschön aus dickem Holz und können gut in dem beigefügten Stoffbeutel aufbewahrt werden. Dann gibt es noch einen großen Holzwürfel, der ein bis vier Pantoffeln zeigt. Die Ausstattung ist wirklich außergewöhnlich. Sie ist von bester Qualität und optisch sehr ansprechend. Man hat sich hier sehr viel Mühe gegeben.
Die Spielanleitung ist recht kurz und vollkommen ausreichend. Schöne Beispiele garantieren einen schnellen Einstieg.

Jeder Spieler erhält die Teppiche seiner Farbe. Die Geldstücke werden gleichmäßig aufgeteilt. Omar wird in die Mitte des Spielplans gestellt.
Wer am Zug ist legt zunächst die Richtung für Omar fest. Er darf dabei nur nach rechts oder links gedreht werden oder die Richtung beibehalten. Anschließen würfelt der Spieler. Omar muss nun die gewürfelte Anzahl an Pantoffeln in die zuvor festgelegte Richtung vorwärts rücken. Kommt er dabei über den Spielfeldrand hinaus, folgt er einfach dem Verlauf des Balkons zurück in den Basar.
Landet Omar am Ende seiner Bewegung auf dem Teppich eines Mitspielers, so muss er Geldstücke an diesen bezahlen. Der Betrag entspricht der Anzahl der Felder, die durch Teppiche dieser Farbe direkt miteinander verbunden sind.
Am Ende seines Zuges muss der Spieler noch einen seiner Teppiche auf dem Basar direkt neben Omar auslegen. Dabei darf kein anderer Teppich vollständig überdeckt werden. Wohl aber die jeweilige Hälfte von ein oder zwei Teppichen.

Das Spiel ist zu Ende, wenn alle Teppiche ausgelegt wurden. Jeder Spieler zählt die Felder mit seinen sichtbaren Teppichhälften und seine Geldstücke zusammen. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Am Anfang kann sich Omar noch frei bewegen, da die Teppiche erst einmal ins Spiel kommen müssen. So spielt zunächst jeder vor sich hin, bis der Basar etwas aufgebaut ist. Im Laufe des Spiels wird es aber immer spannender, da man immer mehr darauf achten muss, in welche Richtung Omar geht und wie man seine Teppiche am besten platziert.
Liegen viele Teppiche aus, fließt auch öfter mal Geld, was wiederum den Spielspaß erhöht. Sind jedoch einmal alle Teppiche ausgelegt ist das Spiel plötzlich zu Ende. Ein paar mehr Teppiche hätten hier gut getan.
Trotz des Würfelglücks muss immer entschieden werden, in welche Richtung Omar läuft, um dabei möglichst nicht auf fremden Teppichen zu landen. Außerdem macht es Sinn, große zusammenhängende Flächen mit eigenen Teppichen zu schaffen und die Teppiche der Mitspieler entsprechend zu überdecken.
Leider kann es auch mal vorkommen, dass egal wie herum sich Omar dreht, er zwangsläufig immer auf fremden Teppichen zum stehen kommen wird. Das ist Pech für den betroffenen Spieler. Zum Glück verlässt einen aber nicht die Hoffnung, dass es den anderen ebenso ergehen kann.

Trotz der Einführungsgeschichte ist das Thema mit dem Teppichauslegen auf dem Basar schön umgesetzt und funktioniert einwandfrei. Zu Zweit spielt jeder mit zwei Teppichfarben, worunter etwas die Übersicht leidet. Kinder können ohne Probleme mitspielen, teilweise sogar schon in einem jüngeren Alter als angegeben.

Fazit:
Vorbildliches und innovatives Spielmaterial, einfache Regeln, ein schneller Spieleinstieg, eine schöne Atmosphäre und eine angenehme Spieldauer machen Suleika aus. Mehr Teppiche pro Spieler würden den Spielspaß noch erhöhen, jedoch wahrscheinlich die Produktionskosten in die Höhe treiben. Vielleicht gibt es ja mal die Möglichkeit ein paar Teppiche nachzukaufen.




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