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Fladderadatsch
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 12.07.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Zoch Verlags GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 34,50 Euro


Naturforscher Florian Flügel fotografiert alles was durch die Luft fliegt. Dabei übersieht er auch mal einen Kuhfladen oder einen Haufen Pferdeäpfel und schon macht es "Klatsch".

In der bunten und recht schweren Spielschachtel von Fladderadatsch befindet sich allerhand Spielmaterial. Da fällt zunächst der große und dicke Spielplan auf. Dieser zeigt eine Wiese mit einem geschwungenen Rundweg in dem sich in regelmäßigen Abständen 25 Vertiefungen befinden. In diese werden zehn Metallscheiben, die beim ersten Spiel mit Mistaufklebern versehen werden, beliebig verteilt. Anschließend werden die Mulden mit 24 Wegplättchen abgedeckt. Diese zeigen hübsche Motive von verschiedenen Tieren und Dingen, die fliegen können. Jedes davon ist zweimal vorhanden. Eine Mulde (ohne Metallscheibe) bleibt offen. In diese wird Florian gestellt. Florian ist eine lustige Figur mit Schnauzer und Fotoapparat. Sie ist formschön modelliert und komplett aus Holz. Im Inneren befindet sich ein Magnet. Des Weiteren gibt es zwölf Bildkarten mit denselben Motiven wie auf den Wegkarten. Diese werden gemischt und als verdeckter Stapel neben den Spielplan bereit gelegt, ebenso wie der Holzschemel.
Die bunte und mit lustigen Beispielen versehene Spielanleitung wirkt zunächst etwas verwirrend und holprig. Das kann aber auch an dem eigentlichen Spielmechanismus liegen, der zwar recht originell, aber - vor allem für Kinder - zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Der erste von zwei bis fünf Spielern deckt die oberste Bildkarte auf. Jetzt sucht er im Uhrzeigersinn, beginnend bei Florian entlang des Weges das nächste Wegplättchen, welches dasselbe Motiv zeigt. Ist das Wegplättchen nur ein bis drei Felder entfernt, wird das nächste mit diesem Motiv gesucht. Nun stellt der Spieler auf das entsprechende Wegplättchen den Holzschemel. Florian möchte nun dieses Motiv fotografieren. Dazu wird er vom Spieler immer eins bis drei Felder vorwärts bewegt. Der Spieler muss sich dabei vorher entscheiden, wie weit er zieht und springt direkt auf das entsprechende Feld. Jetzt wird es spannend: Befindet sich darunter ein Misthaufen oder nicht? Falls nicht, hat Florian Glück gehabt und darf sich weiter bewegen. Ansonsten macht es "Klatsch" und Florians Zug ist beendet. Der Spieler nimmt das Wegplättchen und legt es auf die andere freie Mulde. Florian bleibt in der nun offenen Mulde stehen. Die Metallscheibe wird unter eine andere beliebige Wegkarte gelegt. Befindet sich darunter bereits ein Misthaufen, hat der Spieler nochmals Pech gehabt und muss eine Metallscheibe vor sich ablegen.
Landet Florian auf dem Holzschemel, muss sich der Spieler entscheiden, ob er stehen bleibt und die entsprechende Bildkarte an sich nimmt. Dies macht man dann, wenn man unter dem Wegplättchen einen Misthaufen vermutet. Damit endet sein Zug. Alternativ kann der Spieler den Schemel wegnehmen und mit Florian das Wegplättchen betreten, in der Hoffnung, dass sich kein Mist darunter befindet. Macht es "Klatsch", endet der Zug sofort und der Schemel wird auf das nächste Wegplättchen mit demselben Motiv gestellt. Macht es nicht "Klatsch", darf der Spieler die Bildkarte an sich nehmen und ist noch mal dran.

Sobald die Bildkarten aufgebraucht sind, endet das Spiel. Für jede vor sich liegende Metallscheibe muss der jeweilige Spieler wieder eine Bildkarte abgeben. Gewinner ist nun, wer die meisten Bildkarten gesammelt hat.

Fladderadatsch ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Die Figur Florian bewegt sich immer eins bis drei Felder vor und landet auf dem Zielfeld, ohne dabei die anderen Felder zu betreten. Das ist vor allem für Kinder erst mal etwas schwer zu verstehen, da sie es ja meist anders gewohnt sind. Auch die Entscheidung auf dem Schemel zu bleiben, oder sich direkt auf das Wegplättchen zu stellen passt zwar zum Spielmechanismus, aber weniger zu dem Hintergrundthema.
Grundsätzlich ist Fladderadatsch ein sehr schönes Merkspiel mit Ärgerfaktor, was wiederum allen Beteiligten viel Spaß bringt. Es ist immer wieder spannend ein Feld zu betreten und dabei möglichst nicht in einen Misthaufen zu treten. Macht es dann doch plötzlich "Klatsch" erschrickt der Spieler regelrecht, was meist alle Spieler zum lachen bringt. Vor allem Kinder haben daran ihre Freude und zeigen schon mal stolz den Mist, in den sie getreten sind.
Einzig das Thema wirkt zu dem originellen Mechanismus etwas aufgesetzt und manchmal unlogisch, was aber durch die hervorragende Aufmachung und durch die schönen Motive wieder wett gemacht wird.

Bei Fladderadatsch muss man sich in erster Linie merken, wo die Metallscheiben liegen, um nicht in einen Misthaufen zu treten. Man hat aber auch eine gewisse Chance, wenn man es auf gut Glück probiert, im Gegensatz zu anderen Merkspielen. Es ist sogar etwas Taktik gefragt, wenn man einen gerade eingefangenen Misthaufen unter ein anderes Plättchen legen muss.

Eltern können gut zusammen mit Kindern spielen, ohne dass Langeweile aufkommt. Anfangs sollten sie dies sogar tun, bis die etwas eigenwilligen Regeln verinnerlicht sind. Das Spiel kann aber auch problemlos bei reinen Erwachsenenrunden auf den Tisch kommen und für viel Spaß sorgen.

Fazit: Fladderadatsch ist ein originelles und lustiges Merkspiel nicht nur für Kinder. Das Material ist sehr schön und von sehr guter Qualität. Sind die etwas holprigen Regeln und der Spielmechanismus erst mal verinnerlicht hat man ein kurzweiliges Spiel, das in jeder Besetzung viel Spaß macht.




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