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Codex Diabolis - Tyrannen der Neun Höllen
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 20.06.2008, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Robin D. Laws, Robert J. Schwalb, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 180, Erschienen: 2008, Preis: 34,95 Euro


"Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!" - Dante Alighieri, Die Göttliche Komödie, Inferno III, 9

Jener und andere wohl bekannte Sätze über die Hölle finden sich in diesem Quellenband, das Mythos, Literatur und viele eigene Ideen zu einer Abhandlung über die Gefahren der Hölle und die Rolle der Teufel in den D&D-Welten verschmilzt. Das Buch Codex Diabolis - Tyrannen der Neun Höllen beschreibt praktisch alles, was man über Teufel und ihre Heimatwelt wissen kann und muss. (Der Rezensent war positiv überrascht, dass der Name Codex Diabolis tatsächlich korrektes Latein ist, denn von WotC hat man durchaus anderes gesehen. Dann jedoch fand er heraus, dass das Werk nur in der deutschen Übersetzung diesen Titel trägt.)
Die insgesamt 180 Seiten gliedern sich in eine Einleitung, fünf Kapitel und einen Anhang.

Den Anfang macht die Einführung, in der sehr atmosphärisch eine Art Schöpfungsmythos der Hölle beschrieben wird. Hier wird geschildert, warum es Teufel gibt und welche Aufgabe sie haben. Besonders gut und nützlich kommt zur Geltung, wo der große Unterschied zwischen Dämonen und Teufeln besteht, der in den Monsterhandbüchern doch relativ schwer ersichtlich ist. Den Rezensenten zumindest hat es erfreut zu erfahren, dass dahinter mehr steckt als das reine Abdecken aller denkbaren Monsternamen als Hack&Slay-Grundlage.

Das zweite Kapitel die neun Höllen handelt von eben diesen. Jede der neun Ebenen der Hölle mit all ihren grausamen Einzelheiten wird hier ausführlich behandelt. Dabei hat jede der Ebenen eine bestimmende Eigenschaft wie Feuer oder Trockenheit. Dazu kommen wirklich phantastische Städte und Orte auf den Ebene, deren absurde Logik und Konstruktionsweise die gefährliche Fremdheit der Höllen verdeutlicht. Die Schilderungen sind sehr lebhaft und machen geradezu Lust, die eigenen Charaktere in die Hölle zu schicken.

Im dritten Kapitel werden zusätzliche Spielregeln eingeführt. Die Überschrift Spielregeln ist schon das Abschreckendste an diesem Abschnitt. Die zusätzlichen Regeln auch noch in einem anderen Buch als die Grundregelbücher sind nützlich und optionaler Natur. Es werden weniger neue Grundregeln als zusätzliche Talente, Rassen und Klassen und Prestigeklassen beschrieben, die zum Thema Teufel und Hölle passen. Dabei geht es nicht nur um Diener, sondern auch Bekämpfer der diabolischen Mächte.

Das vierte Kapitel widmet sich den Teufeln an und für sich. Hier werden alle Bewohner der Höllen, die noch nicht im Monsterhandbuch beschrieben worden sind, detailliert vorgestellt. Die Abhandlungen beschreiben nicht nur das Kampfverhalten der Teufel, sondern auch ihre Taktiken im Verführen von Sterblichen. Die Darstellungen sind lebhaft und nützlich, da viele von ihnen auch außerhalb der Höllen genutzt werden können.
Einzig seltsam fällt auf, dass alle hier geschilderten Teufel von der Unterart Baatezu sind. Da das bereits für jene im Monsterhandbuch galt, fragt man sich, ob es nicht leichter wäre, die Baatezu als Standard aufzufassen und alle Nichtbaatezu als Abweichung.

Die Fürsten der neun Höllen bilden den Abschluss des Quellenbands. Hier werden die Herrscher der neun Ebenen beschrieben, ihre Motive und Geschichten. Dabei werden nicht nur Aspekte der Erzteufel (also ihre Avatare) schrieben, sondern auch eine Möglichkeit, aus diesen die Werte ihrer Herrscher abzuleiten und dabei so anzupassen, dass eine heroische Gruppe sie besiegen kann. So kann in alter D&D-Tradition eine mächtige Heldengruppe einen diabolischen Feind besiegen.

Das ganze Regelbuch ist sehr spannend geschrieben und bis auf kleinere Fehler gut übersetzt. Die gewohnt schönen Grafiken in Vollfarbe erhöhen den Lesegenuss weiter. So merkt man kaum, dass der Text, den man da liest, nur für wenige Gruppe genutzt werden kann. Allzu häufig trifft man eben nicht auf Teufel oder stattet der Hölle einen Besuch ab. Nur für Spielleiter, die eine Kampagne planen, die sich um Teufel dreht und am Ende in einer der Höllen endet, ist das Buch wirklich von Nutzen.

Fazit: Ein wirklich schönes Regelbuch, das sich gut liest und gute Anregungen bringt. Für die meisten Gruppen ist es aber eher als Grundlage für Geschichten am Lagerfeuer geeignet als für das tatsächliche Spiel.




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