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Envoyer 05/2008
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 22.08.2008, Serie: Zeitschriften, Autor(en): André Wiesler (Hrsg.), Verlag: FZ Werbung / Redaktion Envoyer, Seiten: 50, Erschienen: 2008, Preis: 1,80 Euro

Auch die 138. Ausgabe des monatlich erscheinenden Fanzines Envoyer kommt mit einem Schwerpunkt auf dem Fantasy-Genre daher. Aber kann es auch überzeugen?

Nach dem üblichen Vorgeplänkel mit knappen News und zwei Rezis (LodlanD: Blut und Stahl sowie Cthulhu: Todesangst) werden dem Leser auf gut drei Seiten "Monster, Kreaturen und Anderes" vorgestellt. Diesmal enthält der Abschnitt Nachtmahre (Vampire) sowie Ogole (Menschenaffen). Die folgenden sieben Seiten widmen sich schon dem Highlight des dünnen Heftchens, der Shadowrun-Kurzgeschichte "Trouble-Shooting", die sich um einen Reporter in Groß-Frankfurt dreht, der es sich mit so ziemliche allen verscherzt hat, die auf der falschen Seite stehen. Der Autor weiß mit Humor zu überzeugen, lediglich das Ende bleibt ein wenig flach. Nach dem "Weltenretter"-Comic kommt mit satten 15 Seiten der Wohl größte Abschnitt dieser Ausgabe: "Der andere Weg nach Kuz Alhadur", ein Midgard Abenteuer, das schon im Internet erschienen ist, im Envoyer aber als Auszug einen anderen Weg durch einen Wald beschreibt. Was sich als Abenteuer anpreist, stellt in Wirklichkeit nicht mehr als ein Szenario dar. Im eigentlichen Sinn ist es nur eine Beschreibung einer Gegend, zwar detailliert mit Flora und Fauna, aber dennoch ohne große Abenteuerelemente, wenn man mal von einer Zufallsbegegnungstabelle absieht. Die Ausarbeitung ist hervorragend, reichlich Werte im Anhang und eine grafisch herausragende Karte komplettieren den Beitrag. Von jetzt auf gleich spielbar ist dieses "Abenteuer" jedoch nicht, da alleine schon der Einstieg sehr kompliziert erscheint. In "Seattler Nachtleben" erfährt der Leser mehr über drei Bars im Shadowrun-Universum sowie deren Eigentümer. Sie eignen sich wunderbar als Zwischenspiel oder als Aufhänger eines Abenteuers. Das Heft endet mit einer Systembesprechung zu "Elyrion", die zweifelsohne sehr ausführlich ist, jedoch sehr abrupt endet und Kritik bezüglich der Schwächen und Stärken des Systems vermissen lässt.

Fazit: Man sieht dem Heft durchaus an, dass es sich um ein Fanwerk handelt. Dies darf aber nicht falsch verstanden werden. Natürlich gibt es hier und da Mängel, wie das Fehlen der Systemzuordnung bei einigen Artikeln, die sich der Leser selbst erschließen muss. Allerdings beweist der Envoyer auch ganz klare Stärken in Nischenbereichen. Die Shadowrun-Artikel in dieser Ausgabe sind meines Erachtens besonders gut gelungen.
Empfehlenswert? – Ja, wenn man weiß, was man will.




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