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Caine 5 - Rebellion
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 17.05.2008, Serie: Auditorium, Autor(en): Günter Merlau, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 9,99 Euro


Mit Rebellion gibt es den fünften Teil der actiongeladenenen, trashigen Caine-Hörspielreihe, in dessen Mittelpunkt der ehemalige Profikiller Steven Caine steht.

Caine wird nach dem blutigen Kampf in den Verbotenen Hallen auf dem Dunkelelfen-Planeten Kyan’Kor zusammen mit Torrkan vor den Rat gezerrt, welcher den Vorfall behandeln und die beiden verurteilen will - zumindest die meisten Mitglieder des Rates sehen es so. Jedoch fährt Caine in den Geist eines der unentschlossenen Ratsmitglieder und kann den Rat davon überzeugen, dass der Kampf gegen die Dämonenschergen der Aganoi auch in den heiligen Hallen weitergehen muss. Doch auch der innere Kampf mit dem ins Penumbra gebannten Geistes des Schlächters von Kyan`Kors, Kartaan, geht weiter. Als die Kampfgruppe einen alten Tempel entdeckt, scheint sie an der Quelle der Angriffe zu sein: jedoch wird diese von Kobil, Nebelgeistern, bewacht und die einzige Chance gegen sie zu bestehen ist der magische Laredon-Stab, welcher jedoch längst in den Händen der Aganoi ist.

Torkaan hat jedoch einen Plan, er will den Amulettträger nach Kyan’Kor holen und diesen auf den Mörder - möglicherweise ein Dämon der Aganoi - ansetzen. Der weisse Setho stimmt zu, denn "das Sein richtet sich nicht nach unseren Wünschen". Denn eigentlich gilt es als unmöglich, dass die Aganoi etwas auf Kyan’Kor einschmuggeln, zudem noch unbemerkt.

Kilkenny und McGovern sind in einem der Gefangenenlager der Aganoi, wo sie furchtbare Grausamkeiten erleben müssen und dazu gezwungen sind, nach einem Gott der Aganoi tief unter der Oberfläche von Aramatos zu graben. Jedoch stoßen beide auf eine Art Geheimkammer, in der sich einige Menschen befinden sowie ein blaugeschuppter Alien - die Kyan’Korerin Dhalarin, welche den beiden eine Perspektive zur Flucht von diesem grausamen Planeten bietet.

Collin Drake, Linda Watkins und Art Jeffries treffen sich auf der gutgesicherten, ehemaligen Army-Festung Outpost 31, welche als Pornostudio getarnt ist. Dort wird man sich den Ausmaßen der Invasion deutlich. Gegen die weitreichende Untertunnelung San Franciscos sieht Drake nur ein Mittel: Ein taktischer Atomschlag gegen die Stadt - solange es nur ein Dimensionstor gibt. Linda hingegen muss sich nun zwei Alpträumen stellen: Der Vergewaltigung Caines und der Vernichtung von Millionen Menschen durch ihre Organisation.

Als vierten Handlungsstrang gibt es einen Rückblick in Kilkennys Kindheit, welches eine Antwort auf die Frage liefert, was ihn dazu bewegte, Polizist zu werden. Das ganze fängt an, als seine Mutter und er sich in der Wohnung eingeschlossen haben, während der Freund der Mutter vor der Tür besoffen Terror schiebt und die Nachbarn schon aufmerksam werden. Und dann splittert die Tür.

Rebellion beinhaltet das, was man sich von Caine verspricht: Schnelle Schnitte und Szenewechsel, Action, harte Worte und Geschehen, bei denen einem die Ohren flattern - oder gegebenenfalls abfallen. Ähnlich einem Horrorshocker im Fernsehen schockt auch Caine, wenn auch nicht in Bildern, sondern mit Worten. Der Rückblick in Seans Vergangenheit ist doch emotional bewegend und die Vergewaltigung von Linda, die von beiden Charakteren (bzw. allen dreien, Kartaan hat dazu schließlich auch eine eigene Meinung) angesprochen wird, ist natürlich auch harter Tobak. Aber diese Tabubrüche machen die Serie aus, auch der teils trashige Stil und die Verbalinjurien gehören dazu - wobei sie diesmal auch auf einen glaubwürdigen, zur Stimmung beitragenden Niveau bleiben.

Akkustisch wird das Hörspiel von den deutschen Industrial-Metallern Limbogott unterstützt, die damit die dänischen Mnemic ablösen. Zu Caine passen sie ebenfalls hervorragend, ein paar harte Riffs, welche die Szenen ineinander überleiten oder auch begleiten. Einzig, dass Kilkennys Nachbar (in seiner Kindheit) Metal hört, ist etwas seltsam, dürften sowohl die NWOBHM (New Wave of Britih Heavy Metal) oder die eher stilprägende Bay Area noch in der Zukunft liegen...

Von den Sprechern wird wiedereinmal höchste Qualität geboten, da gibt es eigentlich keine Stelle, die unglaubwürdig, monoton, abgelesen oder falsch betont klingt, man ist immer im Hörspiel drin. Mit Reinhilt Schneider hat man noch eine herausragende Stimme für den Nebencharakter der Dhalarin verpflichtet, die ihre Rolle überzeugend rüberbringt und auch anders spricht und betont, als wenn sie z.B. in Die Schwarze Sonne die langlebige Arabella March spricht. Die sehr markante, großväterliche Stimme von Günther Kütemeyer hätte ich zwar gerne länger genossen als in einer einmaligen Sprechrolle als Doktor in Kilkennys Vergangenheit, aber man kann ja nicht alles kriegen, was man sich wünscht ;) Thorsten Michaelis als Caine ist wieder mit einer Lässigkeit und Coolness am Werk, die die Figur des Caine erst möglich macht, auch hier höchsten Respekt.

Beim Plot sieht das ganze hingegen etwas kritischer aus. Von den vier Handlungssträngen wird nur der Rückblick beendet und nur Caines Handlungsstrang bekommt mit dem Orakel im Tempel eine Art Zwischenziel, während Kilkenny und die Bruderschaft etwas in der Luft hängen. Naja, wenn man es als Cliffhänger zur zeitgleich erschienenden, sechsten Folge Mordendyk sieht, passt es schon. Eine bessere Dramaturgie hätte aber noch die letzten fehlenden Quentchen herausholen können.

Die gelungene Aufmachung reiht sich in die Serie ein, diesmal ist allerdings Kilkenny auf dem Cover. 68 Minuten Spielzeit hat die CD, wenn man das Limbogott-Bonuslied "Bleed out" mitrechnet.

Fazit: Caine hat sich zu einer echten Größe im Hörspielregal entwickelt. Ein gewisser Trashfaktor, ein kräftiger Schuß Coolneß und Lässigkeit, ein kräftiges Augenzwinkern, Tabubruch, der nicht zu Unrecht geschriebene Hinweis "empfohlen ab 16" und die Kombination mit Metal-Musik machen die Serie aus und richtig gut. Aber Caine polarisiert, der eine wird sie lieben, der andere aus dem Fenster werfen. Oder seinem schlimmste Feind schenken und hoffen, dass der nicht zu genau hinhört, wenn Caine mal wieder loslegt...




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