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Das Reich der Drachen
Von André Domke

Rezension erschienen: 19.07.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Valerio M. Manfredi, Verlag: Piper Verlag GmbH, Seiten: 477, Erschienen: 2008, Preis: 12,00 Euro

Der Roman von Valerio M. Manfredi führt uns zurück in das römische Reich zu Zeiten des Kaisers Valerian. Marco Metello Aquila dient als General der römischen Legionen an der Grenze zum persischen Reich. Als die Kämpfe erneut aufflammen, geraten er und seine Kameraden zusammen mit ihrem Kaiser in die Gefangenschaft der Perser. Nur durch ihre harte Ausbildung und ungeheure Willenskraft schaffen sie es, nach langer Zeit ihren Peinigern zu entrinnen.

Die anschließende Flucht führt sie in unbekannte Gegenden Asiens und letztendlich nach China. Dort werden sie in die Machtkämpfe um den Herrscherthron mit hineingezogen. Die Möglichkeit, bald in die Heimat zurückzukehren, scheint in weite Ferne zu rücken.

Der Autor des Romans besitzt aufgrund seines Hintergrunds als Ausgrabungsleiter und Professor für antike Geschichte hervorragende Kenntnisse des römischen Reiches und der angrenzenden Gebiete. Dies spiegelt sich hauptsächlich in der detailgenauen Beschreibung der Ausstattung und Taktik der römischen Armee und ihrer Gegner wider. So beginnt die Erzählung mit einer dramatischen Auftaktschlacht und einer spannenden Flucht, eingebetet in das historische Gewand der römischen Kaiserzeit. Sobald allerdings der Weg der Protagonisten weiter gen Osten führt und die Kontakte mit den asiatischen Kulturen und Menschen bebildert werden, driftet die Geschichte zunehmend ins Mythische und Unerklärliche ab.

Zum Ende glaubt man sich in einem Mix aus Fantasy- und Kung Fu-Film, in dem die Kämpfer durch die Lüfte fliegen oder gar Schläge per Gedankenkraft anstelle von Fäusten aufhalten können. Weiterhin stören eine recht stark konstruierte Liebesgeschichte und bis auf wenige Ausnahmen doch recht flach gestaltete Figuren. Die eigenartige Ausdrucksweise, die aber durchaus der Übersetzung aus dem Italienischen geschuldet sein könnte, trägt ihr Übriges dazu bei, dass dieser Roman wohl nicht die Stufen zum Kaiserstuhl der Literaturgeschichte erklimmen wird.
Dabei wurde die sehr interessante These ein wenig verschenkt, nach der römische Soldaten in Kontakt mit dem chinesischen Imperium gekommen sein könnten. Eine mehr historische und weniger mystische Geschichte mit Konzentration auf das Wesentliche sowie genauer ausgearbeiteten Charaktere hätten dem Roman durchaus weitergeholfen, zumal der Autor das Grundwissen haben dürfte.

Nichtsdestoweniger ist ‚Das Land der Drachen’ eine kurzweilige Geschichte mit einem sehr interessanten Hintergrund, die sich flüssig lesen lässt und auch Stoff für weitere ähnlich gelagerte Erzählungen bietet.




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