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Der goldene Kompass - Duell der Panzerbären
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 19.06.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Peter Neugebauer, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 15,95 Euro

...und immer mitten in die Fresse

Die kalte Polarluft knistert vor Kälte. Der Atem der beiden Kontrahenten stößt weiße Fontänen in den frostigen Himmel. Die titanischen, weißen Bären umrunden einander, langsam, abwartend und immer auf einen Fehler, eine kleine Unachtsamkeit des Gegners wartend. Dann, urplötzlich, rasen die beiden Giganten aufeinander zu, voll Wut in einem Kampf, der nur einen Sieger kennt.

So ähnlich muss man es sich wohl vorstellen, wenn die beiden Panzerbären Iorek und Iofur im furiosen Kampf aufeinander treffen. Komos-Spiele hat nun dieses Szenario, entlehnt aus dem Film "Der Goldene Kompass", in ein Spiel für zwei Personen umgesetzt. Im "Duell der Panzerbären" gilt es durch geschicktes Taktieren seinen Bären in eine vorteilhafte Position zu bewegen und dem Kontrahenten möglichst viel Schaden zuzufügen. Klingt einfach? Ist es eigentlich auch.

Stets übernimmt einer der Spieler den Part des Angreifers, während der andere Spieler verteidigt. Dafür stehen jedem Spieler je 36 Kampfkarten zur Verfügung, die entweder Bewegung, Angriff, Verteidigung oder eine Spezialaktion ermöglichen. Der Angreifer versucht zunächst über das Ausspielen von Bewegungskarten an seinen Gegner heranzukommen und dann mittels Angriffskarten Schaden zu verursachen. Der Verteidiger hat nun die Wahl, ob er den Schaden einsteckt, mit einer Bewegungskarte flieht (und so verringerten Schaden erleidet) oder sich verteidigt. Gelingt die Verteidigung, sprich ist der Zahlenwert der Verteidigungskarte zumindest gleichwertig zur Angriffskarte, wechseln die Rollen und der neue Angreifer darf seine Handkarten auf fünf ergänzen. In den anderen Fällen kann der Angreifer nachsetzen. Doch aufgepasst. Wer sich gänzlich aller Karten entblößt, ist beim Wechsel den Angriffen schutzlos ausgeliefert, da nur immer der neue Angreifer Karten nachziehen darf. Ein zusätzlich taktisches Moment stellen die Spezialkarten dar, die neben einer Verbesserung von Bewegung, Angriff und Verteidigung auch auf zwei gekennzeichneten Feldern des Spielbretts das Ausspielen von Kampftricks ermöglichen.
Jeder Spieler verfügt über drei unterschiedliche und einzigartige Kampftricks, deren Fähigkeiten entscheidend für Sieg oder Niederlage sein können. Näheres wird an dieser Stelle nicht verraten.
Bei der Gestaltung von Spielfeld und Karten ist eher biedere Hausmannskost angesagt. Die jeweiligen Karten zeigen immer das gleiche Motiv und auch das beeindruckt mangels Detail- und Farbenfülle nur wenig. Schade, da wäre mehr drin gewesen

Fazit:
"Duell der Panzerbären" erinnert stark an die klassischen Trading-Card-Spiele; allerdings mit geringere Komplexität und einem einfacheren Einstieg in die Regeln. Doch bezüglich der taktischen Tiefe muss sich das Spiel nicht verstecken. Beide Parteien verfügen über das gleiche Spektrum an Kampfkarten, so dass der kluge Einsatz der Karten ebenso wie ein Quäntchen Glück letztlich den Ausschlag geben. Insgesamt bietet das Spiel jedoch nur wenig Abwechslung, was auch für das Design zutrifft. Daher hinterlässt "Duell der Panzerbären" einen gemischten Eindruck, auch wenn der Preis mit knapp 16 Euro durchaus in Ordnung geht.


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