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On Top
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 31.07.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Günther Burkhardt, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 29,95 Euro


Normalerweise bin ich kein großer Fan abstrakter Spiele, zugegeben. Ich finde es eher interessant, wenn es einem Autor gelingt, einen gewählten Hintergrund sauber und stimmig in sein Spiel einzubinden. Manchmal aber gibt es Spiel-Ideen, die nur das sein wollen, was sie eben sind, nämlich interessante Abläufe, die nicht so einfach in ein stimmiges inhaltliches Konzept gezwängt werden können.
Kosmos hat sich mit Tsuro bereits ein echtes Highlight dieser Spielegattung ins Programm geholt, und jetzt versuchen sie mit On Top ein neues Spiel in dieser Richtung auf dem Markt zu platzieren.

Bei On Top geht es darum, auf einem begrenzten Spielfeld rautenförmige Spielplättchen zu platzieren, die an den vier Ecken jeweils verschiedenfarbige Drittel oder Sechstel eines Kreises zeigen. Jeder Spieler übernimmt eine der vier Farben, in denen diese Kreissegmente vorliegen, und bekommt die "Hütchen" der entsprechenden Farbe. Sollten weniger als vier Spieler teilnehmen, werden die Hütchen in den nicht belegten Farben ebenfalls ins Spiel genommen. Wer am Zug ist, nimmt eins der verdeckt liegenden Lege-Plättchen auf und legt es anschließend so auf das Spielbrett, dass es wenigstens eine Seite eines bereits ausliegenden Plättchens berührt. Dabei kann es passieren (vor allem am Rande des begrenzten Spielbereichs), dass an einer Stelle nur noch Platz genug für ein Dreieck übrig bleibt, aber nicht mehr für eins der rautenförmigen Legeplättchen. In diesem Fall wird sofort ein schwarzes Dreieck ohne Kreissegmente an den entsprechenden Platz gelegt.
Entscheidend dafür, wie und wo man ein Plättchen platziert, sind natürlich die Kreissegmente. Wann immer ein Kreis geschlossen wird oder zumindest keine weiteren Plättchen mehr angelegt werden können, kommt es zu einer Wertung. Dabei wird geprüft, wie viele Sechstel zu den verschiedenen Farben gehören und welcher Spieler die meisten Kreissegmente für sich beanspruchen kann. Gibt es dabei keinen eindeutigen Sieger, so geschieht weiter nichts. Wenn jedoch ein Spieler die Mehrheit der Segmente für sich allein erzielen konnte, so wird anschließend der oder die Spieler mit der zweitgrößten Menge an Kreissegmenten ermittelt, denn diese Farbe(n) dürfen als erstes auf den entsprechenden Kreuzungspunkt der Plättchen ein Hütchen setzen. Oben auf, eben "on top", wird schließlich der Sieger des jeweiligen Kreises platziert und er erhält nun für jedes Hütchen im entstandenen Turm einen Punkt.
Doch nicht nur für den Sieger ist dies ein Gewinn, auch für die Zweitplatzierten lohnt es sich Hütchen zu setzen, denn am Ende des Spiels bedeutet jeder übrig gebliebene Setzstein einen Minuspunkt.
Das Spiel endet, sobald keine Plättchen mehr gelegt werden können. Jetzt werden noch die bereits erwähnten Punkte für verbliebene Hütchen abgezählt, und wer dann auf der Punkteleiste am weitesten vorne ist, gewinnt das Spiel.

On Top ist ein solides Spiel mit einer interessanten Grundidee. Im ersten Moment erscheint es sehr einfach, den richtigen Ablageplatz für das eigene Legeplättchen zu finden, doch nach einigen Fehlversuchen merkt man recht schnell, dass immer wieder unerwartete Seiteneffekte auftreten, wenn man sich zu schnell entscheidet, und dass plötzlich andere viel mehr von einem frisch gelegten Plättchen profitieren als man selbst. Wenn man nun das Pech hat, neben einem Grübler zu sitzen, der jede Eventualität vor dem Legen durchdenken will, kann das an sich schnelle Spiel durchaus hin und wieder etwas zähflüssig werden. Stellenweise wünscht man sich etwas mehr Kommunikation bzw. die Chance, zu den anderen Mitspielern ein klein bisschen gemein zu sein.
Wenn man den Vergleich mit dem "Vorgänger" Tsuro anstellen will, kann On Top nicht ganz mithalten, doch auf sich allein gestellt ist es ein gutes Beispiel für ein gelungenes abstraktes Spiel, das sogar mich als Hintergrund-Fan mitreißen konnte.




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