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Keltis
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 26.06.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 26,95 Euro


Keltis - Der Weg der Steine ist eins der neusten Produkte aus der Feder des wohl fleißigsten Spieleautors der letzten Jahre: Reiner Knizia. Zum Zeitpunkt dieser Rezension hat das Spiel bereits eine der höchsten Weihen der deutschen Spielezunft erhalten, nämlich die Aufnahme in die Bestenliste der Jury zum Spiel des Jahres.

Dabei wirkt Keltis auf den ersten Blick gar nicht so atemberaubend: Ein Spielbrett mit fünf Steinpfaden, die von einem zentralen Startfeld ausgehen, dazu einige Setzsteine, ein Satz von 110 Karten und 25 kleine so genannte "Wegekärtchen", das war's.
Wenn man allerdings in die Regeln hinein schnuppert und eine erste Proberunde startet, fällt sehr schnell auf, dass der daraus entstehende Spielverlauf durchaus raffiniert ist. Es geht darum, möglichst weit auf den fünf Steinpfaden vorwärts zu kommen, bevor die insgesamt fünfte Figur den Zielbereich (die letzten drei Reihen einer beliebigen Reihe) erreicht. Und das kann rasend schnell gehen!

Am Anfang erhält jeder Spieler acht Karten auf die Hand, außerdem die fünf Setzsteine und einen Zählstein, der für das Zählen der Punkte benutzt wird.
In jedem Zug legt der Spieler zunächst eine Karte ab und zieht anschließend eine andere nach. Die 110 Karten sind übrigens aufgeteilt in fünf Farben und zeigen neben eben diesen Farben und dem Symbol des dazu gehörigen Steinpfades eine Zahl zwischen 0 und 10.
Beim Ablegen der Karte hat man dann zwei Möglichkeiten: Entweder legt man eine Karte vor sich aus und geht damit ein Feld auf dem Steinpfad der entsprechenden Farbe vor, oder man legt eine Karte neben dem Spielfeld ab, weil man sie nicht gebrauchen kann (dort wird für jede Kartenfarbe ein eigener Stapel gebildet). Man darf nämlich nicht einfach irgendwelche Karten ablegen, um vorwärts zu kommen, sondern muss die Karten von den aufgedruckten Zahlen her entweder in auf- oder absteigender Folge ablegen.
Was nützt einem also die schöne 8, wenn man bereits die 7 und die 9 abgelegt hat? Genau, nichts! Also weg damit.
Aber wer weiß? Vielleicht wartet ja ein anderer Spieler schon genau auf diese Karte. Denn beim abschließenden Nachziehen einer Karte kann man sich entweder des verdeckten Zugstapels bedienen oder die oberste Karte von einem der offenen Ablagestapel nehmen. Wer also zu gute Karten abwirft, der könnte erleben, dass sein Gegenüber die Karten mit einem breiten Lächeln wieder aufnimmt.
Auf verschiedenen Feldern der Pfade liegen übrigens auch noch die oben bereits erwähnten Wegekärtchen, die im Spiel verschiedene Wirkung zeigen: Punktekärtchen geben direkt Siegpunkte, Kleeblättern lassen eine beliebige Figur einen weiteren Schritt vorgehen, Wunschsteine hingegen müssen gesammelt werden, um am Ende in Siegpunkte eingetauscht zu werden oder für Minus-Punkte zu sorgen, wenn man zu wenig von ihnen hat.
Am Ende, wenn die oben beschriebene Endebedingung erfüllt ist, kommt es zur Abrechnung: Jeder Spieler erhält Punkte für den zurückgelegten Weg und für gesammelte Wunschsteine, wobei es in beiden Fällen auch Minuspunkte geben kann, wenn man zu wenig erreicht hat.

Keltis - Der Weg der Steine ist einer jener viel zu seltenen Fälle eines einfachen Spiels, das dennoch nicht in spielerischer Bedeutungslosigkeit versinkt. Ganz im Gegenteil findet man hier eine pfiffige Kombination durchschaubarer Mechanimsen, die trotzdem insgesamt für ein spannendes und interessantes Spiel sorgen, das lediglich für die meisten viel zu schnell vorbei sein dürfte. Hat man sich gerade ein wenig eingespielt und sieht eine Chance, endlich mal vorwärts zu kommen, hat irgendjemand anders bestimmt gerade das Ende des Spiels eingeläutet, und man hat zwar tolle Karten, aber leider nur auf der Hand und nicht auf dem Tisch. Versucht man sich in der nächsten Runde aber am schnellen Ausspielen, so fehlen einem danach die richtigen Anschluss-Karten, und man verliert wieder. Aber was soll's? Dann spielt man eben noch eine Runde, was bei etwa einer halben Stunde sicher kein zeitliches Problem darstellt. Und irgendwann muss es ja mal klappen, oder?




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