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Batavia
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 14.05.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Dan Glimne, Grzegorz Rejchtman, Verlag: Queen-Games, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 37,50 Euro


"Batavia" versetzt die Spieler in das 17. Jahrhundert und in die große Zeit der Ostindien-Kompanien aus England, den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Dänemark. "Batavia" war einmal der Name des heutigen Jakarta (Indonesien), wo sich die damalige Hauptniederlassung der niederländischen Ostindien-Kompanie auf der Insel Java befand, und zugleich der Name ihres Flaggschiffs.

Diesen Hintergrund haben die Autoren Dan Glimne und Grzegorz Rejchtman mit der Hilfe von Michael Menzel exzellent gestalterisch umgesetzt. Schon das Auffalten des Spielplans macht wegen der herausragenden Grafiken und des stimmungsvollen Layouts sofort Lust auf das Spiel. Die einzelnen Spielkomponenten in der robusten Box stehen da in nichts nach. Alle Spielsteine (Warenkisten, Kaufmannsfiguren, Zählsteine, Schiffssteine, Kompaniesiegel, Schiff, Würfel und Kanone) bestehen aus Holz, die Spielkarten und Handelsstationsplättchen sind prima passend bebildert. Gezahlt wird mit Gold und Wechseln.

Der Spielmechanismus selbst ist komplex, ausgereift und im Spiel verhältnismäßig schnell erlernbar, eignet sich aber nicht für eine detaillierte Darstellung in einer Rezension. Alle Regeldetails sind wichtig und werden auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Spiel Anwendung finden. Generell ist "Batavia" ein rundenbasiertes Handelsspiel, das ein bisschen Glück mit viel Taktik mischt. Die Bedienungsanleitung ist mit acht Seiten überschaubar und gut mit aussagekräftigen Beispielen bebildert. Das ist aber bei den zahlreichen kleinen Spielmechanismen auch nötig.
Das Spielziel ist das Anhäufen von Gold, das man auf fünferlei Art erreichen kann:
1. Zuerst benötigt man Schiffskarten, die man entweder von einem Stapel ziehen oder ersteigern kann. Wenn man mit der eigenen Kaufmannsfigur eine Handelsstation der fünf Ostindien-Kompanien im asiatischen Raum per Schiff bereist, kann man die dort angebotenen Waren bekommen. Diese werden in einem der sieben Kontore (eines für jede Ware: Tee, Porzellan, Ingwer, Pfeffer, Baumwolle, Seide und Muskat) platziert. Der Spieler, der in einem Kontor die meisten Waren eingelagert hat, bekommt am Spielende je nach Warenart zwischen zehn und 16 Goldstücken.
2. Schiffskarten werden zum Beispiel mit Wechseln bezahlt, von denen jeder Spieler zu Beginn 15 besitzt. Wer am Ende die meisten übrig hat, bekommt fünf Goldstücke.
3. Schiffskarten zeigen immer an, zu welcher Handelskompanie sie führen. Wer die meisten Schiffskarten zu einer Kompanie ausgespielt hat, bekommt dafür das entsprechende Kompanie-Siegel. Für jedes dieser Siegel gibt es am Ende zwei Goldstücke.
4. Betritt man eine Handelsstation, kann man das dazugehörige Stationsplättchen unter verschiedenen Bedingungen für ein bis drei Goldstück verkaufen.
5. Wer das letzte Stationsplättchen, das Zielplättchen, betreten hat und damit das Spiel beendet, bekommt vier Goldstücke.

Störende Einflüsse gibt es auch: Neben taktischen Problemen - der eigenen Kaufmann darf beispielsweise die asiatische Küste nur vorwärts von passender Station zu Station bereisen - treten auch Piraten auf den Plan, wenn zu viele Schiffs auf dem Meer kreuzen. Sie bedienen sich dann bei der am häufigsten anzutreffenden Nationalität und vernichten deren Schiffe. Es lohnt sich also nicht unbedingt, immer möglichst schnell die Nase vorn zu haben.

Fazit: "Batavia" ist etwas für Taktikfans, die ein variantenreiches und trotzdem eingängiges Spiel suchen. Die exzellente Gestaltung und Ausstattung garantieren zusätzlich, dass man auch lange Freude an der Box hat.




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