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Condottiere 3. Edition
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 14.05.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 14,90 Euro


Bei Condottiere handelt es sich um ein Kartenbrettspiel für zwei bis sechs Personen ab zwölf Jahren. Die Spieler ringen um einzelne Regionen in Italien im Zeitalter der Renaissance.

Die kleine Spielschachtel ist zwar recht schön, zunächst aber nicht sonderlich ansprechend gestaltet. Im Inneren jedoch verbirgt sich einiges an Spielmaterial und ein größeres Spiel als erwartet. Neben den 110 Spielkarten gibt es einen kleinen Spielplan, 36 Herrschaftssteine, einen Condottiere-Spielstein und einen Papst-Spielstein. Der Spielplan ist von guter Qualität und zeigt Italien unterteilt in mehrere Regionen. Die Spielkarten tragen neben einer schönen Grafik lediglich ein Symbol in der linken oberen Ecke. Sie sind unterteilt in Söldnerkarten mit den Werten 1 bis 10 und in acht verschiedene Spezialkarten mit den unterschiedlichsten Funktionen. Die Spielsteine sind alle aus Holz.
Die Spielanleitung erstreckt sich aufgrund der kompakten Maße über einige Seiten und ist mit vielen Beispielen versehen. Die Regeln sind schnell verinnerlicht, lediglich bei den Funktionen der Spezialkarten muss man anfangs öfter nachschlagen. Hier wäre ein kleiner Text auf den entsprechenden Karten hilfreich gewesen.

Der Spielplan wird in der Tischmitte ausgelegt. Jeder Spieler erhält die Herrschaftssteine einer Farbe. Die Karten werden gemischt und zehn davon an jeden verteilt. Der jüngste Spieler erhält den Condottiere-Spielstein und setzt ihn auf eine beliebige Region. Um diese wird nun als erstes gerungen.
Die Spieler spielen Reihum eine ihrer Karten aus, legen diese offen vor sich hin und bilden somit eine Reihe. Die ausliegenden Zahlen bilden den Gesamtwert der eigenen Streitkräfte. Passt ein Spieler, darf er bis zum Ende dieser Schlacht keine Karten mehr ausspielen. Ein Schlacht endet, wenn alle Spieler gepasst haben. Der Spieler mit der höchsten Gesamtstärke gewinnt und markiert die Region mit einem seiner Herrschaftssteine.
Der Condottiere-Spielstein wird in eine neue Region gesetzt, um die nun gerungen wird. Hat am Ende einer Schlacht nur noch ein Spieler Karten auf der Hand, muss er alle bis auf zwei abgeben. Die Karten werden neu gemischt und an jeden zehn plus eine pro eigene Region verteilt. Das Spiel endet, wenn ein Spieler fünf einzelne oder drei zusammenhängende Regionen erobert hat.

Zunächst hört sich das alles recht simpel an, jedoch muss man sehr aufpassen, um welche Region gerade gerungen wird und auch mal verhindern, dass ein Spieler zusammenhängende Regionen erobert und vorzeitig das Spiel gewinnt.
Besonders spannend und interessant werden die Schlachten vor allem durch die Spezialkarten. Da verdoppelt der Trommler zum Beispiel die Stärke der eigenen Söldner. Zieht Winter ein, werden alle ausliegenden Söldnerkarten - auch die der Mitspieler - auf eine Stärke von 1 reduziert. Mit Kurtisanen erwirbt man das Anrecht auf den Condottiere-Stein für die nächste Schlacht. Die Vogelscheuche erlaubt eine eigene Söldnerkarte wieder zurück auf die Hand zu nehmen. Die Möglichkeiten Einfluss auf das gesamte Spielgeschehen zu nehmen sind dadurch sehr groß und abwechslungsreich.

Bei Condottiere wird taktiert, geplant, geblufft und gezockt, was das Zeug hält. Sogar die Kommunikation kommt nicht zu kurz, da auch schon mal ein führender Spieler aufgehalten werden muss. Natürlich schlägt sich auch das Kartenglück etwas nieder. Immer wieder muss man sich auf die Schlachtenreihen der Mitspieler einstellen und auch schon mal seine eigene Planung spontan über den Haufen werfen. Ebenso ist auf die eigene Anzahl der Handkarten sowie auf die der Mitspieler zu achten. Das alles macht Condottiere äußerst spannend und anwechslungsreich.

Das Spiel lässt sich in jeder Besetzung gut spielen. Nur zu zweit ist es nicht besonders spannend.

Fazit:
Condottiere ist ein preiswertes, spannendes Kartenbrettspiel, das ab drei Personen sehr unterhaltsam ist und sich für jede Spielrunde eignet, sofern das unfriedliche Thema nicht abschreckt. Die äußerst kompakte Schachtel ist vorbildlich. Somit kann das Spiel platzsparend verstaut und überall hin mitgenommen werden.




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