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Crazy Diamond & Karatino
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 04.04.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Bas Kesting, Verlag: Californian Products Vertriebsgesellschaft mbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 29,95 Euro


Bei dem ersten Spiel Crazy Diamond werden auf einer spannenden Reise die im brasilianischen Regenwald gefundenen Diamanten mit Flugzeugen, Jeeps und Schnellbooten nach Morada Nova de Minas transportiert. Bei Karatino müssen 20 Rohdiamanten bearbeitet und zum richtigen Zeitpunkt verkauft werden.

In der Schachtel, die wie eine edle Schmuckverpackung aussieht, befinden sich 22 Karten, 2 Spezialwürfel, 75 Blockadesteine, 120 Diamanten, eine Schale und der Spielplan, der aus sieben Teilen besteht, die puzzleartig zusammengesetzt werden können und beidseitig bedruckt sind. Die Diamanten sind aus Kunststoff, teilweise unterschiedlich geformt und sehen sehr edel aus. Diese finden alle Platz in der Schale aus feinem Edelstahl. Die schwarzen Blockadesteine, ebenfalls aus Kunststoff, wirken dagegen etwas schlicht. Die Spielanleitung ist übersichtlich aufgebaut und mit Beispielen versehen.

Der Spielplan besteht immer aus einem Mittelteil an dem je nach Spielerzahl ein Teil sternförmig angesteckt wird. Jeder der zwei bis sechs Spieler spielt dann hauptsächlich auf seinem Spielplanstück.
Bei Crazy Diamond stellen diese immer die selbe Region eines Regenwaldes dar. Darauf befinden sich verschiedene Städte, die durch Wege, Straßen und Flüsse verbunden sind. Der erste Spieler würfelt den Spezialwürfel. Das Ergebnis ist nun von allen Spielern gleichzeitig auszuführen. Bei einer 1, 2, 3 oder 4 darf ein Diamant - beginnend von der Spielplanmitte - entsprechend weit entlang der Wegstrecke gerückt werden. Zunächst sind das nur die einfachen Wege. Später, wenn man einen Führerschein erworben hat, dürfen auch die schnelleren Autobahnen benutzt werden. Zeigt der Würfel einen Anker, kann ein Diamant entlang der Flüsse ein oder zwei Häfen weiter bewegt werden. Bei einem Flugzeug wird ein Diamant beliebig von einem Flughafen zu einem anderen geflogen. Immer ist darauf zu achten, dass auf einem Feld nur ein Diamant liegen und kein Diamant übersprungen werden darf. Landet ein Diamant im Ort Morada Nova de Minas, dann kommt er in den Besitz des Spielers.
Immer am Anfang seines Zuges darf der aktive Spieler einen Führerschein kaufen oder den Commandante eines Ortes bestechen. Dies kostet eine bestimmte Anzahl von Diamanten. Bei den anderen Spielern wird auf diesen Ort nun ein Blockadestein gestellt und darf nicht mehr benutzt und auch nicht übersprungen werden. Später können die Mitspieler sich jedoch den Zugang von dem entsprechenden Spieler zurückkaufen.
Haben alle ihren Zug ausgeführt ist der nächste Spieler an der Reihe mit würfeln. So geht es reihum weiter, bis ein Spieler den Wert von 25 Diamanten besitzt.

Auf der anderen Seite des Spielplans befindet sich das Spiel Karatino. Auch hier werden die Teile entsprechend der Spielerzahl zusammengesteckt. Jedes Spielplanteil zeigt zwei Lagerplätze, drei Anfuhrkanäle für ein, zwei oder drei Diamanten und einen Retourkanal. Jeder Spieler erhält 20 Diamanten, die er so schnell wie möglich los werden (verkaufen) muss. Der Erste würfelt wieder einen Spezialwürfel (diesmal den anderen). Das Ergebnis ist auch hier von allen gleichzeitig zu befolgen. Bei einer 2, 3, 4 oder 5 können Diamanten nach bestimmten Regeln über die Anfuhrkanäle nach oben Richtung erstem Lagerplatz verschoben werden. Bei einem "M" verkauft der Spieler mit den meisten Diamanten im zweiten Lagerplatz alle davon. Alle anderen dürfen nur einen aus dem zweiten Lagerplatz verkaufen. Gleichzeitig werden die Diamanten vom ersten in den zweiten Lagerplatz verschoben. Immer wenn die Kapazität eines Lagerplatzes überschritten wird, müssen alle dortigen Diamanten zurück an den Anfang.
Fällt bei dem Würfelwurf das Diamantensymbol, darf der aktive Spieler einen Diamanten aus einem der Lager oder aus einem Startfeld, egal ob von sich oder den Mitspielern, beliebig versetzen.
Gewonnen hat, wer als erster alle seine Diamanten verkaufen konnte.

Trotz, dass immer alle Spieler gleichzeitig agieren, lassen die beiden Spiele wenig Interaktion zwischen den Spielern zu. Jeder spielt auf seinem Spielplanteil und versucht das Würfelergebnis für sich entsprechend umzusetzen.
Bei Crazy Diamond kann durch die Bestechung der Commandante etwas Einfluss auf die anderen Spieler genommen werden. Wobei sich dieser allerdings wieder schnell verflüchtigt, da man sich entweder freikauft oder eine andere Standardroute benutzt. Was am Anfang noch recht spannend ist, wird zum Ende hin zu einem stumpfen abhandeln der Würfelergebnisse. Hier mangelt es ein wenig an Abwechslung.
Etwas interessanter ist das zweite Spiel Karatino, da man zum einen seine Züge ein wenig planen kann und man zum anderen mit den begrenzten Lagerkapazitäten zocken muss. Jedoch will auch hier der Funke nicht so richtig überspringen.

Fazit: Eine schöne Aufmachung und tolles Material machen Crazy Diamond & Karatino aus. Der nach Spielerzahl zusammengesetzte Spielplan und das gleichzeitige handeln sind interessante und innovative Elemente, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hauptsächlich um zwei Würfelspiele mit recht wenig Interaktion handelt.




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