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Das Gold des Pharao
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 30.03.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Californian Products Vertriebsgesellschaft mbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 24,95 Euro


Knapp 25 Euro sind eigentlich ein normaler Preis für ein besser ausgestattetes Gesellschaftsspiel, aber was Identity Games, bzw. die deutsche Vertriebsgesellschaft Californian Products dafür an Leistung bringt, ist überdurchschnittlich. Das Gold des Pharao präsentiert sich in einer großen Metallbox, das Zentralbild des Deckels und der Schriftzug "Pharao" sind sogar erhaben eingestanzt.
Im Inneren geht es so weiter. Die acht Spielfiguren aus Kunststoff (vier Archäologen à la Indiana Jones und vier Gehilfen) sind mit 6,5 cm bzw. 5,5 Zentimeter sehr groß. Alle anderen Spielgegenstände sind entweder ebenfalls aus Kunststoff (eine Kamera, ein Pharaonenkopf und Laternen) oder aus stabiler Pappe mit schmutzabweisenden Riffeloberflächen. Die wertigen Spielbestandteile passen zudem alle zur leicht mystisch angehauchten Spielatmosphäre.
Besonders gefallen hat mir der perfekt durchdachte Spielboxeinsatz, in dem alle Spielbestandteile absolut maßgenau verstaut werden können. Das schaffen leider längst nicht alle Firmen.

Und nun zum Spiel selbst: Die Spieler leiten eine Expedition und lenken dabei je einen Archäologen und seinen Gehilfen, die Nachts in einer Pyramide versuchen, Kunstschätze aus den fünf geheimen Grabkammern zu bergen. Das Spielbrett besteht aus 36 Pyramidenkarten, die gemischt verdeckt ausgelegt und dann nach und nach beim Betreten aufgedeckt werden. Jeder Archäologe (kann ein Pyramidenfeld betreten oder ein neues durch Umdrehen erkunden) sucht sich zusammen mit einem Gehilfen (kann Pyramidenfelder betreten, eine Mauer der Pyramide drehen, um einen neuen Weg freizulegen, eine Lampe in einem Gang aufstellen oder wegnehmen) seinen Weg durch das Labyrinth. Entdeckt er eine Grabkammer, muss er schnell handeln. Er macht ein Foto und versucht dann die Kunstgegenstände sicher aus der Pyramide zu bringen. (Jedes Foto bringt einen Punkt, die Schätze zwei bis drei Punkte, die Totenmaske des Pharaos fünf Punkte.) Aber die Kontrahenten lassen nichts unversucht, um dies zu verhindern. Sie verschließen Gänge, stehlen Schätze. In den Grabkammern können zudem Mumien erwachen, die dann alle Spielfiguren aus der Pyramide verscheuchen, die sich zwischen der Grabkammer und dem Ausgang des Bauwerks aufhalten. Vielleicht erwecken sie auch den alten Fluch der Pharaonen, der alle Lampen auf dem kürzesten Weg zum Pyramidenausgang verlöschen lässt (ohne Licht bewegen sich die Expeditionsteilnehmer deutlich langsamer). Findet gar jemand die Totenmaske des Pharaos, wird damit der Selbstzerstörungsmechanismus der Pyramide ausgelöst. Alle Archäologen und Gehilfen müssen schnellstmöglich den Ausgang erreichen, um dem Tod zu entgehen, denn die Zerstörung greift schnell kreisförmig um die Grabkammer, in der die Totenmaske entdeckt wurde, um sich.
Am Ende gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte gesammelt hat. Bei Gleichstand wird noch hinzugezogen, ob die Expeditionsteams dezimiert wurden oder noch komplett sind. Das wäre der Spielablauf in kurzer Form.

Gefallen hat mir dabei vor allem, dass alle Spielregeln an eine Pyramidenexpedition angepasst sind. Man zieht z.B. nicht eben mal ein Feld weiter, sondern "entdeckt einen neuen Teil des Labyrinths". Das schafft Stimmung, die durch das Design zusätzlich gestützt wird. Der gedankliche Hintergrund zu allen Handlungen ist die Expedition Howard Carters von 1922 (Entdeckung des Grabs Tutanchamuns und der damals durch die Boulevardpresse geisternde Fluch der Pharaonen; viele Carterhelfer starben bekanntlich überraschend und schnell nach der Entdeckung der Grabkammer).

Fazit: Das Gold des Pharaos ist ein sehr gut gestaltetes, wertiges und dafür günstiges Spiel. Der sich im Spiel - und von Spiel zu Spiel - ständig wandelnde Pyramidenaufbau und garantiert einen hohen Wiederspielwert. Design, Hintergrundgeschichte und Spielmechanismus sind für den Spielspaß Garant. Eine klare Empfehlung!




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