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Envoyer 03/2008
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 29.06.2008, Serie: Zeitschriften, Autor(en): André Wiesler (Hrsg.), Verlag: FZ Werbung / Redaktion Envoyer, Seiten: 50, Erschienen: 2008, Preis: 1,80 Euro

Die 136. Ausgabe des Envoyers fühlt sich etwas dünner an als der durchschnittliche Envoyer und tatsächlich besteht er diesmal nur aus 50 Seiten. Auf dem Cover finden sich eine Illustration, die zum Gnorkl-Abenteuer im Inneren des Heftes gehört und Hinweise zum Inhalt. Erdora, Kreaturen und eine Kurzgeschichte werden erwähnt.

Die Begrüßung erklärt schließlich die Dünne des Envoyers. Andre Wieseler befürchtete schon, dass einige Seiten leer bleiben würden, aber durch rege Teilnahme wurden die Seiten schließlich doch noch gefüllt. Dennoch rät er dazu, doch mal wieder ein paar alte Envoyer-Ausgaben zu durchstöbern.

Das Inhaltsverzeichnis zeigt an, dass die 136. Ausgaben doch nicht so leer ist wie befürchtet. Es werden Neuigkeiten geboten, eine Rezension, ein Rollenspielverlag erzählt von seinen Erfahrungen und es gibt ein Abenteuer. The Making of Erdora-Kapitel 1 wird ebenso angeboten wie auch die nicht fehlen dürfenden Serien, Kreaturen (Folge 4) und Die Weltretter. Zum Abschluss kommen noch eine Kurzgeschichte und die Antwort auf die Frage, wie viel Kampf ist im LARP normal?

Endlich kann es weitergehen, das Inhaltsverzeichnis hat es versprochen und die Neuigkeiten bieten einen Einblick in die neu erschienen Produkte. Ulisses, Black Industries, White Wolf und die LodLand-Crew haben neues im Angebot.

Im Anschluss an die Neuigkeiten kann Thomas Loslebens Rezension zu Runenklingen – Wolfswinter gelesen werden. Die Rezension ist gut geschrieben und vor allen Dingen informativ.

Die Erfahrungen eines jungen Rollenspielverlages, in diesem Fall Prometheus Games, werden von Christian Löwenthal offen gelegt. Nach einer kurzen Rückschau auf die letzten Jahre und dem Erscheinen neuer Verlage auf der deutschen Rollenspielverlagsbühne geht er dazu über einen Blick auf die Gründe einer Verlagsgründung zu werfen. Neben dem Idealismus und künstlerischem Erfüllungsdrang waren es auch berufliche Gründe. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hoffnungen noch da, alles ohne viel Stress bewerkstelligen zu können. Alles beginnt dann mit dem Umsetzen einer Idee. Zur Entwicklung werden Rollenspieltheorie, Designwissen und einige Probespielrunden benötigt, dass alle Fehler ausgemerzt werden können.
Ist die Entwicklung des Spiels abgeschlossen, müssen die rechtlichen Aspekte abgeklärt werden: Gewerbe anmelden, Behördengänge tätigen und schließlich muss auch noch jede Menge Geld bezahlt werden. Dieser Part wird aber im zweiten Teil noch näher beleuchtet.
Der Artikel ist sehr informativ und zukünftige Verlage können von den Erfahrungen sicherlich profitieren.

Der vierte Teil der Monster, Kreaturen und Anderes-Reihe bietet zwei neue Rassen und eine Monsterart.
Es gibt Glutzwerge, die in der nähe von Vulkanen wohnen, immun gegen Gase sind, mit einen logischen und disziplinierten Geist gesegnet sind und eigentlich keine Zwerge in dem Sinne sind.
Es folgen die linatanischen Göttersteine. Das sind Steine, die eine äußerst charismatische Illusionskopie des Finders erschaffen und nach kurzer Zeit durch Manipulation für Chaos und Kriege sorgen.
Die zweite Rasse sind die Grünlinge. Das sind schamanistische Jäger und Geschichtenerzähler, die in einer emanzipierten und aufgrund ihrer Gene sexuell offenen Kultur leben.

Das Abenteuer, Das Ei der Welten von David Grade macht mit 18 Seiten den Großteil des Envoyers aus. Gespielt werden kann es nach Anpassung in jeder Fantasywelt, angedacht ist es aber für die Welt von Gnorkl, über die im Abenteuer einiges zu erfahren ist.
Noch vor dem Abenteuer gibt der Autor die Warnung heraus, dass veraltete Spielleitermethoden verwendet, nicht alles ausformuliert und wenig auf political correctness geachtet wurde. Für den einen oder anderen endet das Abenteuer sicher schon, bevor er es gelesen hat.
Im Anschluss an die Warnung kommt die Übersicht für den Spielleiter, die sich in drei Teilen mit den Themen, Plot, Helden und Zeitraum befasst.
Das Abenteuer selbst ist dann in vier Szenarien eingeteilt. Im Vorspiel werden verschiedene Legenden, deren Auswirkungen und Folgen vorgestellt. Der Auftraggeber selbst ist nicht festgelegt, aber es sind zwei Vorschläge vorhanden. Haben die Helden den Auftrag angenommen, müssen sie Informationen beschaffen und wichtige Personen suchen, radioaktive Yetis überwinden, um am Ende erfolgreich das Unheil abwenden zu können. Jenes kann auf dem Cover bewundert werden.
Das Abenteuer ist nicht so schlimm, wie der Autor es selbst erachtet. Eine Warnung ist im Allgemeinen unangebracht und zeigt nur Unsicherheit bzw. Abwehrverhalten. Neben den radioaktiven Yetis ist das Abenteuer nicht sehr abgedreht und das fehlende letzte Wort ergibt sich zum Glück aus dem Kontext. Für Anfangsgruppen und Gruppen, die auf Abenteuer mit leicht abstrusem Hintergrund stehen, ist es genau das richtige.

Die Weltretter dürfen natürlich nicht fehlen und einige haben viel Spaß in der Waffenkammer.

Der Bericht über den Film Erdora-Kapitel 1, der von Laien produziert wurde, beschreibt den Weg von der Idee über die Umsetzung bis zum fertigen Produkt und dem aktuellen Stand. LARPer und Computer seien hier als wichtige Faktoren genannt. Die Idee klingt interessant und vielleicht bleibt Erdora nicht der einzige Fantasyfilm aus Laienhänden in Deutschland, wenn mehr Leute den Artikel lesen.

Die Kurzgeschichte Die letzte Schlacht von Christoph Hardebusch mit einem gelungenen Bild von Malte J. Zirbel bietet eine IKEAesque Schlachtenbeschreibung, zu der ich nicht mehr verraten möchte.

Zum Thema LARP wird die Frage beantwortet, wie viel Kampf auf einem Con sein sollte. So richtig gelingt dies jedoch nicht. Es kommt immer auf die Bedürfnisse und Wünsche des Einzelnen an und zum Glück sagen die meisten Veranstalter schon im Voraus, was für eine Art Con sie veranstalten.

Fazit: Trotz der Dünne des 136. Envoyers gibt es genug interessanten Inhalt. Gerade die Erfahrungen des Rollenspielverlages und die Hintergründe zu Erdora sind gelungen und lassen auf mehr hoffen. Die anderen Inhalte sind nicht außergewöhnlich, weder im positiven noch im negativen Sinn.




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