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Abseits der Wege - Kapitel 03: Wehrlos
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 02.04.2008, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2008, Preis: 6,99 Euro


Vieles ist passiert seit den Anfängen von Abseits der Wege. Gaston Glück ist nicht mehr der Sohn eines Wirts, der gelegentlich selbst sein bester Kunde ist, er ist der Sohn eines Nebelchronisten, jener vom König und den Purpurnen Prüfern scharf verfolgter Geheimorganisation. Aber auch die mysteriöse Zauberei des Welkenwerks hat etwas gegen die Nebelchronisten, so scheint es. Vielleicht ist es aber auch nur die Nähe zur Grenze, die bewirkt, dass Welkenwerk durch die Straßen von Tiefenhag fegt. Kaum ist Gaston wieder zurück von seinem Gang, um etwas frisches Wasser für seinen Vater zu holen, merkt er, dass sein Vater bezaubert wird und in einem tödlichen Würgegriff gefangen ist. Nur durch Glück und Zufall kann er ihn retten.

Der in Kapitel 2 erblindete Tebald entscheidet sich, seinen Sohn loszuschicken, um eine Botschaft nach Hügeldorn zur Schmiedin an seiner statt zu bringen. So reisen die drei Freunde Gaston, Dunring und Halmir los, jedoch ist von der unbeschwerten Stimmung früherer Unternehmungen wenig geblieben, auch wenn Halmir Windmehlzapfen für seine Mutter mitbringen soll. Doch statt dass sie eine Schmiede finden, kommt gerade eine Delegation der Purpurnen Prüfer ins Dorf, welche ein Zelt mitgebracht haben, in welches die Dörfler inklusive der drei gebracht werden, um einer Art Vortrag wider dem Welkenwerk zu lauschen.

Da die Schmiede unauffindbar bleibt, kommt Halmir auf die Idee, die riesigen Dorne, die in die Landschaft ragen, zu untersuchen. Und tatsächlich: Die drei entdecken einen Erwärmten – und plötzlich ist Gaston verschwunden. Er findet sich in der Schmiede wieder und bekommt dort einen Emaelion, um die Botschaft weiterzuleiten. Kaum jedoch wieder an der Oberfläche, stehen sie den Purpurnen Prüfern gegenüber, die sie sogleich betäuben und gefangennehmen.

Gaston erwachen in den tiefen Kellern der Prüfer mit nur wenig Aussicht auf ein Entkommen...

Der Plot führt weiter nach und nach in die geheimnisvolle Welt von "Abseits der Wege" ein. Auf der einen Seite der König, von dem man fast nichts weiß, sein Hauptmann und zugleich die Purpurnen Prüfer, eine Art Inquisition, angeblich vom König legitimiert, trotzdem verachtet auch der Hauptmann sie. Spätestens nach dieser Folge wird die Kluft zwischen diesen drei Kreisen immer größer. Dann sind da die Nebelchronisten, das Welkenwerk, die Fayen und die Unlichen. Erst nach und nach, Folge für Folge, lichten sich Geheimnisse und Zusammenhänge und klärt sich das Rätsel um dieses Land, wo ewiglich der Herbst herrscht.

Die märchenhaften Elemente der ersten Folge sind etwas in den Hintergrund gedrängt, trotzdem ist es weniger eine High-Fantasy-Welt, sondern eine märchenhaft-verspielte, phantastische, aber auch erwachsene Welt, die die Stimmung des Hörspiels prägt.

Die Stimmen sind ähnlich gut gewählt und ausgesucht, wie man es von den anderen Volker Sassenberg-Produktionen Gabriel Burns oder Point Whitmark kennt. Die Hauptperson Gaston Glück wird beispielsweise von Timmo Niesner gesprochen, der dem Hörer als Frodo bekannt ist und lässt so schon mal die richtige Fantasystimmung aufkommen. Auch bei den Soundeffekten und Musiken schöpft man aus dem Vollen, zumal diese immer präsent sind.

Die Ausstattung von "Abseits der Wege" wollte ja neue Maßstäbe setzen, dazu setzt man auf die neuartigen Jewel-Caeses mit abgerundeten Ecken und goldgeprägten Covern. Die Motive sind bisher gut gewählt, diesmal ein langer Säulengang mit Thron am Ende, durch den seitlich Licht einfällt: der Königssaal!? Das Booklet ist allerdings auch nur vierseitig, manche Sprecher fehlen und es enthält keine Zusatzinformationen, wie zum Beispiel die Serie Drizzt bei Lausch. Wenn man hier tatsächlich Maßstäbe setzen will, sollte man inhaltlich beim Booklet noch mit Aufmachung und Coverartwork gleichziehen.

Fazit: Eine insgesamt sehr gelungene phantastische Serie im Hörspielsektor, wo es in diesem Genre viel zu wenig gibt. Eigenständig, intensiv, erzählerisch dicht, kurzum empfehlenswert!




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