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Cthulhu Now: Todesangst
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 06.03.2008, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Frank Heller, Richard Watts, Jens-Christian Seele, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 100, Erschienen: 2008, Preis: 16,95 Euro


Todesangst ist ein Softcover-Buch von der Cthuloide Welten Bibliothek und die zweite Abenteuer-Sammlung für Cthulhu Now. Das Cover ist äußerst ansprechend und zeigt neben einem Totenschädel auch markante Berliner Sehenswürdigkeiten, die sich auf das erste Abenteuer beziehen.

Im Buch finden sich auf 100 Seiten zwei Abenteuer mit verschiedensten Handouts, die durch den Begriff Todesangst sehr gut zu beschrieben sind und dennoch zwei unterschiedliche Cthulhu-Spielgruppen ansprechen. Die bildliche Untermalung der beiden Abenteuer ist gut.

Das erste Abenteuer, Die Geschichte der Kati S., ist ein Einstiegsabenteuer für Cthulhu Now. Die Geschichte selbst basiert auf dem Werk Love’s Lonely Children von Richard Watts und wurde von Frank Heller ins Deutsche umgesetzt. Die Charaktere schlüpfen in die Rolle von Berliner Polizisten. Diese Polizisten versuchen den Mord an einer Prostituierten aufzuklären und stoßen dabei auf verschiedenste menschliche Abgründe. Leider ist das Abenteuer zu deutlich auf die vorgefertigten Charaktere zugeschrieben und eine Anpassung an die eigentlichen Charaktere der Gruppe schwierig. Das besondere an diesem Abenteuer ist aber nicht nur in der Thematik zu finden, bei der der Spielleiter sich durchaus zweimal überlegen sollte, ob es sich für seine Gruppe eignet, insbesondere bei sensiblen Spielern. Zusammen mit Erdenstern wurde Musik produziert und dazu noch eine Homepage ins Leben gerufen, um einer bestimmten Szene mehr Leben einzuhauchen. Zu finden ist das Ergebnis auf www.grenzfall-berlin.de. Zusätzlich dazu gibt es ein Handout und eine Blaupause. Aufgrund der Einfachheit des Abenteuers eignet es sich besonders für Cthulhu-Einsteiger, sowohl auf Spielleiter- als auch auf Spielerseite.

Das zweite Abenteuer, Kinderstimmen, von Jens-Christian Seele ist für erfahrene Gruppen geschrieben worden. Es kann, muss aber nicht, in bestehende Kampagnen eingebunden werden und wurde aus diesem Grund ortsunspezifisch, allerdings für Deutschland, geschrieben. Die Handlung spielt in einer spießigen Vorortsiedlung und die Charaktere sollten durchaus eine detektivische Ader haben. Einstieg in das Abenteuer ist der Selbstmord eines kleinen Mädchens und die Bitte des Vaters um Aufklärung. Die Aufklärung selbst findet aber eher an Tatorten und nicht in Bibliotheken statt und setzt auf Spürnasen und Tüftler als Spieler, die auch mal hinter den Vorhang schauen wollen. Kinderstimmen bietet eine gute Anzahl an Schauplätzen und Erlebnissen, die dem Abenteuer Tiefe verleihen und den Unterhaltungswert deutlich steigern. Die Wendungen des gesamten Abenteuers führen schließlich zu einem Ende mit Schrecken aber, sofern die Gruppe erfolgreich ist, nicht zu einem Schrecken ohne Ende. Problematisch könnte es sein, wenn die Spieler einen Hinweis übersehen und ihnen dadurch ein Gegenstand verwehrt bleibt, der über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Ein Spielleiter, der seine Gruppe und deren Schwächen gut einschätzen kann, sollte den Hinweis vielleicht etwas deutlicher hervorheben. Wie schon im ersten Abenteuer des Buches, wird auch hier ein neues Medium genutzt. Eine MP3-Datei ist als Hinweis vorhanden und kann vom Spielleiter auf der Webseite des Cthuloide Welten-Magazins heruntergeladen werden. Kinderstimmen ist das deutlich längere der beiden Abenteuer, knapp zwei Drittel des Buches, mit deutlich mehr Handouts und den Karten zweier Gebäude und einem Plan der Siedlung.

Fazit: Todesangst und seine beiden Abenteuer sind überzeugend und qualitativ hochwertig. Sie bieten neben dem Einstieg in eine wirklich düstere Welt im Heute mit Die Geschichte der Kati S., auch ein cthuloides zweites Abenteuer, Kinderstimmen, in dem erfahrene Spieler sich als Detektive gegen das Böse hinter der Fassade auszeichnen können. Die technischen Hilfsmittel peppen die Abenteuer auf und lassen hoffen, dass dies nun öfter vorkommt.




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