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Angriff der Flukes – Crystal Yorkshire Alpha
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 24.01.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): André Linke, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 328, Erschienen: 2006, Preis: 11,50 €


Crystal Yorkshire Alpha ist der erste von fünf Teilen einer Science-Fiction Serie der Jungautorin André Line, Baujahr 1984 und auch unter dem bürgerlichen Namen Carina Kolbowski bekannt. Schon optisch kommt der Roman des Machtwort-Verlages klar im jugendlichen Stil rüber: Der Schriftsatz ist etwas größer als gewohnt gehalten, innen tauchen immer wieder Mangaköpfe auf und auch das Cover ziert ein Teenager. Kontrovers fällt auf, dass dieser in der rechten Hand lässig eine Zigarette baumeln lässt, für einen Jugendroman sicherlich unangebracht, aber eine Tüte Chips ist da wohl auch nicht besser. Besser wären da vielleicht Fanartikel von Nevada Tan, wer oder was immer das ist, denn diese wurden beim großen bekannten Buchversand mit dem "A" gleich kistenweise mit dem Buch im Verbund gekauft. Besser wäre sicherlich auch ein Buch gewesen, ein gutes Buch. Dieses Buch vielleicht? Ist dieses Buch ein gutes Buch? Wir werden sehen. Also rein in die Handlung!
Dennis ist Taxiflieger und mit seinem Job eigentlich zufrieden, obwohl er in seinem Unternehmen zwischen Reptilien so ziemlich der einzige Mensch ist, vom Chef nicht wirklich gemocht wird und dabei auch noch unterbezahlt mehr schlecht als recht durchs Leben tingelt. Der Tag, an dem ein anderes Gefährt mit zwei kessen Mädels seine Taxe rammt und damit gleich verschrottet soll für ihn der Anfang eines ganz neuen Lebensabschnitts werden, denn wie sich schnell herausstellt sind die beiden Damen vom Geheimdienst und ehe Dennis sich versieht ist er schon drin in dem System, das aber dann doch ein wenig anders daherkommt, als es der Leser erahnt. Doch dies ist nur der Anfang, denn Dennis schlittert durch alle Hürden und Geschwindigkeitsboller, die das Leben nur so hergibt. So steht er gefühlstechnisch zwischen zwei Mädchen, verliert und findet Freunde wie Feinde und wenn mal grad nichts los ist, ist das All in allen nur erdenklichen Formen und Abarten einfach nur still.
Der Stil, mit dem André Linke den Leser durch die Geschichte führt ist, sagen wir mal, interessant. Der Erzähler in der dritten Person begibt sich gern mal in die erste, plaudert ungeniert mit dem Leser und gaukelt Szenen vor, die es dann doch eigentlich gar nicht gab. Deutlich fällt zudem auf, dass Douglas Adams hier anscheinend einen ordentlichen Einfluss auf die Autorin hatte, denn so manchen Witz kennt man doch woanders her, versteht ihn aber auch wohl nur dann, wenn mal selbst mal per Anhalter durch die Galaxis unterwegs war. Dennis’ Lebensweg weist deutliche Parallelen mit denen eines typischen Teenagers auf, der gerade dabei ist in einen neuen Lebenszyklus einzutreten. Dies ist für den Leser jenseits der 20 Lenze eher verwirrend denn spannend, vor allem wenn es um die Liebesprobleme des Protagonisten geht. Aber für einen Teenager ist dieses Buch sicherlich ein guter Einstieg in die humorvoll angehauchte Science-Fiction-Welt. Umso mehr, wenn er sich selbst in Dennis oder in einer seiner weiblichen Couterparts, welche ebenso selbst noch Teenager oder junge Twens sind, wieder erkennt.

Fazit: Für all jene, die bereits die Tiefen der Science Fiction eines H.G. Wells oder Jules Verne erkunden, stellt dieser Roman sicherlich kein Neuland dar. Im Gegenteil, er wird sie nicht besonders beeindrucken sondern vielleicht nur schmunzelnd an die eigene Jugend denken lassen, denn eine Identifikation mit dem Protagonisten, die so wichtig für gute Stimmung ist, findet nicht statt. Für Jugendliche bis maximal in die frühen 20er kann ich den Roman allerdings mit gutem Gewissen empfehlen, denn er bringt alles, was für diese Zielgruppe wichtig ist mit sich: Spannung, Action, Liebe - nur leider keine Schokolade.




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