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Vergessene Reiche: Sembia III: Der Schwarze Wolf
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 06.02.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Dave Gross, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 383, Erschienen: 2007, Preis: 11,95 Euro


"Der Schwarze Wolf" ist der dritte Teil des Sembia-Sextetts von Dave Gross. In dieser Reihe steht immer ein neues Mitglied der Familie Uskevren im Mittelpunkt, diesmal ist es der zweite Sohn des Hauses: Talbot Uskevren alias der Schwarze Wolf. Bei einem Jagdunfall wurde er von einem Werwolf verletzt und trägt nun selbst den Fluch in sich. Seine Familie ahnt davon jedoch nichts. So gut es geht, hat er sich in das Stadthaus des Clans zurückgezogen und mit vertrauten Leuten umgeben. Auf der Sturmfeste, dem Familiensitz der Uskevren am anderen Ende der Stadt, läßt er sich nur selten blicken und seitdem sein Vater ihm den Umgang mit einer vertrauten Dienerin verboten hat – vermutlich seiner Geliebten – hat er auch einen guten Grund dem Rest der Familie die kalte Schulter zu zeigen. Tal nutzt die Zeit und engagiert sich am Schauspielhaus von Madame Flott, die genauso wie seine engsten Freunde und einige wenige Diener bescheid wissen. Um andere nicht zu gefährden, sperrt er sich in Vollmondphasen in den Keller des Theaters, wo ein großer Käfig als Requisit steht.

Er hat Hilfe gesucht bei seinem Problem, und so sind die beiden Selûne-Klerikerinnen Maleva und Feena bei ihm vorstellig. Doch ihre Hilfe ist nur um den Preis eines Beitritts zu ihrem Glauben zu bekommen, ein Schritt, den Tal keinesfalls gehen möchte. Und das, obwohl er weiß, dass derjenige, der ihn infizierte, ein Werwolf und Malar-Kleriker names Rusk, sich für ihn interessiert. Die erste Begegnung der beiden kostete Rusk jedoch einst den Arm. Nun ist Rusk erneut in Sembia und hat Verbündete gefunden. Das Haus Malveen hat noch eine Rechnung mit den Uskevrens offen. Insbesondere sind es der skrupellose Fechtmeister Radu und sein vampirischer Bruder Stannis, die eine Art Gladiatorenarena im Keller ihres alten Lagerhauses haben. Elfen oder Trolle sind dort gefangen und müssen auf Leben und Tod gegen Radu antreten, der ihnen üblicherweise keine Chance läßt.

Diese Geschichte wird durch die Augen des Handlangers Darrow erzählt, der erst von Rusk als Fallenauslöser mit hineingezogen wurde und weil er dann zuviel gesehen hatte noch Glück hatte, von Stannis als Leibdiener behalten zu werden. Später darf er Radu bei einem Ausflug zu Rusks Werrudel begleiten.

Dave Gross köchelt seinen Plot auf kleiner Flamme und beschreibt erstmal das mehr oder minder tragische Leben von Tal als Werwolf und sein Umfeld, ebenso lässt er durch das bittere Schicksal Darrows die Gegenseite lebendig werden. Am Ende geht es dann – D&D-typisch - ordentlich zur Sache, sprich beide Seiten knallen aufeinander und schenken sich nichts. Es gelingt Gross aber durchaus, ein paar Schauplätze lebendig werden zu lassen; so das Schauspielhaus Flott, die Schwierigkeiten in der Familie Uskevren, das Leben in einem Werrudel. Erstaunlich ist der ein oder andere Handlungsstrang, bei dem man sich denkt: So hätte dies doch nach Band II gar nicht stattfinden können. Und tatsächlich, der dritte Band spielt zumindest zum Teil zwischen Band I und II, was für den Leser aber das Einordnen der Ereignisse etwas schwierig macht, wenn es mehr als nur ein Familienmitglied betrifft.

Diesmal ist nahezu kein Rechtschreibfehler zu finden, dafür gibt es aber die Umschlagsgestaltung zu kritisieren. Mit dem dritten Band hält man plötzlich ein matten Umschlag in der Hand, statt eines Hochglanzcovers. Zwar wirkt auch das gut – inklusive des Titelbilds von Raymond Swanland, das einen fetzigen Kampf gegen einen Werwolf zeigt – aber ein Wechsel in einer Serie ist mehr als unglücklich, zumal es bei der "Rückkehr der Magier"-Trilogie schon einmal vorkam. Die Karte zeigt als kleines Gimmick das Haus Malveen inklusive der Grube, wo die Kämpfe stattfinden.

Fazit: Die Stärke von David Gross liegt beim Beschreiben des Umfeld und der Details. Mit dem Plot läßt sich er sich etwas Zeit, ihm gelingt aber ein insgesamt ganz unterhaltsamer Roman. Gerade für Spielleiter fallen auch einige Details von Sembia ab.




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