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Handelsfürsten: Herren der Meere
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 02.04.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 12,95 Euro


"Handelsfürsten – Herren der Meere" ist ein taktisches Kartenspiel, bei dem 2-4 Personen in die Rolle berühmter Kaufmannsfamilien wie die Fugger schlüpfen. Die Spieler versuchen hierbei durch das Verschiffen verschiedener Waren möglichst schnell ein Vermögen anzuhäufen.

Die Verpackung stimmt durch altertümlich anmutende Zeichnungen auf das Spiel ein und gibt einen guten ersten Eindruck vom Zeichenstil der eigentlichen Spielkarten. Hierbei gibt es Warenkarten, Schiffe und Sonderkarten, die allesamt stimmungsvoll illustriert sind. Waren werden zudem durch farbige Holzwürfel symbolisiert, wodurch sich insgesamt eine sehr ansprechende Optik ergibt. Einziger Wermutstropfen: die "Münzen" zum Festhalten des eigenen Vermögens sind leider nur einseitig bedruckt. Die einfachen und überschaubaren Spielregeln werden in der gerade mal zwei Seiten umfassenden Anleitung gut verständlich dargestellt und sind Neulingen binnen weniger Minuten einfach zu erläutern.

Zu Spielbeginn verfügt jede Kaufmannsfamilie über zwei Schiffe, die jeweils mit einer von sechs verfügbaren Waren beladen sind. Zudem hat jeder Spieler drei Warenkarten auf der Hand. Sechs offen ausliegende Warenkarten stellen die aktuelle Nachfrage am Markt dar. Ziel des Spiels ist es, die meisten Goldmünzen zu besitzen, wenn der Nachziehstapel mit den Warenkarten aufgebraucht ist.

Ein Spielzug besteht grundsätzlich aus zwei Phasen. Im ersten Abschnitt kann man eine Ware auf einem eigenen Schiff austauschen oder eine Sonderkarte erwerben. In der zweiten Phase muss man sich entscheiden, ob man zwei neue Warenkarten zieht oder eine Warenkarte ausspielt und hiermit eine Wertung auslöst. Spielt man eine Warenkarte von der Hand, überdeckt man damit eine der Karten in der offenen Auslage und ändert somit die Nachfragesituation. Bei der folgenden Wertung erhält jeder Spieler nun für jedes Schiff, auf dem er die gerade gespielte Ware geladen hat, genau so viele Goldmünzen, wie Nachfragekarten dieser Farbe offen ausliegen.

Eine taktische Komponente, die den relativ simplen Spielmechanismus ergänzt, sind die Sonderkarten, die man in der ersten Phase des eigenen Spielzugs erwerben kann. Hiermit kann man sich zum Beispiel ein zusätzliches Schiff sichern oder dank eines eigenen Kontors eine zusätzliche Warenkarte nachziehen, selbst wenn man gerade eine Wertung ausgelöst hat. Da jede dieser Sonderkarten einiges an Gold kostet, will sorgfältig abgewogen sein, ob sich diese Investition wohl lohnt.

Fazit:
Insgesamt spielt sich "Handelsfürsten – Herren der Meere" schnell und flüssig. Bedauerlich ist nur, dass es bei diesem Handelsspiel keinerlei Interaktion zwischen den Spielern gibt. Dies wäre hier sicherlich das Salz in der Suppe gewesen. Man wird die "Handelsfürsten" wohl kaum Abende lang spielen, aber sie sind trotzdem gut geeignet, um einen geselligen Spieleabend locker ausklingen zu lassen.




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