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Myranisches Arsenal
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 05.06.2008, Serie: Rollenspiel, Autor(en): , Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 28,00 Euro


Für viele Systeme und Welten ist es mittlerweile anerkannter Standard, Waffenkompendien zu veröffentlichen. Auch wenn der Arbeitsaufwand etwas geringer ist als bei anderen Quellenbüchern (man muss wenig auf Inkonsistenzen achten), legen der Illustrationaufwand und die hohe Qualität der Verarbeitung nahe, dass sich diese Quellenbände sehr gut verkaufen. Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder gibt es viel mehr Powergamer, als die Spielleiter dieser Welt ohnehin schon befürchten, oder das ein oder andere Arsenal hat mehr zu bieten als eine Möglichkeit, den eigenen Charakter zu bewaffnen, bis er selbst beim Schleichen noch laut scheppert. Was beim Myranischen Arsenal der Fall ist, soll in diesem Rezension etwas näher beleuchtet werden.

Den Anfang machen zwei kurze Texte zu Handel, Verbreitung und Art der Waffen des Kontinents Myranor. Danach geht es auch gleich mit den Totschlägern los. Das Myranische Arsenal liefert eine ellenlange Abhandlung über die verschiedensten Waffen und Rüstungen Myranors; allesamt mit informativen und interessanten Texten versehen und tabellarisch aufgeführt in ihren spieltechnischen Eigenschaften beschrieben. Dort finden sich nicht nur alle relevanten Spielwerte, sondern auch die Verbreitung und Verfügbarkeit der verschiedensten Waffen.
Die Beschreibung der Waffen ist meistens wirklich lesenswert. Dennoch kommt man bei einigen der sehr kreativen Ideen nicht darum herum, sich zu fragen, ob eine solche Waffe wirklich funktionieren kann. Neben den "gewöhnlichen" Waffen, die ein Charakter mit sich herumträgt, werden auch noch Belagerungswaffen ausführlich abgehandelt, für den seltenen Fall, dass ein Spielleiter seine Spieler wirklich in ein solches Kriegsabenteuer führen will.

Eine weitere Besonderheit des Buches ist der Umgang mit Feuerwaffen. Ihnen wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Das ist insofern etwas überraschend, als dass bisher Feuerwaffen und ihre Existenz auf Dere, der Welt Aventuriens, ein eher umgangenes Thema war. Ulisses bricht mit dieser Tradition nicht vollständig, indem einfach erklärt wird, der Spielleiter solle dies selbst entscheiden. Zudem könnten die vorgestellten Feuerwaffen auch durch magische Schießpulveralternativen plausibel in eine feuerwaffenfreie DSA-Welt eingeführt werden. Was man von dieser Idee auch immer halten mag, die vorgestellten Waffen passen stilistisch und auch atmosphärisch eigentlich sehr gut in die dargestellte Fantasywelt.

Ein für Myranor wirklich wichtiges Kapitel findet sich ganz hinten im Quellenband. Hier bietet der Band Kampfregeln für Wesen mit deutlich von Menschen abweichender Anatomie. Der Einsatz von Hörnern oder vier Händen in einer Kampfsituation wird erschöpfend behandelt. Diese Regeln sollten jedem Myranor-Spielleiter nützlich sein.

Das Buch ist von hoher Qualität und sehr schön in Graustufen illustriert. Was leider negativ auffällt, ist die sehr hohe Anzahl an Druckfehlern. Hier wäre ein besseres Lektorat dem Lesevergnügen sehr förderlich gewesen.

FAZIT:
Das Myranisches Arsenal ist ein nützlicher und schön zu lesender Quellenband für Gruppen, die in Myranor spielen. Abgesehen von den aufgeführten Zusatzregeln ist es für den Spielleiter jedoch praktisch nutzlos. Niemals könnte er eine solche Vielfalt an Waffen in seine Abenteuer einbauen. Hier richtet sich auch das Myranisches Arsenal vor allem an typische Powergamer. Dann weiß der Spielleiter wenigstens, welches Gruppenmitglied die 28 Euro für das Buch ausgeben darf.




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