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Burg Appenzell
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 01.02.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Bernhard Weber, Jens-Peter Schliemann, Verlag: Zoch Verlags GmbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 25,99 Euro


"Burg Appenzell" von Bernhard Weber und Jens-Peter Schliemann wurde 2007 mit dem Deutschen Spielepreis für das beste Kinderspiel ausgezeichnet - und das eindeutig zu Recht. Es gibt insgesamt nur einen einzigen Kritikpunkt: Die Spielbauteile können nur umständlich und zeitaufwändig in der Box verstaut werden. Ein großer Plastikeinsatz, der für das Spiel benötigt wird, füllt fast die gesamte Box aus und erlaubt nur das Stapeln der flachen Pappbauteile (maximal zwei Teilen übereinander) auf ihm oder unter ihm. In ersterem Fall fallen einem ein paar Teile gleich beim Öffnen der Box entgegen, in letzterem muss man jedes Mal das widerspenstige Plastikinnenteil mühevoll aus der Box puhlen und riskiert dessen Beschädigung.

Sehr gut gelungen ist die kindgrechte Themengestaltung der Box. Es geht um Käse, der von Mäusen in einer Käseburg gesammelt werden soll. Dazu passen die Bilder im Comicstil perfekt - ebenso die Spielfiguren (16 Mäuse in vier verschiedenen Farben). Die Spielmaterialien, der Rest besteht aus dicken Pappplatten, ist zudem kindgerecht robust gefertigt. Einzig der Boxeinsatz aus dünnem Plastik sollte am besten immer in der Box bleiben.
Die Spielanleitung ist einfach zu lesen, sehr übersichtlich gestaltet und mit vielen Bildbeispielen garniert. Vier Seiten mit insgesamt knapp zwei Seiten Text sind schon alles, was dem Spiel vorangeht.
Am kompliziertesten ist der Aufbau des pfiffigen Spiels: Im unteren Karton der Box steckt ein schwarzer Plastikeinsatz, der mit dem Kartonrand eine etwas bündige Oberfläche ergibt. In allen vier Ecken gibt es jeweils eine Aufnahme für einen Eckturm. Von dort aus gesehen liegt jedes zweite Feld horizontal, vertikal und diagonal etwas erhöht. Alle anderen Felder haben "Kellerlöcher", die bis zum Spielboxboden gehen. Auf diese Löcher werden nun beliebig insgesamt 33 der 34 Schiebeplättchen (21x Käse, 10x ohne Käse und drei Mausefallen) ausgelegt, so dass alle Keller mit einem Plättchen belegt sind. Ein Schiebeplättchen bleibt übrig. Über diese erste Lage legt man nun ein festes Pappraster (es symbolisiert die Räume), das Löcher an den Stellen zeigt, an denen sich auch im Plastikeinsatz Kellerlöcher befinden. Darüber wiederum kommen die Dächer in Form von weiteren Pappplatten.
Vor Spielbeginn bekommt jeder Spieler seine vier Mäuse, von denen er eine in einen Eckturm stellt. (Ecktürme - egal welcher - sind für alle Mäuse Startposition). Das Ziel des Spiels ist es, mit seinen Mäusen auf Schiebeplättchen mit Käsesymbol zu gelangen. Es gibt insgesamt sieben verschiedenen Käsesorten. Sobald man vier gesammelt hat, siegt man.
Im Spiel selbst kann jeder Spieler in seiner Runde bis zu vier Aktionen wählen, die er auf seine im Spiel befindlichen Mäuse verteilen kann:
1. Aufdecken: Bevor eine Maus ein Spielfeld betreten kann, muss das Dach aufgedeckt werden.
2. Laufen: Damit kann eine Maus je ein Feld in horizontale oder vertikale Richtung bewegt werden. Ausnahmen sind die Türme, Felder, auf denen noch Dächer liegen, sowie aufgedeckte Mausefallen - diese dürfen alle nicht betreten werden.
3. Schieben: Durch das Einsetzen eines Schiebeplättchens an einer der Seiten des Spiels kann man die inneren Schiebeplättchen weiterbewegen und so eventuell seine Maus auf ein Käsefeld schieben. Da dabei auch Fallen auftauchen können und nie alle Felder sichtbar sind, besteht natürlich auch ein gewisses Risiko, eine Maus in einer Falle (fällt durch ein Loch in einen Keller) zu verlieren. Dieses Aktion darf pro Runde nur einmal gewählt werden.
Findet man bei einer der Aktionen ein Stück Käse, das man noch nicht gesammelt hat, auf einem Feld mit eigener Maus, bekommt man es als Sammelplättchen (28 davon liegen als Vorrat bereit).
Am Ende des eigenen Spielzugs deckt man alle nicht von Mäusen besetzten Räume wieder mit ihren Dächern zu.

Fazit: "Burg Appenzell" glänzt durch gutes Design und einen einfachen Spielmechanismus, der aber viel Spaß bietet. Darüberhinaus sind bei jedem neuen Spiel neue Kombinationen möglich, was den Wiederspielwert deutlich stärkt. Ebenso ist es unerheblich, ob zwei, drei oder die maximal zulässigen vier Spieler am Spiel beteiligt sind. "Burg Appenzell" macht in jeder Variante Spaß, und zwar auch dann, wenn z.B. Kinder und ihre Eltern zusammen spielen. Taktik und Glück in idealer Mixtur ermöglichen es jedem Spieler zu gewinnen.




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