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Atlan: Illochim-Trilogie 1: Das Relikt der Macht
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 26.01.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Hans Kneifel, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 288, Erschienen: 2007, Preis: 9,00 Euro


Ein kurzes, ereignisreiches Leben ist zu Ende gegangen.
Meine Betroffenheit darüber hält sich in engen Grenzen.
Lordadmiral Atlan


Aufruhr in Terrania! Ein Stadtviertel soll saniert werden. Doch die Bewohner, überwiegend gescheiterte Existenzen, Lebenskünstler und Freigeister, wehren sich gegen die staatliche Bevormundung und gründen die Untergrundorganisation "MEINLEID". Als Homer G. Adams, Unsterblicher und Finanzgenie, versucht, die Wogen zu glätten, schlägt ihm ein eiskalter Wind der Ablehnung und Wut entgegen. Der Geist von Rebellion und Aufstand liegt in der Luft. Ein Fall für die USO, ein Fall für Atlan, wie es scheint, denn hinter MEINLEID steckt mehr, als man zunächst vermutet und als dann noch ein geheimnisvolles Artefakt in die falschen Hände gerät, entsteht ein hochexplosives Gemisch aus Gewalt und Gegengewalt.

Oh je, da haben aber einige ziemlich geschlafen. Wo ist denn die so hoch gerühmte Solare Abwehr, der terranische Geheimdienst, wenn man sie mal braucht? Ein Bürgerprotest als Auftrag für die USO? Nie im Leben! Der Aufhänger des Buches "Das Relikt der Macht" ist reichlich schwach. Warum sich Atlan um den zunächst friedlichen Prostest der MEINLEID-Aktivisten kümmern soll, bleibt schleierhaft, ebenso warum sich Homer G. Adams als Finanzminister der Sache annimmt. Leider überzeugt auch der weitere Plot wenig. Überraschend, gilt doch der Autor Hans Kneifel als Altmeister der Perry-Rhodan-Serie. Insgesamt bietet sich dem Leser ein krude Mischung aus Heiligendamm-Atmosphäre und RAF-Terror; mit großen logischen Schwächen. Kneifels Geschichte passt eher in die heutige Zeit, lässt sie doch die technologischen Möglichkeiten des Jahres 3103 wie Schutz- und Prallfelder gegen Attentäter, Paralysestrahler sowie Roboter gegen Demonstranten, Fesselfelder gegen fliehende Raumschiffe und vor allem NATHAN, den sonst recht allwissenden Superrechner des Solaren Imperiums, außer Acht.
Dramaturgie in allen Ehren, aber hier wirkt vieles erzwungen und dadurch weder spannend noch überzeugend. Das gilt leider auch zum überwiegenden Teil für die Darstellung der Charaktere. Atlan, als Schürzenjäger mit Zügen eines Alkoholikers, präsentiert sich ziemlich konfus, kampfgeil und zynisch. Adams wird leider, wie so oft, auf die Rolle eines knausrigen aber talentierten Theo Waigels reduziert. Seine Mitarbeiter bleiben ebenso blass wie er selbst. Bei den MEINLEID-Aktivisten sieht es nicht besser aus, mit Ausnahme der Darstellung des Tristan Li, bei der ab und an das Talent Kneifels aufblitzt.
Leider folgt der Roman, wieder einmal, dem altbekannten Muster: Problem taucht auf, Atlan taucht auf, geheimnisvolle Macht/Person/Artefakt erscheint, bleibt geheimnisvoll, Problem gelöst, geheimnisvolle Macht/Person/Artefakt verschwindet trotzdem, Atlan hinterher. Das ist irgendwann dann doch etwas eintönig und wenn, so wie im Roman "Das Relikt der Macht", auch die Nebenhandlungen wie Lückenfüller wirken, dann bleibt nur wenig Lesenswertes übrig.


Fazit:
Ein ganz, ganz schwacher Atlan-Roman. Die eigentliche Handlung lässt sich auf wenige Seite reduzieren und wirkt eher hanhebüchen. Von einem Autoren wie Hans Kneifel kann und muss man mehr erwarten. Vielleicht sollte man von Seiten der Redaktion etwas mehr auf eine gute Geschichte setzen als auf schnelle Publikation. Denn wenn sich die Illochim-Trilogie weiterhin in einem solch desolaten Zustand präsentiert, werden das auch die Leser entsprechend quittieren.

P.S. Wer dachte, dass die Illochim-Trilogie an das offene Ende der Rudyn-Trilogie anknüpft, wird enttäuscht.




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