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Flammenmeer
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 26.03.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Jan-Tobias Kitzel, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 294, Erschienen: 2007, Preis: 9,00 Euro


Mit Flammenmeer ist bereits der 81. Roman zum Rollenspiel Shadowrun erschienen. Jan-Tobias Kitzel hat mit diesem Roman seinen ersten Roman geschaffen und wagt dabei gleichzeitig auf 294 Seiten auch den Griff zur 4. Edition des Rollenspiels. Mit Rollenspiel hat er ja, dank seiner anderen Betätigungsfelder, auch einige Erfahrung.

Die Begrüßung durch das Buchcover ist eher unfreundlich, was aber wirklich nur an dem grimmig blickenden Ork liegt. Ralf Berszuck illustrierte das Buch mit eben jenem grimmigen Ork, einem Amulett, übrigens der wichtigste Gegenstand des Buches, und mit ein paar Feuerstreifen.

Feuer ist auch ein guter Einstieg ins Buch. Der etwas abgestumpfte Zwergenjuwelier Stephen nimmt gutmütig und zu Sonderkonditionen den Auftrag an, ein Familienerbstück zu restaurieren. Stunden später wird nicht nur sein Juweliergeschäft abgebrannt sondern auch seine darüber liegende Wohnung gleich mit. Er kann sich gerade noch vor den Flammen retten, als auch schon zwei Orks nach dem Amulett und abermals seinem Leben greifen. Nur das Eingreifen von Renegade, einem elfischen Shadowrunner und Ki-Adepten ist es zu verdanken, dass Stephens Leben nicht endet. Gejagt von einigen Gruppierungen aber von Renegade beschützt, geht die Reise durch den Rhein-Ruhr Megaplex, im Speziellen der Ruhrpott, um Stephens altes Leben zurückzuholen und das Geheimnis und die Bedeutung des Amuletts in Erfahrung zu bringen.

Dank seines aktuellen Wohnortes kennt sich Jan-Tobias Kitzel im Ruhrpott bestens aus und kann dem Spielort des Romans so sehr viel Tiefe verleihen. Auch die verschieden Arten, mit denen er seine Pro- und Antagonisten einführt, ist gelungen. Jede Person oder Personengruppe bekommt eine eigene Schreibweise, zum Beispiel kurz, knackig und professionell gegen begriffsstutzig und abgelenkt. Gerade diese Methode, die nur bei der Einführung eben jener Figuren so bleibt, zeigt die Personen, wie sie wirklich denken, bevor es, im Rest des Buches, schließlich einheitlich wird. Geschrieben ist in der dritten Person eines Erzählers, der zwar durchaus die Gefühle der Figuren nennt, aber auch, bis zu den entscheidenden Momenten, nie zuviel verrät.

Tiefe hat das Buch und dank der gelungenen Überraschungsmomente, verliert sich der Spannungsbogen nicht schon in der Mitte des Buches. Eher ist es so, dass gerade durch die Überraschung und Verdrehung des bisher Gedachten, das Interesse und die Spannung wieder ansteigt und der Leser nun mit allem rechnet.

Kleine Anleihen aus Herr der Ringe und allen anderen Romanen und Beschreibungen, in denen Elf und Zwerg zusammenarbeiten (müssen), sind zu erkennen. Über diese Anleihen, die durchaus passend sind, kann aber hinweggeschaut werden, insbesondere da der Autor es schafft, die Problematik zwischen verschiedenen Metamenschengruppen, als fester Bestandteil der Welt, in sein Buch mit einzuarbeiten.

Fazit: Die 4. Edition des Rollenspiels Shadowrun hat mit dem Roman Flammenmeer, eine würdige Romanverarbeitung bekommen. Jan-Tobias Kitzel schafft es nicht nur den Ruhrpott des späten 21. Jahrhunderts, sondern auch seine Figuren auf individuelle Art und Weise zum Leben zu erwecken. Die Spannung des Buches ist, auch wegen unvorhersehbaren Wendungen, ungebrochen und gerade diese Wendungen, machen den Roman mehr als Lesenswert.




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