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Sagrada
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 02.04.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Uli Paulus, Verlag: Parland Spiele GbR, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 29,90 Euro


Einen lustigen Spieleabend verleben und ganz nebenbei noch Spanisch lernen, geht das? Mit dem neuen Sprachspiel Sagrada von Parland Spiele in Zusammenarbeit mit PONS soll genau dies möglich sein. So hat man als Spieler hierbei ein doppeltes Ziel: Das Erlernen oder Festigen eines Grundwortschatzes von ca. 800 spanischen Substantiven, während man um die Fertigstellung der Kirche La Sagrada Familia in Barcelona wetteifert.

Optisch präsentiert sich Sagrada äußerst hochwertig: Eine große Schachtel, ansprechende Illustrationen, ein massives Spielbrett, Spielsteine aus echtem Marmor, beidseitig bedruckte Vokabelkarten. Als originelle Idee gibt’s noch ein Mini-Puzzle der Kirche dazu, dessen Teile im Laufe des Spiels verbaut werden wollen. Auch bei der Anleitung hat man sich viel Mühe gegeben, sie ist klar strukturiert, gut verständlich und reichlich mit Bildern und Beispielen versehen.

Zu Spielbeginn erhält jeder Mitspieler einige Puzzleteile und ein Startkapital von 300.000 Gaudi. Das ist eine spieleigene Währung. Nun ziehen die Spieler reihum über den in mehreren Ringen angelegten Spielplan, der die Stadt Barcelona symbolisieren soll. Hierbei besuchen sie berühmte Orte wie das Picasso-Museum oder das Stadion Camp Nou. Zwischen diesen Attraktionen liegen eine Reihe von verschiedenen Feldern: Ereignisfelder, Spezialfelder, Sprachfelder und Bankfelder. Ziel ist es, so viel Geld wie möglich einzunehmen, um damit auf dem zentralen Feld des Spielplans, dem Casa de Piedras, die einzelnen Teile der Kirche in Auftrag zu geben.

Auf den Feldern der Attraktionen erhält man Kapitalkarten unterschiedlichen Werts, die man auf den Bankfeldern gegen Gaudi eintauschen kann. Allerdings muss man hierbei zusätzlich noch die Begriffe von zwei (Spanisch-Anfänger) oder drei (Fortgeschrittener) Vokabelkarten korrekt übersetzen. Diese erhält man auf den Sprachfeldern und sollte sie parallel zum Spielgeschehen auswendig lernen. Auf den Ereignisfeldern zieht man eine Ereigniskarte und führt diese direkt aus. Ereignisse können einen direkten Effekt im Spiel haben oder aber in einer Aufgabe für den Spieler bestehen. So wird man schon mal zu Pantomime, einer Flamenco-Darbietung oder einem Schnellportrait des Tischnachbarn aufgefordert. Die Mitspieler entscheiden dabei über die Höhe der Belohnung für die Aktion. Auch auf den Spezialfeldern zieht man Karten. Diese bieten Vorteile für einen selbst (z.B. verbilligter Bau eines Kirchenteils) oder auch Nachteile für einen Mitspieler (z.B. weniger Ertrag beim Einlösen einer Attraktionskarte) und können zu einem beliebigen Zeitpunkt gespielt werden.

Auf diese Art läuft man nun ein bis zwei Stunden im Kreis, zieht Karten, tauscht Karten gegen Geld, kauft Kirchenteile und lernt nebenbei seine Vokabelkarten. Durchbrochen wird das etwas eintönige Herumlaufen durch die gelegentlichen Einlagen dank der Ereigniskarten, die dann so etwas wie Stimmung und gute Laune am Tisch aufkommen lassen. Wer zuerst seine gesamten Puzzleteile verbaut hat, muss noch einen abschließenden Vokabeltest mit fünf seiner angesammelten Sprachkarten überstehen und gewinnt das Spiel. Das Vokabellernen nebenbei funktioniert übrigens erstaunlich gut, allerdings müsste man Sagrada relativ oft spielen, um alle 800 Begriffe zu verinnerlichen ...

Fazit: Für einen lustigen Abend mit Freunden ist Sagrada sicherlich nicht erste Wahl, aber für Spanisch-Lernende bietet es eine willkommene Abwechslung zum Vokabeln pauken. Wer also zusammen mit anderen Gleichgesinnten seinen Grundwortschatz auf vergnügliche Art erweitern möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen!




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