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Black Box +
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 24.12.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Eric Solomon, Verlag: franjos Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 22,95.


In der Black Box eingeschlossen ist der Aufbau eines geheimnisvollen Moleküls. Durch den Beschuss mit Strahlen soll die Position der Atome bestimmt werden. Dies ist die Aufgabe des einen Spielers, des "Forschers". Der andere Spieler, der "Molekülbauer", kennt die Lage der Atome und damit den genauen Aufbau des Moleküls. Er gibt Hinweise, ob und wie die Strahlen innerhalb der Black Box abgelenkt werden.

Das Spielmaterial besteht aus einem beidseitig bedruckten Spielplan, sechs großen Dreiviertelkugeln (den Atomen), 42 bunten Markierungssteinen, einem Spielblock, den Spielregeln und einem Rätselheft. Die Kugeln und Steine bestehen aus gut verarbeitetem Holz.
Vor einem schwarzen Hintergrund zeigt der Spielplan auf der einen Seite ein Raster von 8 x 8 quadratischen Feldern, die außen herum von 1 bis 32 durchnumeriert sind. Die andere Seite zeigt ein Sechseckgitter, das außen herum von 1 bis 54 durchnumeriert ist. Das Spielmaterial ist durchgängig von hervorragender Qualität und sehr funktionell gestaltet. Die Spielanleitung ist in fünf Sprachen verfasst und strukturiert aufgebaut, enthält ein paar Hintergrundinformationen zum Spiel sowie zum Autor und zeigt vier hervorragende Beispiele, die alle möglichen Situationen abdecken.

Die Schachtel, das Thema und das Spielmaterial wirken bei diesem Deduktionsspiel für zwei Personen zunächst etwas trocken. Aber alles passt gut zusammen und Black Box entpuppt sich als ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Spiel für beide Beteiligten.

Der "Molekülbauer" trägt geheim die Position von vier Atomen auf dem Spielblock in ein Diagramm ein, das dem Spielplan mit 8 x 8 quadratischen Feldern entspricht. Der "Forscher" muss nun die genaue Position dieser Atome herausfinden. Dazu schickt er "Strahlen" in die Black Box und bekommt anschließend vom Molekülbauer die Stelle genannt, an der der Strahl wieder austritt, sofern er nicht absorbiert wird. Der Strahl wird auf seinem Weg von den Atomen beeinflusst. Solange der Strahl nicht in die Nähe eines Atoms kommt, tritt er genau an der gegenüber liegenden Stelle wieder aus. Trifft er genau auf ein Atom, so wird der Strahl absorbiert. Er fließt also nicht weiter und kommt auch nirgendwo mehr heraus. Trifft der Strahl auf ein an ein Atom angrenzendes Feld, so wird dieser im rechten Winkel abgelenkt. Dabei kann es auch zu mehreren Ablenkungen kommen, wenn mehrere Atome auf dem gesamten Weg liegen. Dies geht solange, bis der Strahl dann irgendwo wieder austritt oder absorbiert wird. Manchmal kann ein Strahl auch reflektiert werden, wenn zwei Atome nahe beieinander stehen. Er verlässt dann wieder das Spielfeld an seinem Ausgangspunkt. Der Molekülbauer benennt anhand seines Spielblocks den Austrittspunkt, indem er dem Forscher die entsprechende Zahl nennt.
Der Forscher markiert am Spielfeldrand den Strahlenein- und -austritt mit zwei gleichfarbigen Markierungssteinen. Wird der Strahl absorbiert, wird die Eintrittsstelle mit einem schwarzen Marker versehen und bei einer Reflektion mit einem weißen.
Anhand dieser Informationen kann der Forscher nun Atome auf dem Spielplan platzieren und solang weiter Strahlen losschicken und die Position der Atome wieder verändern, bis er sich der richtigen Anordnung sicher ist. Diese teilt er dann dem Molekülbauer mit, der die Richtigkeit überprüft.
Danach erhält der Forscher Punkte. Für jeden gesetzten Markierungsstein gibt es einen Punkt und für jedes falsch gesetzte Atom fünf weitere. Anschließend werden die Rollen getauscht und es gewinnt der Spieler mit den wenigsten Punkten.

Bei normalen Grüblern dauert eine Runde Black Box 10 bis 20 Minuten.

Etwas erschwert werden kann das Spiel, wenn anstelle von vier Atomen fünf eingesetzt werden. Zu einer richtigen Herausforderung wird das Spiel, wenn man es auf dem Spielplan mit dem Sechseckgitter spielt. Hier werden grundsätzlich fünf Atome platziert. Zusätzlich erschwerend sind aufgrund der Sechsecke die Möglichkeiten der Strahlenverläufe. Als nochmalige Steigerung kann dieser Spielplan auch mit sechs Atomen gespielt werden. Black Box bietet also insgesamt vier Schwierigkeitsstufen für die unterschiedlichsten Ansprüche. Einsteiger werden somit nicht überfordert und Profis nicht unterfordert.

Das Rätselheft umfasst jeweils 16 Solovarianten für jede Spielplanseite. Hier muss anhand von vorgegebenen Markierungen die Position der Atome bestimmt werden. Dabei handelt es sich weniger um ein Spiel als vielmehr um knifflige und abwechslungsreiche Rätselaufgaben für zwischendurch.

Zwar hat bei Black Box der Forscher am meisten zu tun und der Molekülbauer muss nur die Vorbereitung treffen und dann die Austrittspunke feststellen, dennoch wird das Spiel für diesen nicht zu langweilig. Zum einen muss sich auch der Molekülbauer konzentrieren um festzustellen, wie der Strahl verläuft und wo er austritt. Zum anderen ist es spannend die Überlegungen des Forschers zu verfolgen, die auch mal zu einem ganz anderen, absolut nachvollziehbaren, aber dennoch falschen Ergebnis führen können. Deshalb ist es für den Forscher auch wichtig, gegen Ende die Position der Atome mit eine paar Test-Strahlen zu bestätigen.

Fazit
Tolles Material, eine kurze Spieldauer, vier Schwierigkeitsstufen, der faire Anschaffungspreis und trotz einfacher Regeln eine hohe Spieltiefe sowie ausreichend Abwechslung machen Black Box + zu einem hervorragenden Zweipersonenspiel.




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