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Coco Colecto
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 28.12.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Sabine Opstelten, Verlag: Opstelten Speelgoed, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 35,00


Coco Colecto ist eine Spielesammlung für zwei bis vier kleine und große Kinder rund um das Hintergrundthema "Marienkäfer".

Das Spielmaterial dieses Kartenbrettspiels umfasst 40 Marienkäferkarten (vier Sätze mit den Werten eins bis zehn), 12 Sonderkarten (je vier Spinnen-, Blattlaus- und Spinnennetzkarten), zwei Würfel, 40 gelbe Spielmarken (Blattläuse), einen vierseitigen Spielplan, vier Käfer, eine Spinne und die Spielregeln. Das alles ist in einer kompakten Schachtel untergebracht. Die Blattläuse, die Käfer und die Spinne sind aus farbigen Holzscheiben von guter Qualität. Die Karten zeigen hübsche Motive von den Krabbeltieren. Die Marienkäfer tragen auf ihrem Rücken eins bis zehn Punkte. Bei mehreren Karten auf der Hand ist deren Anzahl schwer zu erkennen. Hier fehlt vielleicht eine weitere Angabe in den oberen Ecken. Außerdem lassen sich die Farben der süßen Marienkäfer nur an deren Halstuch erkennen. Eine entsprechende Einfärbung des Kartenhintergrunds würde eine Unterscheidung erleichtern.
Besonders schön gestaltet sind die vier Spielpläne auf einem Spielbrett, von denen - entsprechend zusammengeklappt - immer nur einer sichtbar ist. Auf der einen Seite befinden sich zwei kleine und ein mittelgroßer Spielplan und auf der anderen ein großer. Leider weist das Spielbrett relativ schnell Abnutzungserscheinungen auf. Neben den englischen und holländischen Spielregeln liegen auch deutsche bei, die im Gegensatz zur Verpackungsrückseite recht gut übersetzt sind.

Der erste kleine Spielplan zeigt fünf Ablagefelder für die Spielkarten und ist für die Kleinsten ab drei Jahren vorgesehen. Es geht darum, Blattläuse zu sammeln. Dazu müssen die Kinder zählen und gut aufpassen können. Jeder erhält einen Satz Marienkäferkarten mit eins bis drei Punkten. Das erste Kind legt eine seiner Karten offen auf das erste Feld. Die anderen müssen schnell ihre Karten mit der gleichen Anzahl von Punkten suchen und darauf legen. Dann ist der Nächste an der Reihe. Sind alle Karten gespielt, gibt es für jede richtig ausgelegt Karte eine Blattlaus.
In einer zweiten Variante ändert sich die Belohungsrunde. Der Spieler, der die oberste Karte gelegt hat bekommt eine Blattlaus, der darunter liegende zwei und so weiter.
In der dritten Variante wird ein Satz Marienkäferkarten mit den Werten eins bis fünf nebeneinander offen auf den Spielplan gelegt. Die Spinne wird so auf die erste Karte platziert, dass deren Punkte abgedeckt sind. Jeder Spieler erhält acht Blattläuse. Der erste Spieler würfelt und rückt die Spinne entsprechend der gewürfelten Zahl weiter. Nun muss jeder Spieler so viele Blattläuse in die Hand nehmen, wie er denkt, dass Punkte von der Spinne abgedeckt werden. Liegt ein Spieler richtig, bekommt er eine Blattlaus hinzu, liegt er falsch, muss er die Blattläuse aus der Hand abgeben.

Die Spiele für die Kleinsten fördern deren Konzentration und Merkfähigkeit und führen in erste bekannte Spielmechanismen ein. Jedoch ist der Umgang mit Spielkarten für manche jüngeren Kinder noch nicht so gut geeignet, da diese manchmal dazu neigen die Karten zu verknicken. Unter Anleitung und Aufsicht eines Erwachsenen können sie jedoch gut den Umgang damit lernen.

Der zweite kleine Spielplan, zeigt ein Spinnenetz mit vier Blättern in den Ecken als Startposition. Im Spiel "Marienkäferjagd" müssen die Kinder drei Marienkäferkarten mit der gleichen Anzahl von Punkten sammeln. Jeder bekommt einen Satz Marienkäferkarten mit eins bis fünf Punkten. Durch das Ausspielen einer Karte wird der eigene Marienkäfer auf dem Spinnenetz bewegt. Landet man auf einem anderen Marienkäfer, so wird die Karte mit diesem Mitspieler getauscht, ansonsten zieht man eine vom Stapel nach. In einer Variante kommen die Sonderkarten hinzu, die beim Ausspielen verschiedene Wirkungen haben.
Beim zweiten Spiel, "Fang die Blattlaus", starten die Marienkäfer von den Blättern und es gewinnt, wer als erstes die Mitte des Spinnennetzes erreicht. Jeder erhält wieder einen Satz Karten mit den Punkten eins bis fünf. Die Spieler wählen gleichzeitig verdeckt eine Karte aus. Der erste Spieler versucht die Gesamtpunktzahl dieser Karten zu erraten. Der nächste Spieler muss nun "höher", "niedriger" oder "gleich" sagen. Der Gewinner aus der Raterunde darf einen Schritt zur Mitte des Netzes machen, der Verlierer geht einen Schritt zurück.

Im ersten Spiel lernen die Kinder ab sieben Jahren das Sammeln von Karten und im zweiten das Schätzen von Punkten und sie können sich eventuell auch schon merken, welche Karten bereits gespielt sind.

Der mittelgroße Spielplan zeigt einen Baum mit vielen bunten Blättern dran, die miteinander verbunden sind und somit verschlungene Wege bilden. Teilweise sind die Blätter mit den Zahlen 1 bis 25 versehen. Im ersten Spiel "Frühling" werden alle Marienkäferkarten gemischt und je fünf an die Spieler verteilt. Auf den Blättern werden vier Blattläuse zufällig verteilt. Diese gilt es mit dem eigenen Marienkäfer einzusammeln. Bewegt wird dieser, mit einer Karte, welche die gleiche Farbe wie das Blatt, auf dem man gerade steht, aufweist. Der Marienkäfer darf entsprechend der Anzahl von Punkten weiter gerückt werden. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, können auch zwei Karten gespielt werden. Die Zugweite ergibt sich dann aus der Summe oder Differenz der beiden Karten.
Im zweiten Spiel, "Herbst", müssen die Blätter mit den Zahlen nacheinander abgelaufen werden. Es dürfen zwei Karten gespielt werden. Für die Zugweite können die Punkte der beiden Karten addiert, subtrahiert, multipliziert oder dividiert werden. Landet der Spieler auf dem richtigen Blatt, wird die Zahl mit einer seiner Blattläuse abgedeckt. Wer so zuerst alle seine sieben Blattläuse losgeworden ist, gewinnt das Spiel.

Diese Spiele fördern das Kopfrechnen und die Optimierung von Spielzügen. Jedoch verlieren vor allem Erwachsene schnell die Lust an dem Spiel, wenn sie selbst lange an einem Zug grübeln oder auf andere warten müssen.

Der Große Spielplan, das "Käferrennen", zeigt eine wunderschöne Wegstrecke aus der Miniaturwelt der Käfer mit liebevollen Details. Die Marienkäfer kommen auf durch Karten ermittelte Startpositionen. Jeder Spieler bekommt einen Satz Marienkäferkarten und jeweils eine Spinnen-, Spinnenetz- und Blattlauskarte. In jeder Runde müssen die Spieler zuerst entscheiden, ob sie eine dieser Sonderkarten spielen wollen und diese dann verdeckt ausspielen. Anschließend wählt jeder Spieler verdeckt eine seiner Marienkäferkarten aus und alle decken gleichzeitig auf. Eine Spinnenkarte fängt den Spieler, der die höchste Anzahl Punkte gespielt hat. Dieser muss stehen bleiben. Bei einer Spinnennetzkarte darf der Spieler einen anderen Spieler aussuchen, der gefangen wird. Der Spieler, der nun bei den übrigen Marienkäferkarten die niedrigste Punktzahl gelegt hat, darf bis zum führenden Käfer vorrücken. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl darf sich nur einen Schritt weiter bewegen. Alle anderen rücken entsprechend ihrer Punkte vorwärts. Haben sie zusätzlich eine Blattlaus gespielt, wird die Anzahl verdoppelt.

Beim Käferrennen kommt es auf das taktische Ausspielen der Karten und gekonntes Bluffen an. Durch die Bewegungsregeln besitzt das Spiel auch einen gewissen Ärgerfaktor und bleibt bis zum Ende spannend.

Die meisten Spiele sind für Erwachsene weniger spannend. Jedoch sollten sie anfangs mitspielen, um die Kinder zu begleiten und ihnen den richtigen Umgang mit den Spielen zu zeigen.

Den besten spielerischen Eindruck haben "Fang die Blattlaus" und das "Käferrennen" hinterlassen. Vor allem das "Käferrennen" kann auch von Erwachsenen gut gespielt werden und richtig Spaß machen.

Fazit
Coco Colecto ist eine wunderschön gestaltete und gut ausgestattete Spielesammlung für Kinder jeden Alters. Die Kinderspiele haben einen gewissen Anspruch, führen in bekannte Spielmechanismen ein und fördern teilweise die mathematischen Fähigkeiten sowie taktisches Vorgehen. Dennoch ist der Anschaffungspreis im allgemeinen Vergleich leider etwas hoch.




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