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Ramses - Wettlauf um die Reichtümer Ägyptens
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 14.12.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Florian Isensee, Verlag: Floria Isensee GmbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 6,00


Bei Ramses übernehmen die zwei bis vier Spieler die Rolle von Museumsdirektoren und versuchen die schönsten und wichtigsten ägyptischen Kunstgegenstände zu beschaffen und in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren.
Ein Kunstgegenstand besteht immer aus drei, vier oder sechs einzelnen Bruchstücken, die gefunden oder gehandelt werden müssen und zusammengesetzt ein fertiges Objekt ergeben.

Das Spielmaterial dieses selbst produzierten Spieles von dem Kleinverlag "Florian Isensee" besteht aus 65 Spielkarten (davon acht Handelskarten, 12 Karten mit 6er-Kunstwerken, 16 Karten mit 4er-Kunstwerken, 27 Karten mit 3er-Kunstwerken und zwei Joker), vier Übersichtskarten, 16 Museumsplättchen und drei Markierungsplättchen. Die Qualität ist recht gut, allerdings sind die Ecken der Karten nicht abgerundet und somit etwas spitz. Dadurch sieht aber andererseits die Auslage nachher besser aus, da keine Lücken durch die Abrundungen entstehen. Die ägyptischen Motive auf den Kunstwerkkarten sind zusammengesetzt sehr schön und ansprechend. Des weiteren sind auf den Karten noch diverse Symbole vorhanden, welche die Zugehörigkeit zu einem Kunstgegenstand kennzeichnen. Leider hat sich auf einem Kunstwerk ein kleiner Fehler eingeschlichen, der aber keinen Einfluss auf das Spiel hat und nur in der ersten Spielrunde etwas verwirrend ist. Die Übersichtskarten sind sehr gut aufgebaut und eine ausgezeichnete Hilfe im Spiel. Mit den Markierungsplättchen werden die drei Nachziehstapel gekennzeichnet. Sie enthalten die Zahlen 3, 4 und 6, welche jedoch etwas schwer vor dem bunten Hintergrund zu erkennen sind. Die Museumsplättchen sind in vier Farben vorhanden und dienen dazu die ausgelegten Kunstwerke der einzelnen Spieler zu markieren.

Die Spielanleitung ist strukturiert aufgebaut und enthält einige Bilder und Beispiele. Ein paar Punkte sind zwar zunächst etwas verwirrend, diese klären sich aber recht schnell bei der ersten Partie. Das gesamte Material ist in einer kleinen schön gestalteten, aber etwas zu dünnen Schachtel untergebracht, die bei der Lagerung schnell einknickt.

Zur Spielvorbereitung werden die Kunstwerke nach 3er, 4er und 5er-Karten sortiert und verdeckt von jedem Stapel eine an jeden Spieler verteilt. Anschließend werden so viele 3er-Karten unter die 4er und 6er gemischt, bis gleich große Stapel entstehen. Die Stapel werden mit den entsprechenden Markierungsplättchen versehen. Einen weiteren Stapel bilden die offen liegenden Handelskarten.

Der Spieler, der an der Reihe ist, kann folgende Aktionen ausführen, wobei die Reihenfolge einzuhalten ist:

a) Ankaufphase
b) Handelsphase
c) Aufbauphase
d) Abgabephase
e) Ergänzungsphase
f) Handelsphase

In der Ankaufphase zieht der Spieler eine Karte von einem beliebigen Kunstwerkstapel oder eine Handelskarte. Letztere löst eine Handelsphase aus. Hierbei macht der aktive Spieler ein Angebot indem er eine Karte offen und eine verdeckt vor sich hinlegt. Alle anderen Spieler müssen ein entsprechendes Gegenangebot machen. Der aktive Spieler kann nun mit einem beliebigen Spieler tauschen oder sein Angebot zurückziehen.

In der Aufbauphase kann der Spieler ein fertiges 3er-Kunstwerk in die Ausstellungsfläche legen, oder mindestens drei Karten eines 4er oder 6er-Kunstwerks offen vor sich hinlegen, um es dann später zu ergänzen und wenn es vollständig ist in die Ausstellungsfläche zu bringen. Dabei ist zu beachten, dass die Ausstellungsfläche auf 6 x 7 Karten begrenzt ist.

In der Abgabephase darf der Spieler eine Karte an einen anderen Spieler verschenken und in der Ergänzungsphase können die Karten auf der Hand auf vier Stück aufgefüllt werden. Am Ende seines Zuges kann der Spieler noch einmal eine Handelsphase auslösen.

Das Spiel endet, wenn in der Ausstellungsfläche kein Platz mehr für ein 3er oder 4er-Kunstwerk vorhanden ist. Danach werden die Punkte auf den fertigen Kunstwerken in der Ausstellungsfläche gezählt. Natürlich haben die 6er-Kunstwerke im Verhältnis mehr Punkte als die 3er-Kunstwerke. Vorbereitete Kunstwerke und Kunstwerkkarten auf der Hand zählen jeweils einen Minuspunkt; ein Joker zählt dabei sogar drei Minuspunkte. Der Museumsdirektor mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

In der Handelsphase dürfen neben Kunstwerkkarten auch Handelskarten getauscht werden. Das kann dazu führen, dass nur noch diese angeboten werden und somit eigentlich kein Handel mehr zustande kommt. Dabei macht gerade der Handel das Spiel aus. Man muss immer versuchen ein Kunstwerk komplett zusammen zu bekommen und da reicht es nicht, durch Nachziehen von Karten darauf zu hoffen, die Richtigen zu bekommen. Gerade die 6er-Karten müssen gehandelt werden, da es davon insgesamt nur zwei Kunstwerke im ganzen Spiel gibt.

Ramses lässt sich mit drei oder vier Personen recht flüssig spielen, zu Zweit macht es weniger Spaß, da hier eher jeder vor sich hin spielt. Außerdem reichen die vier Markierungsplättchen im Spiel zu Zweit nicht aus.

Insgesamt ist Ramses ein nettes Spiel für zwischendurch ohne einen allzu hohen Anforderungsfaktor, aber trotzdem einigen Elementen mehr als bei einem einfachen Kartenspiel. Das Thema wurde gut umgesetzt.

Fazit
Ramses ist ein kompaktes und feines Kartenspiel zu einem günstigen Preis mit ganz kleinen Fehlern und Schwächen, die aber nicht weiter stören. Für eine Eigenproduktion ist das Material gut und optisch schön gestaltet.




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