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KRIMI total Fall 6 - Der verfluchte Schatz der Piraten
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 01.01.2008, Serie: Krimi-Rollenspiele, Autor(en): Jörg Meißner, Antje Meißner, Verlag: KRIMItotal, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 21,95 Euro


Verborgene Schätze, traumhafte Insel-Archipel und Freibeuter, die ihre Schiffscrew durch die Karibik jagen: Seit "Fluch der Karibik" haben Piraten wieder Hochkonjunktur. Und das nicht nur im Kino, sondern auch in anderen Medien. Eine erfrischend neue Variante des Themas hält JMCreative bereit, die sich durch die Dinnerpartys Krimi Total einen Namen gemacht haben. In ihrem mittlerweile sechsten Ableger der Dinnerparty können sich mutige Abenteurer versammeln, um in "Der verfluchte Schatz der Piraten" die Geheimnisse einer Schatzinsel zu lüften. Doch einer von ihnen spielt ein falsches Spiel, denn der Hüter des Schatzes ist ermordet worden – aber wer ist der Mörder?


Spielablauf
Die Dinnerparty auszurichten bedarf einiger Planungen. Da das Spiel auf acht oder optional neun Spieler ausgelegt ist, sollten diesen ein bis zwei Wochen vorher Einladungen zugeschickt werden. Mit weniger als acht Spielern funktioniert der Dinnerabend leider nicht, daher ist eine feste Zusage mehr als wichtig. Zudem kann sich jeder so frühzeitig auf seine Rolle vorbereiten und sich, sofern möglich, stilecht in einen Piraten, Schiffskoch oder in eine Gouverneurslady verwandeln. Das hebt die Stimmung und verspricht gleich zu Beginn für die passende Atmosphäre. Ein geschmückter Raum trägt das übrige dazu bei. Zur Not tut es auch schon eine Buddel voll Rum, oder was auch immer man gerade zur Hand hat.
Haben sich am besagten Abend alle Spieler eingefunden, teilt der Veranstalter die Rollenhefte aus. Darin sind weitere Informationen über den eigenen Charakter und die Figuren der Mitspieler zu finden, kurz und übersichtlich in mehrere Abschnitte unterteilt. Hat sich jeder mit den Hinweisen vertraut gemacht, kann es losgehen.

In der ersten Runde stellt sich zunächst jeder kurz vor. Die nötigen Informationen sind den Rollenheften zu entnehmen. Wer bereits zu Beginn versucht, ein wenig aus sich herauszugehen, den Informationen eigene Ausschmückungen hinzufügt und sich in die Rolle hineinversetzt, hat später auch mehr Spaß in den Diskussionsrunden. Man muss keine schauspielerischen Fähigkeiten besitzen, ein wenig Improvisationsvermögen reicht aus. Aber das macht immerhin den Unterschied zwischen einem guten und einem richtig guten Abend aus.
Nach dieser Einführung – man sollte also hoffen, dass das Eis gebrochen ist – geht es richtig los. Es gilt nun, über mehrere Runden die Mitspieler auszuhorchen, Anschuldigungen vorzubringen und sich selbst gegen Anschuldigungen zu verteidigen. Auch hier bietet das Rollenheft die Grundlage, auf der debattiert wird. Da jeder sein dunkles Geheimnis hat, sollte man möglichst nach vorne diskutieren. Denn wer sich erst einmal verteidigt, muss die Wahrheit sagen, wenn einem die anderen Spieler auf den Zahn fühlen. Nur einer der Spieler muss dies nicht: derjenige, der der Mörder ist. Er darf ausdrücklich lügen, sollte sich jedoch nicht zu weit der Wahrheit entfernen, um nicht vorzeitig aufzufallen. Hilfestellung bietet auch hier das Rollenheft.
Um das Verwirrspiel auf die Spitze zu treiben, folgen in späteren Runden noch eingestreute Gerückte – wahre wie auch falsche. Am Ende muss dann jeder seine Anklage vorbringen und erklären, aus welchen Gründen er welchen seiner Mitspieler als Mörder verdächtigt. Die Auflösung am Ende klärt schließlich auf, wer wirklich der Mörder ist. Wer richtig liegt, darf sich freuen, doch die Begeisterung für die Dinnerparty sollte sich bis dahin bereits durch einen spannenden, zurückliegenden Abenden eingestellt haben.

Umsetzung
Wer noch nie an einer Krimi-Dinnerparty teilgenommen hat, sollte dies schnellstmöglich nachholen. Auch wenn am Ende nur wenige den Mörder tatsächlich bestimmen und die meisten im Dunkeln tappen, bringt der Dinnerabend ungemein Spaß. Das liegt vor allem an der sehr persönlichen Atmosphäre und der Interaktion, die noch stärker ausfällt als bei jedem Rollenspiel. Ein weiterer Vorteil: Auch Personen, die Rollenspielen eher abgeneigt sind, werden Interesse am Dinnerabend haben. Hier bedarf es keiner dicken Regeln, die es durchzuarbeiten gibt, sondern einfach nur ein wenig Improvisation, um seine Rolle auszuschmücken.

"Der verfluchte Schatz der Piraten" ist gut durchdacht und spielt sich mit jeder Rolle überzeugend. Der Mörder hat natürlich eine gewisse Sonderfunktion, doch da niemand vor Beginn des Abends weiß, ob er der Täter ist, entscheidet das Glücksprinzip.
Wer Krimis mag, wird mit Krimi Total seine Freunde haben. Wer darüber hinaus auch noch das Piraten-Setting mag, der wird am Ende von "Der verfluchte Schatz der Piraten" enttäuscht sein, dass der Abend schon vorbei ist. Denn der Freibeuter-Dinnerabend ist äußerst gelungen und gut umgesetzt. Schade nur, dass es sich kein zweites Mal spielen lässt, denn sobald der Mörder gefasst ist, bleibt als einziger Anreiz für einen die Dinnerparty das Ausspielen einer anderen Figur, aber dann ohne die Spannungselemente. Dennoch, ein besonderer Abend ist schöner als viele durchwachsene. Vor allem an Geburtstagen oder Festen im kleinen Kreis bietet Krimi Total eine gute Gelegenheit, auf etwas andere Weise den Abend zu verbringen.

Fazit
Krimi Total kann mal wieder punkten. "Der verfluchte Schatz der Piraten" reiht sich nahtlos in die Reihe der Dinnerpartys ein und bringt dank des Piraten-Settings neue Elemente ins Spiel. Hier kann es nur eine Empfehlung geben: Zugreifen!




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