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Schatten der Zeit 1: Funke
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 20.04.2008, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Henrike Buhr, Verlag: Assertpress Verlag, Seiten: 102, Erschienen: 2006, Preis: 12,95 Euro


Funke heißt der erste von acht Teilen der Schatten der Zeit-Abenteuerkampagne, welche einem die Spielwelt von Nornis näherbringt soll. Das erste Abenteuer ist im Prinzip auch unabhängig von der Kampagne spielbar und dient mehr oder minder dazu, die Figuren - so der Name der Spielercharaktere bei Nornis - in die kommenden Ereignisse der Kampagne zu verstricken.

Die Figuren befinden sich in Maradûn, wo ein großes, mehrtägiges Fest zum neuen Jahr gefeiert wird und wo sie voll in die Festivitäten einsteigen können. Nach der Zeit des Feierns erwartet die Figuren aber ein Auftrag - möglicherweise haben sie schon die vergangenen Tage etwas darüber in Erfahrung gebracht. Vor zwei Monaten gab es eine Expedition zu einer Höhle ins Parashegebirge, welche immer noch nicht zurückgekehrt ist. Mittlerweile ist der Auftraggeber bereit, eine zweite Expedition auszuschicken, aber nicht zu verraten, was es mit der Höhle auf sich hat - nur, dass man möglichst alles bergen soll, was man findet.

Am Ziel angelangt, entdeckt man nur noch Leichen und eine Höhle dahinter, die erforscht werden will. Unabhängig von dem, was man dort findet, ist nun die Frage, wer die streng geheime erste Expedition verraten hat. Und da die Figuren sich gerade als zuverlässig erwiesen haben, sind sie es, die sich als Detektive hervortun dürfen. Und folgen sie der Spur des Verrates, kommen sie zum Kern dieses Abenteuers.

Sie finden sich in einem scheinbar idyllischen, friedlichen Dorf wieder, aber st0ßen schon bald auf Merkwürdigkeiten, derer sie sich wohl oder übel annehmen sollten...

Das besondere am Abenteuerkonzept von Nornis ist, dass das eigentliche Abenteuer von Kurzgeschichten begleitet wird, indem erzählt wird, was die Nichtspielercharaktere (NSC) gerade machen. Das ganze Konzept nennt sich Romanabenteuer. Was sich von der Idee erstmal ganz gut anhört, ist im ersten Band in der Praxis leider weniger gelungen. Anfangs weis man noch nicht genau, wer die NSC's sind, welche Rolle sie im Abenteuer spielen und es fällt da schwer, sich an die vielen Namen zu gewöhnen. Als Stilmittel werden lange Parts in wörtlicher Rede abgehandelt, was sich einfach nicht gut liest. Dazu kommt, dass diese Hintergrundgeschichten nicht unbedingt wie klassische Kurzgeschichten auf einen Höhepunkt zusteuern und daher sich oft langatmig lesen.

Das Abenteuer selbst ist gut geworden. Es gibt unterschiedlichste Herausforderungen: Exploration, Detektivgeschichte, Kämpfe, alles an einem roten Faden. Noch ist nicht abzusehen, an welche Ereignisse die spätere Kampagne anknüpft, aber im Prinzip wird schon klar, wo Ansatzpunkte für kommende Ereignisse sind. Problematisch wird es natürlich dann, wenn Spieler den roten Faden verlassen. Da ist dann möglicherweise von Vorteil, dass das Dorf ein scheinbares Randereignis ist, welches sich dann auch anderweitig nutzen läßt.

Die Illustrationen sind richtig gut geworden, das Layout wirkt allerdings deutlich unruhiger als das Grundregelwerk. Grund ist der weiterhin zweispaltige Satz, der jetzt aber linksbündig statt Blocksatz ist. Ein paar Fehler im Layout sind vorhanden: Zwei weiße Flecken, die einige Buchstaben verschlucken, eine Seite ist doppelt bedruckt (zum Glück aber ist der zweite Druck sehr blass, so dass es zwar anstrengend zu lesen, aber doch möglich ist) und ein Bild sieht aus, als wäre die Tinte beim Druck ausgegangen. Aber das sind kleinere Makel in einem doch ansprechenden Buch, welches sich auf Hochglanzseiten und in Farbe präsentiert, wobei letzteres nur selten Anwendung findet. Der Preis mit 12,95 Euro bei knapp über 100 Seiten ist im übrigen Top.

Die Handouts sind optisch gut gestaltet, lassen sich aber schlecht rauskopieren - allerdings gibt es die kompletten Handouts auch zum Download auf der Homepage.

Fazit: Wer sich vom erzählerisch ausgerichteten Nornis hat begeistern lassen, findet hier ein ganz gelungenes Abenteuer. Die Idee mit den Kurzgeschichten mittendrin hat Potential und wird künftig hoffentlich besser umgesetzt.




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