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Der kleine Medicus
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 05.11.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Kai Haferkamp, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 29,99 Euro


Dietrich Grönemeyer, der inzwischen durch seine Buchpublikationen bekannt gewordene Bruder Herbert Grönemeyers, hat sich als Arzt an ein Kinderspiel gewagt. Herausgekommen ist ein Mix aus Scotland Yard (Verbrecherjagd) und Wissens-/Bildungsspiel in solider Ausstattung (Karten, Chips, Hartpappe).

Im Spiel hat der boshafte Professor Götz von Schlotter den Miniroboter Gobbot entwickelt, mit dem er die menschlichen Gedanken manipulieren will. Er hat Gobbot in die Blutbahn eines Versuchsobjekts, Nanolinos Opa Sonntag, eingeschleust, wo er ein gefährliches Virus aussetzt. Nanolino nimmt mit den Spielern in einem Mini-U-Boot die Verfolgung auf. Ziel: Gobbot soll gefangen werden. Geheimnisvolle Funksprüche von Gobbot an den Professor dienen dabei als Anhaltspunkte für den Verbleib des Roboters.

Der Spielmechanismus verführt elegant zur beiläufigen Aufnahmen von Wissen. Zu Beginn einer Spielrunde wird bestimmt, wer Gobbot spielt. Alle anderen Spieler sind Verfolger. Das faltbare Spielbrett zeigt 54 Kreise, in denen jeweils ein Körperteil zu sehen ist. Die Kreise sind teils durch rote Adern (Arterien) und teils durch blaue (Venen) verbunden. Gobbot darf sich über Venen und Arterien fortbewegen, die Verfolger nur über die Arterien. Die Position des Roboters wird zu Beginn durch eine Organkarte bestimmt, die nur der Spieler Gobbots kennt. Die anderen Spieler wiederum haben Abhörkarten und Aktionskarten zur Verfügung, mit denen sie die Position ihres Gegners aufspüren können. Jede Karte kostet aber Energiepunkte (einen bis drei), von denen die Verfolger zu Beginn 32 haben. Je mehr Energie, desto präziser ist ein Tipp (abgefangener Funkspruch) auf das Organ, in dem sich der Roboter befindet. Die Tipps stehen in einem Code-Buch, das nur der Spieler Gobbots einsehen darf. Mit einer erfolgreich bewältigten Aktionskarte (zum Beispiel: Wer schafft mehr Liegestützte in einer bestimmtern Zeit: Gobbot oder der Herausforderer?) kann man zusätzlich eine konkrete Frage ("Bist du in der Nase?") zur Position an Gobbot stellen, die dieser korrekt beantworten muss. Danach markieren die Verfolger die mutmaßliche Position Gobbots mit Chips und können sich der Markierung um ein Feld nähern. Treffen sie auf Gobbots Feld, haben sie den Übeltäter gefangen. Andernfalls kann auch Gobbot sich ein Feld verdeckt weiterbewegen.

Eine Runde endet, wenn die Verfolger Gobbot fangen oder wenn Gobbot 16 verschiedene Zielorte besucht hat. In ersterem Fall rücken die Verfolger auf einer Zählleiste ihre eigenen Chips um die Zahl der verbliebenen Energiepunkte vorwärts. Der Gobbotspieler bewegt sich in letzterem Fall um drei Felder vorwärts. Danach wandert die Rolle des Gobbot im Uhrzeigersinn weiter. Das gesamte Spiel endet, wenn alle Spieler einmal in die Rolle des Roboters geschlüpft sind. Es gewinnt der Spieler, der auf der Zählleiste vorne liegt. Er ist der Super-Medicus.

Fazit: Der kleine Medicus ist ein gelungenes und stets spannendes Spiel mit hohem Wiederspielwert. Richtig Spaß macht es aber erst mit mindestens drei Spielern.




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