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Monopoly Deutschland
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 13.12.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Parker Spiele, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 36,50 Euro

Die erste Form von Monopoly wurde von Elizabeth Magie Phillips erfunden, obwohl lange Zeit vermutet wurde, es sei Charles Darrow gewesen. Der jedoch verkaufte es bloß an Parker Spiele, denn der Verlag weigerten sich damals, sich ein Spiel auch nur anzusehen, das von einer Frau erfunden worden war.
Seitdem geht Monopoly um den Erdball. Das beliebste Autorenspiel der Welt ist mittlerweile knapp über hundert Jahre alt. Zeit für eine grundlegende Modernisierung der deutschen Version. Zusätzlich zu dieser neuen Auflage gibt es nun auch die so genannte Deutschland-Version, in der die alten Straßennamen durch berühmte Schauplätze aus der Bundesrepublik ersetzt worden sind. Damit ist Deutschland das letzte Land, dessen Monopoly-Version nationale Motive verwendet. Alle anderen Länder hatten von Anfang an reale Straßennamen auf dem Brett, während die deutsche Version auf diese verzichtete. Denn im Dritten Reich hatte Goebbels das Spiel verbieten lassen, weil er sich als Wucherer beledigt fühlte, bloß weil seine eigene Straße die teuerste auf dem Brett war. (Nein, das ist kein Scherz. Nazis sind so.)

Doch welche Städte durften sich mit ihren Wahrzeichen auf dem Spielbrett verewigen? Das wurde in demokratischer Abstimmung im Internet ermittelt. Und die Gewinner sind: Heidelberg, Mannheim, Regensburg, Bielefeld, Münster, Düsseldorf, Würzburg, Schwerin, München, Bremen, Köln, Leipzig, Frankfurt am Main, Jena, Lübeck, Chemnitz, Augsburg, Hamburg, Halle, Aachen, Berlin und Saarbrücken.
Wer in einer dieser Städte wohnt, kann sich also schon einmal freuen.

Aber nicht nur die Feldnamen sind neu. Auch die Inflation hat sich bemerkbar gemacht. Neuerdings zieht man bei Los 2 Millionen Euro ein. Auch die Spielsteine sind verändert wirden. Die Spieler haben Figuren in Formen wie ein Handy, ein Fluhzeug, ein Hamburger usw. Die Häuser und Hotels sehen entsprechend wie moderne Hochhäuser aus. Nach all diesen Konsumgütern kommt auch das grüne Gewissen zum Zuge: Elektrizitäts- und Wasserwerk wurden durch Solar- und Windenergieanlage ersetzt.

Doch all diese Neuerungen ändern nichts am Spiel selber. Das Spielprinzip ist das alt beknannte. Wem es gefällt, der wird sich auch an der neuen Version erfreuen. Wem es nicht gefällt, dem können auch deutsche Städte den Spaß nicht erhöhen.

Das Spielmaterial ist relativ gut verarbeitet. Vor allem sind die Spielfiguren aus Metall. Die Hypothekenkarten sind aus festem Karton, haben jedoch leider sehr scharfe Ecken. Hier wären abgerundete deutlich ungefährlicher gewesen. Das größte Manko des Spielmaterials ist jedoch der Spielkarton selber. Er ist so konstruiert, dass das Spielgeld in praktische Fächer in die verschiedenen Geldwerte unterteilt aufgestellt werden kann. Doch leider kann es dort nicht stehen bleiben. Der Spielkarton ist aus Kostengründen so niedrig gebaut, dass man das Geld wieder zusammenpacken und beim nächsten Mal aufs neue sortieren muss, weil der Deckel sonst nicht zu schließen ist, ohne das Spielgeld zu beschädigen.

FAZIT:
Wer Monopoly mag und keine Version zu Hause hat, sollte sich dieses Spiel anschaffen. Die deutschen Städte machen das Spiel greifbarer und geben ihm mehr Stil. Wer Monopoly nicht mag oder bereits ein Monopolyspiel hat, wird mit der neuen Version wenig anfangen können.




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