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Reiche des Chaos
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 19.09.2007, Serie: Rollenspiel, Autor(en): , Verlag: Feder und Schwert, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 39,95 Euro

Die alles zersetzende Macht des Chaos, die manifestierte Zerstörung, ist fester Bestandteil der Alten Welt des Warhammer Fantasy-Rollenspiels. Die ständige Bedrohung durch das Chaos macht ganz klar einen großen Teil des Stils dieses Settings aus. Allerhöchste Zeit also für ein Quellenbuch, das sich mit dem Chaos und seinen Auswüchsen beschäftigt.

Reiche des Chaos zerfällt in insgesamt vier Abschnitte. Der erste, Der innere Feind, handelt den Einfluss des Chaos auf das alltägliche Leben im Imperium ab. Dabei werden eine Menge neuer Mutationen aufgeführt und beschrieben, wie Menschen und insbesondere Spielercharaktere davon betroffen sein können. Weiterhin werden die Choaskulte beschrieben, die innerhalb des Imperiums operieren und ihr zersetzendes Werk verrichten. Den Abschluss des Abschnitts Der inner Feind bildet eine Beschreibung der Chaosartefakte, auf die die Charaktere treffen können.
Das erste Kapitel ist für den Spielleiter vermutlich auch das wichtigste, weil er die ständige Präsenz des Chaos beschreibt. Die Charaktere können kaum ständig in der Chaoswüste herumlaufen, aber im Imperium treffen sie öfter auf die verzehrenden Mächte. Der Abschnitt wird der Aufgabe als wichtigster auch gerecht. Er ist sehr gut und umfassend geschrieben. Gerade bei den abartigen Artefakten des Chaos zeigt sich eine beinahe gruselige Kreativität der Autoren.

Der zweite Abschnitt namens Schatten des Chaos behandelt jene Wesen, die direkt vom Chaos berührt wurden. Vor allem die Tiermenschen werden detailiert beschrieben. Ihre Lebensweise und Rangortnung wir ebenso erklärt, wie ihr Lebensraum in der Wildnis. Zusätzlich widmen sich einige Seiten weiteren ähnlichen Chaoskreaturen. Der zweite Teil ergänzt auf diese Weise das Bestiarium der Alten Welt sehr sinnvoll und umfassend. Er gibt dem Spielleiter alles an die Hand, was er benötigt, um Tiermenschen tiefgängig als Nichtspielercharaktere einzusetzen. Selbst eine Kampagne mit ihnen als Spielercharaktere wäre denkbar.
Ebenfalls im Abschnitt Schatten des Chaos treten die Hexenjäger des Imperiums auf, deren Aufgabe es ist, den Griff des Chaos nach dem Imperium zu lockern oder gar auszulöschen. Dabei erscheinen die Hexenjäger nicht als Heilige, sondern auch ihre brutale und rücksichtslose Vorgehensweise tritt hervor.

Der dritte Abschnitt Die Chaoswüste dreht sich um eben jene. Auf die Norse wird detailiert eingegangen. Die übrigen Horden des Chaos werden nicht so ausführlich, aber dennoch ziemlich erschöpfend abgehandelt. Besonders positiv sticht in diesem Abschnitt das Kapitel Die Rüstungskammer der Chaos heraus, in dem eine Vielzahl innovativer Waffen und Rüstungen der Chaoskreaturen und Dämonen zu finden sind.

Im vierten und letzten Teil Das Reich des Chaos geht es bis auf die Chefebene. Hier werden die drei großen Chaosgottheiten beschrieben. Die Darstellung ist sehr nützlich, enthält sie doch neben Charakter und Symbolen der Götter auch die Gebote und Riten, denen ihre Gläubigen folgen.
Auch die Natur der verschiedenene Dämonen wird erklärt und spieltechnisch sinnvoll zusammengefasst. Damit sind auch die nach den Götter mächtigsten Wesen des Chaos verwendbar abgehandelt.
Weiterhin bekommt die Chaosmagie mehr Tiefe und viele zusätzliche Chaoszauber ergänzen die Angaben im Grundregelwerk. Vom simplen Entzünden eines brennbaren Objektes bis hin zur Beschwörung mächtiger Dämonen findet man die magischen Praktiken inklusive ihrer unangenehmen (chaotischen) Nebenwirkungen.

Generell wirkt Reiche des Chaos sehr professionell und hochwertig gestaltet. Die Illustrationen sind stilvoll, bloß ihre Anzahl könnte etwas größer sein. Die Qualität der Texte variiert leider stark. Die meisten sind enorm atmosphärisch gehalten und spannend geschrieben. Stellenweise jedoch verkommt der Text zu einem stupiden Aufzählen von Fakten und Informationen. Dort lässt die Spannung etwas zu wünschen übrig. Dennoch sind die entsprechenden Texte aufgrund der enthaltenen Informationen lesenswert.
Auch die in jedem Abschnitt angegeben Abenteueridee sind hilfreich. Sie wirken zwar oft etwas offensichtlich, weil sie direkt aus den vorher gelesenen Absätzen folgen, doch dafür sind sie sehr nützlich, wenn der Spielleiter ein Abenteuer improvisieren möchte. Dann brauch er bloß das Quellenbuch aufzuschlagen und findet zig Inspirationen genau dort, wo er auch die nötigen Hintergrundinformationen an der Hand hat.

FAZIT:
Mit Reiche des Chaos liefert Feder und Schwert einen nicht nur nützlichen, sondern schon fast zwingend notwendigen Quellenband ab. Das Werk ist trotz einiger Mängel wirklich lesenswert und spannend. Mit 39,95 Euro ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut und sehr viel besser als vom Bestiarium der Alten Welt. Daraus folgt: für Warhammer-RSP-Spieler ein absolutes Muss, für jeden Fantasy-Spielleiter ein großartige Quelle der Inspiration.




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