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Munchkin Cthulhu
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 05.07.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 14,95 Euro


Sie haben gegen Drachen und Orks gekämpft, Vampire und Werwölfe erledigt, Ninja-Schergen überwunden, Aliens verjagt und Geheimagenten enttarnt – und das alles nur, um den Schatz zu finden und Stufe 10 zu erreichen. Die Rede ist von den Muchkins aus dem Hause Steve Jackson Games, die es auf die wertvollsten Gegenstände und die stärksten Waffen abgesehen haben und in der gleichnamigen Spielreihe zu einer großen Beliebtheit gelangt sind. Doch die größte Herausforderung wartet noch auf sie, denn in Muchkin Cthulhu, dem jüngsten Ableger des auf Deutsch bei Pegasus erschienenen Kartenspiels, müssen sie den Großen Alten gegenübertreten. Da kann man jedem Munchkin nur wünschen, das Necronomicon und die Tommygun im Gepäck zu haben. Ansonsten wird der Anblick eines Älteren Klumpens, des Scherzkekses von Yoggoth und den Dünkeldürren in Spitz im Wahnsinn enden, und die Mitspieler wird`s freuen.

Spielablauf

Wer das Hauptspiel oder einen der Munchkin-Ableger bereits gespielt hat, wird mit dem Ablauf keine Schwierigkeiten haben. Abgesehen von einigen Sonderregeln, die speziell auf das Horror-Setting zugeschnitten sind, spielt sich Munchkin Cthulhu genauso wie seine Vorgänger. Noch immer deckt man reihum Karten auf und nimmt sich diese je nach Auswirkung der Karte auf die Hand, um sie später gegen andere Mitspieler einzusetzen, oder muss sich dem auf der Karte abgebildeten Monster stellen. Für den Sieg winkt der Stufenaufstieg sowie Schätze, die vor sich abgelegt werden können und diverse Vorteile verschaffen. Die Charakterklassen werden durch den Professor, den Ermittler, den Monsterjäger sowie den Kultisten dargestellt, wobei vor allem letzterer das Spielgeschehen interessanter gestaltet. Die Kultistenkarte darf nämlich nicht selbst wieder abgelegt werden. Dafür bekommt der Spieler für jeden weiteren Kultisten im Spiel einen Bonus von 2 Punkten. Bei vielen Kultisten macht sich dieser Vorteil im Kampf durchaus bemerkbar.
Doch nicht nur die Kultisten sind aus Lovecrafts Cthulhu-Mythos entnommen und mit einem Augenzwinkern umgesetzt worden. Auch die Flüche, Monster und Gegenstände spielen auf den Mythos an und entlocken immer wieder ein Schmunzeln. Das Miskatonic Uni-T-Shirt mit einem Bonus von +1 ist ebenso Kult wie die Ereigniskarte Die Sterne stehen richtig, die in weiteren Versionen als Die Sterne stehen falsch und Die Sterne sind durcheinander ins Spiel gelangt sind.
Minimalistisch, aber stets äußerst sarkastisch umgesetzt, hat auch für Munchkin Chtulhu erneut John Kovalic zum Stift gegriffen und die Illustrationen beigesteuert. Zusammen mit einem meist flotten und passend ins Deutsche übersetzten Spruch runden die Abbildungen die Karten ab und tragen zur gewohnten Munchkin-Stimmung bei.

Fazit

Die Mechanismen sind gewohnt einfach, der Spielablauf interaktiv und die Umsetzung gelungen. Munckin Cthulhu reiht sich nahtlos in die mittlerweile unübersichtlich werdende Spielreihe von Pegasus ein. Wer das Cthulhu-Setting mag und keine Probleme damit hat, dass die Großen Alten durch den Kakao gezogen werden, bekommt mit dem Spiel eine rundum gelungene Persiflage. Man kann den Machern von Steve Jackson Games zwar mittlerweile vorwerfen, das Spielprinzip bis zur Schmerzgrenze auszuquetschen, doch solange die Ableger die Qualität beibehalten und das Kernspiel um witzige Ideen erweitern – und dies tut Munchkin Cthulhu zweifellos – sollte man darüber hinwegsehen. Vom anderen Blickwinkel betrachtet befriedigt die Spielschmiede schließlich nur die Bedürfnisse der breiten Fangemeinde, und die lechzt jedem neuen Ableger und jeder neuen Erweiterung hinterher. Verständlich, denn Munchkin macht süchtig, und da nimmt man auch den Wahnsinn in Kauf, den Cthulhu verbreitet, sollte man ihm im Kampf unterliegen.




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