Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Auditorium » Hörspiele » Die Schwarze Sonne » Die Schwarze Sonne 3 - Weisses Gold

Die Schwarze Sonne 3 - Weisses Gold
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 15.09.2007, Serie: Auditorium, Autor(en): Günther Merlau, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 9,99 Euro


Mit dem zweiten Teil der Serie Die Schwarze Sonne (dem Hörspiel Böses Erwachen) bin ich in meiner letzten Rezension nicht sehr gnädig umgegangen. So wurden durch das Drehbuch zwar viele Fragen aufgeworfen und allerlei Legenden und Verschwörungstheorien als mögliche "Erklärung" für den im Grunde genommen unklaren Handlungsbogen herangezogen, doch der Hörer bekam keine echten Antworten.

Im Grunde genommen müsste ich Weisses Gold, Teil drei der Reihe, demnach noch viel schlimmer finden, denn die Handlung ufert hier noch weiter aus. So tauchen neben den bereits bekannten Helden im 19. Jahrhundert, Adam Salton und Nathaniel de Sallis, zusätzlich die Nazis in den Dreißiger Jahren und der Bundesnachrichtendienst der Jetztzeit auf. Mit den Nazis dürfte zumindest die Wahl des Namens Die Schwarze Sonne für die Hörspiel-Reihe langsam klarer werden, denn diesen Namen trug ein bedeutender Geheimbund dieser Epoche. Zusätzlich werden aber viele weitere Hintergrundelemente eingebracht, die nur ansatzweise oder gar nicht erläutert werden; wenn man sich nicht vorher mit den entsprechenden Themen beschäftigt oder sie im Nachhinein recherchiert hat, wird man sie zwar wahrnehmen, aber nicht wirklich verstehen. Bestimmte Zusammenhänge wurden mir beispielsweise erst bei einer eingehenderen Recherche für diese Rezension klar.
Die drei genannten Handlungsstränge laufen parallel, aber zunächst recht unabhängig voneinander ab, wechseln jedoch teilweise ohne Vorwarnung, so dass man immer nur an den handelnden Personen erkennen kann, wo (und wann) man sich gerade befindet.

Worum geht es überhaupt? Nun, vor allem um eine Reise zum und einen Aufenthalt im Himalaya, wo seltsame Experimente vorbereitet oder auch durchgeführt werden, und zwar in allen drei Zeitebenen. Bizarrerweise scheinen sich deren Ziele und Erscheinungsformen in allen drei Handlungsssträngen zu unterscheiden. Verbindungen zwischen den Zeiten werden immer wieder angerissen, doch kaum jemals wirklich dargestellt. Und ein wirkliches Ende der Handlung gibt es auch nicht; die CD ist einfach irgendwann vorbei und lässt den Zuhörer mit seinen Fragen allein.

Rein technisch ist auch diesmal wieder nichts an der Produktion auszusetzen, wie bei Hörspielen aus dem Hause Lausch üblich. Und auch die Spannung kommt keineswegs zu kurz. Die einzige offene Frage bleibt "Wohin soll das alles führen?"

Weisses Gold ist Teil eines Gesamtkunstwerks, und als solches muss es auch betrachtet werden. Wer die ersten beiden Teile von Die Schwarze Sonne nicht kennt oder nicht bereit ist, über Teil drei hinaus weiter zu hören, muss sich definitiv von diesem Hörspiel fernhalten, und niemand sollte erwarten, dass er am Ende alle (oder überhaupt irgendwelche) Antworten erhält. Diese CD ist nur ein kleines Stück des Weges, ein Übergang zu Teil vier, Vril, und in dieser Rolle kann sie absolut überzeugen.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.