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Die Fürsten von Florenz
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 04.07.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Wolfgang Kramer, Jens Christopher Ulrich, Verlag: Pro Ludo, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 29,95 Euro


Die Fürsten von Florenz sind wieder da! Nachdem das ursprünglich bei Alea erschienene Spiel jahrelang vergriffen war, bietet Pro Ludo nun eine überarbeitete Neuauflage. Und die hat es in sich! Neben einer äußerst gelungenen Optik bietet das Spiel nun zusätzliche Regeln für zwei Spieler und gleich zwei Erweiterungen, die für noch mehr Abwechslung sorgen.

In Die Fürsten von Florenz schlüpfen die Spieler in die Rolle von italienischen Edelleuten zur Zeit der Renaissance und versuchen, Künstler und Gelehrte an ihren Hof zu locken. Diese vollbringen dort eindrucksvolle Werke und mehren so das Ansehen ihres Mäzens. Hierfür versuchen die Spieler, möglichst optimale Schaffensbedingungen zu bieten, denn je besser die Bedingungen der Gelehrten, desto größer fällt die Anzahl an Prestigepunkten für sein Werk aus. Wer am Ende über das höchste Ansehen verfügt, gewinnt das Spiel.

Das Spiel besteht aus sieben Runden, die sich jeweils in zwei Phasen gliedern. Zunächst kommt eine Versteigerungsphase, an der alle Spieler teilnehmen. Hierbei können Landschaften, Gaukler, Baumeister, Prestige- und Abwerbekarten erworben werden. Allerdings kann jedes dieser Elemente nur von einem Spieler ersteigert werden und man darf pro Runde nur ein Objekt erwerben. Während Landschaften und Gaukler beim Vollbringen von Werken helfen, erleichtern die Baumeister das Errichten von Gebäuden. Die Prestigekarten stellen Sonderaufgaben dar, die am Spielende zusätzliche Punkte bringen und mit den Abwerbekarten kann man ausgespielte Personen eines Mitspielers an den eigenen Hof holen. Da jedes Element den Spieler weiter bringen kann, wird man in dieser Phase nie etwas nutzloses ersteigern. Die Frage ist nur, ob man das, was einem am meisten helfen würde, auch bekommt bzw. was man dafür zu bezahlen bereit ist.

In der zweiten Phase führen die Spieler nacheinander zwei der folgenden Aktionen aus:
· Freiheit einführen
· Gebäude errichten
· Person an den Hof holen
· Bonuskarte erwerben und
· Werk vollbringen
Führt man in seinem Fürstentum die Reise-, Meinungs- oder Religionsfreiheit ein, fühlen sich die Künstler und Gelehrten wohler und es fällt ihnen leichter, beeindruckende Werke zu vollbringen. Jeder Gelehrte hat zudem ein bestimmtes Gebäude, welches sein Wirken unterstützt und den Wert seines Werks erhöht. Die Schwierigkeit beim Errichten dieser Bauwerke sind der begrenzte Platz auf dem eigenen Bauplan und die sehr unterschiedlichen Grundflächen der einzelnen Gebäude. Da stellt sich schnell die Frage, ob man nicht einen Baumeister anwerben sollte, damit die Häuser aneinander angrenzen dürfen. Allerdings kann man dann in dieser Runde nichts ersteigern, was beim Vollbringen eines Werks hilft.

Entschließt sich der Spieler, ein Werk zu vollbringen, so wählt er einen Gelehrten von seiner Hand aus und prüft, ob genug Voraussetzungen erfüllt sind, um die Mindestwerkzahl (=Wert des Werks) der aktuellen Runde zu erreichen. Hierbei zählen der bevorzugte Landschaftstyp des Gelehrten, ein unterstützendes Gebäude sowie eine bestimmte Freiheit. Die Kombination dieser Elemente ist bei jedem Gelehrten verschieden. Gaukler und bereits ausliegende Personenkarten, sowie eventuell eingesetzte Bonuskarten, erhöhen zudem den Wert des Werks. Der sich ergebende Wert wird nun in Florin ausgezahlt, die man teilweise oder vollständig in Prestigepunkte umwandeln kann. Wichtig ist es hierbei, abzuschätzen, wie viel Geld man in den nächsten Runden noch benötigen wird um möglichst viele Prestigepunkte zu kassieren. Wer nach sieben Runden über das meiste Prestige verfügt, gewinnt das Spiel!

Ergänzend zu diesen Spielregeln bietet die Neuauflage der Fürsten von Florenz noch eine Variante für zwei Spieler sowie zwei Erweiterungen. In der Erweiterung "Muse & Prinzessin" werden im Anschluss an die Versteigerungsphase noch sechs Charakterkarten versteigert, die den Spielern Vorteile für die jeweilige Runde bieten. So kann zum Beispiel mit der Prinzessin ein Werk vollbracht werden, bei dem jede Landschaft und jedes Gebäude die Werkzahl erhöht, während der Kardinal eine zusätzliche Aktion in der Bauphase gewährt. Bei der zweiten Erweiterung "Kooperativ bauen" werden die Baupläne der Spieler aneinander gelegt und so die Möglichkeit geschaffen, dass man mit seinen Nachbarn gemeinsam Gebäude errichtet, die dann beiden nutzen. Wo die erste Erweiterung vor allem die taktische Tiefe des Spiels erhöht hat, richtet sich diese Variante eindeutig an die Verhandler und Feilscher unter uns. Beide Erweiterungen sind gut durchdacht, bringen Abwechslung ins Spiel und sorgen für mehr Interaktion zwischen den Spielern.

Fazit:
Die Fürsten von Florenz ist ein rundum gelungenes Spiel, das trotz relativ einfacher Regeln eine große Vielfalt an taktischen Möglichkeiten bietet. Da jede Partie anders verläuft, wird es die Spieler über viele Abende immer wieder an den Spieltisch fesseln und auch die neuen Erweiterungen stellen eine echte Bereicherung dar. Alles in Allem sind die Fürsten von Florenz eine exzellente Neuauflage eines hervorragenden Spiels!




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