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Gabriel Burns #24: Der erste der zehn
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 06.06.2007, Serie: Auditorium, Autor(en): Volker Sassenberg (Produktion), Andreas Gloge (Drehbuch), Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: 50 Minuten Spielzeit, 8 seitiges Booklet, Erschienen: 2007, Preis: 7,99 Euro


"Zehn fahle Orte, die dem Bösen anheim fallen werden."

Jedem Gabriel Burns-Fan ist beim Namen dieser Folge klar, um was es geht: um einen der zehn fahlen Orte, die vor dem Fall stehen, wie der Flüsterer es prophezeit hat. Und so fügt sie nahtlos an den Metaplot ein und setzt das fort, was in der letzten Folge, Bereit, begonnen hat.

Steven ist zurückgekehrt und erwacht im alten Gefängnis von Fairlane. Dem Ort, wo er einst gefunden wurde, als kleiner Junge. Larry Newman, dem sein Doppelspiel mit Bakerman und Fink teilweise vergeben wurde, holt ihn von dort ab. Auf der Rückfahrt fährt Larry eine junge Frau in weißem Kleid an, aber als sie anhalten, ist am Auto nichts zu sehen, und die Frau ist ebenfalls verschwunden. Auf den Schrecken setzt man sich erstmal in einen Truckstop, wo die hochnervöse Bedienung den Kaffee kaum in die Tassen bekommt. Da sieht Steven nackte Füße unter einem der Trucks hervorragen und geht heraus, um nachzuschauen. Larry, der allein zurückbleibt, wird von der Bedienung ebenfalls empfohlen, möglichst schnell zu verschwinden, ehe etwas passiert. Doch da tritt schon ein Mann aus dem Hinterzimmer...

Bakerman und Joyce Kramer haben eine Nachricht von ihrem Kontaktmann Tomasc aus Bukarest, Rumänien, erhalten. Demnach hat Luther Niles einige Agenten ausgeschaltet und dies, obwohl er (und seine Ableger) als auch die Finks tot sein sollten. In der Stadt wurde ein Katastrophenalarm ausgelöst, da angeblich Giftgas ausgetreten sein soll - angeblich, weil Hundegebell über die einsamen Straßen hallt und die sind bekanntlich Giftgas gegenüber nicht immun. Während die beiden über die leeren Straßen zu einem Treffpunkt, einer alten Wäscherei, schleichen, bemerken sie, dass im Radio auf sämtlichen Frequenzen eine Botschaft ausgestrahlt wird. Sprecher ist ein Gesandter der Zwei Horizonte. Offenbar hat die Sendung hypnotische Wirkung. Bakerman kann Joyce erst durch eine schallende Ohrfeige davon überzeugen, das Gerät auszuschalten. Als sie schließlich die Waschküche erreichen, merken sie gleich, dass hier etwas nicht stimmt – hier wird keine Wäsche gewaschen, sondern etwas ganz anderes. Eine Falle?

Man mag sich fragen, was aus Zeysen und seinen Kindern geworden ist. Doch um die muss man sich keine Sorgen machen, im Prolog befinden die sich gerade bei der Einreise nach Kanada, haben sie dort doch neue Eltern gefunden...

Die Folge hat eigentlich alles, was eine Gabriel Burns-Folge haben sollte. Der Metaplot wird von Bakerman und Joyce in einer kurzen und innerlich abgeschlossen Nebenepisode vorangetrieben, während Gabriel und Larry den Hauptplot der Einzelfolge nachjagen – nicht ohne, dass sich auch hier einiges in Sachen Hintergrundwissen tut.

Die Beschreibungen sind wie gewohnt düster. Da wird ein Mädchen ertränkt, und durch ihre Ohren hört man nur noch dumpfe Stimmen von der Oberfläche. Gruselige Beschreibungen jagen einem Schauern den Rücken hinunter, z.B. wenn Bakerman entdeckt, was in der Waschküche gewaschen wird, oder in den Passagen, in denen die Auswirkungen der Botschaft dargestellt werden.

Aber auch Steven wird erstklassig in Szene gesetzt. Um nicht zuviel zu verraten, da diese Folge ja zeitgleich mit der #23 erschienen ist, nur soviel: Als Steven die Gelegenheit bekommt, seine neu entdeckten Fähigkeiten einzusetzen, wird eine sehr stimmige Atmosphäre geschaffen; zum einen durch die phänomenale Beschreibung, durch die musikalische Untermalung und zuguterletzt durch die verstellte Stimme von Steven.

Überhaupt kann "Gabriel Burns" in Sachen Stimmen, musikalische Untermalung und Soundeffekte mal wieder punkten.

Beide Handlungen der Folge werden erst in langsamen, dann mit schnellen Schnitten miteinander gemischt, während die Handlung an beiden Orten schneller und schneller wird und sich zum Ende zuspitzt. Durch eine Radiomeldung aus Rumänien im Autoradio, die Steven und Larry hören, sind beide Handlungsstränge zwar nur locker, aber intelligent miteinander verbunden.

Insgesamt kann diese Folge in Verbindung mit der Vorfolge bei mir Höchstpunkte sammeln. Fehlten vielen Folgen mit zweistelliger Nummer eine abgeschlossene Handlung oder die Klarheit, wie sie den Metaplot voranbringen, überzeugt diese Folge in beiden Punkten. Aber auch die gewohnt hohe Qualität der Produktion überzeugt. Insofern klar Daumen hoch!




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