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Cthuloide Welten #12
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 14.05.2007, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Frank Heller (Chefred.), Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 98, Erschienen: 2007, Preis: 6 Euro


Auch in seiner mittlerweile zwölften Ausgabe präsentiert sich das halbjährlich erscheinende Rollenspielmagazins Cthuloide Welten als abwechslungsreicher Ergänzungsband zu den verschiedenen Settings, die im Laufe der Jahre für Cthulhu erschienen sind. Zwar ist das Hauptaugenmerk auf die 1920er gerichtet, das Heft deckt aber ein breites Spektrum ab. Gelingt der Redaktion mit der zwölften Ausgabe einmal mehr ein interessanter Themencocktail aus Spielleitermaterialien und Hintergrundartikeln?

Den Schwerpunkt der Ausgabe stellt das Abenteuer Disharmonie von Bernhard Bihler dar, das mit rund 30 Seiten recht lang ausgefallen ist. Die Lektüre lohnt sich aber, denn, wie bereits Chefredakteur Frank Heller in seinem Editorial teffend erklärte, handelt es sich um ein höchst atmosphärisches Abenteuer.
Disharmonie ist im Nürnberg der 1920er angesiedelt; jener Stadt, in der viele Jahrhunderte vorher Peter Henlein die Taschenuhr erfand. Das Abenteuer greift die Idee auf, dass einer seiner Schüler mehrere Spieluhren entwickelte. An eine dieser Spieluhren geraten letztendlich die Charaktere, nachdem sie im Zimmer eines ermordeten Musiklehrers diese Uhr als einzigen Hinweis auf einen potenziellen Mörder finden. Die Suche nach dem Täter und die Geheimnisse um die Spieluhr führen die Investigatoren in die Stadtmusiker-Szene. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf, als weitere der gefährlichen Spieluhren auftauchen und plötzlich jeder Straßenmusikant hinter den Charakteren her ist.
Disharmonie lebt von seinem gut recherchierten Hintergrund, der den Flair Nürnbergs und die Geschichte um die Taschenuhr gut rüberbringt. Dank seines offenen Aufbaus lässt das Abenteuer stets genügend Freiheiten und drängt den Spielleiter nicht in die unglückliche Situation, die Spieler durch die Handlung pressen zu müssen. Dennoch gewinnt das Abenteuer ab der Mitte der Handlung mehr und mehr an Fahrt.
Sicherlich wäre es von Vorteil gewesen, längere Abschnitte in kleinen Kästen zusammenzufassen, um während des Spiels schnell auf die wichtigsten Informationen zurückgreifen zu können. So mag der unerfahrenere Spielleiter mit der Abenteuergestaltung etwas überfordert sein, denn wann und in welcher Weise optionale Elemente wie etwa Actionszenen am besten eingefügt werden, wird im Text nicht vorgegeben. Wer sich aber die Mühe macht, das Abenteuer vorher gut zu verinnerlichen und ein wenig Vorarbeit zu investieren, erhält ein Abenteuer, das trotz des ohnehin hohen Niveaus zu den qualitativ besseren Abenteuer dieser Cthuloide Welten-Ausgaben gehört.

Weiter geht es mit einem ausführlichen Artikel über die Stadt Köln, der die in den letzten Ausgaben etwas vernachlässigte Reihe Cthulhu Regionalia wieder aufleben lässt. Detailiert geht der Autor Nils Plaumann auf alle Aspekte der Metropole am Rhein ein; angefangen von einem historischen Überblick über das Verkehrswesen und Sehenswürdigkeiten bis hin zu Sagen und Mythen, unter denen die Heinzelmännchen noch zu den harmloseren ihrer Art gehören. Der Artikel verschafft insgesamt einen guten Überblick. Ein wenig mehr Lebendigkeit hätte ihm aber gut getan. So mutet der Text stellenweise doch eher als sachlicher-neutraler Reisebericht denn als spannendes Hintergrundmaterial an.

Weitere küzere Artikel, unter anderem zum Voynich-Manuskript aus der Mythosbibliothek und zu einem Black Metal Label für Cthulhu Now, runden das Magazin ab.
Unterhaltsam ist einmal mehr das Interview. In dieser Ausgabe steht Manfred Escher Rede und Antwort, der sich seit einigen Jahren für die Titelbilder sämtlicher Cthulhu-Bücher verantwortlich zeigt, und aus dem Nähkästchen plaudert. Mit zahlreichen, wirklich hilfreichen Tipps zum Verfassen eigener Abenteuer berichtet abschließend Frank Heller in der Abenteuerwerkstatt über seine langjährigen Erfahrung als Spieler und als Chefredakteur.

Fazit

Cthuloide Welten hält das hohe Niveau mühelos und bietet in seiner zwölften Ausgabe den gewohnt bunten Mix für alle Cthulhu-Spieler. Für 6 Euro erhält der Käufer kein liebloses Heftchen, sondern ein gut recherchiertes und für den Preis unübertroffenes Magazin, das in der Rollenspielszene seinesgleichen sucht.




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