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Der Markt von Alturien
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 15.05.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Wolfgang Kramer, Verlag: Pro Ludo, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 24,90 Euro


Der Markt von Alturien ist das erste einer Reihe von Spielen, die sich mit der Entwicklung und Geschichte des kleinen, mittelalterlichen Reiches Alturien, irgendwo im Grenzgebiet zwischen Spanien und Frankreich, beschäftigen. In dem ersten Teil schlüpfen nun die Spieler in die Rolle von Handelsherren, die durch den Ausbau ihrer Geschäfte versuchen genug Geld zu scheffeln um sich in den Adelsstand "einkaufen" zu können.

In der überraschend großen Schachtel befindet sich das Herzstück, das Spielbrett mit dem eigentlichen Markt und seinen Gassen und Ständen. Daneben gibt es natürlich noch die potentiellen Käufer, insgesamt sechs an der Zahl, ansprechend modelliert und mit unterschiedlicher Kaufkraft ausgestattet sowie Gustavo das Wiesel, ein Dieb, der von den Reichen nimmt und es den Armen, oder wie in diesem Fall, den anderen Spielern gibt. Dazu kommen für jeden Spieler zwölf Handelshäuser aus Kunststoff in seiner Farbe, zwei Stoffbeutel zur Aufbewahrung, ein Würfel um die Zugreichweite der Kundschaft zu bestimmen, ein ganzer Packen Real-Scheine (die hiesige Währung) und die Prestigeobjekte, um die sich das Spiel letzten Endes dreht. Für die Fortgeschrittenen-Variante kommen noch zwölf Investitionskarten (je vier verschiedene) und ein zusätzlicher Würfel hinzu. Den Abschluss bildet die achtseitige Spielanleitung, in der verständlich und mit Beispielen der Spielablauf erläutert wird.

Nachdem die Spieler die sechs Kunden in den Gassen des Marktes platziert haben, werden nun abwechselnd vier Handelshäuser pro Spieler auf den Plan gesetzt. Hierbei kann man normale Geschäfte errichten oder sich für ein Spezialgeschäft entscheiden. Zusätzlich gibt es noch einige Real als Startkapital und dann kann es auch schon losgehen. Ein Spieler würfelt und muss nun einen der Kunden die gewürfelte Augenzahl bewegen. Kommt der Kunde vor einem Geschäft zum Stehen, so kauft er dort ein, unabhängig davon, wem dieses Geschäft gehört. Der Gewinn für den Besitzer des Geschäfts errechnet sich einfach nach der Kaufkraft des Kunden (eins bis drei) multipliziert mit der Stockwerkanzahl des Handelshauses vor dem er sich befindet. Zum Abschluss seines Zuges kann der Spieler nun sein erworbenes Geld in neue Geschäfte, mehr Stockwerke oder Prestigeobjekte investieren. Dazu kommen in der erweiterten Spielversion noch die Investitionskarten.

Wenn das Vermögen eines Spielers eine bestimmte Höhe erreicht hat, so erscheint Gustavo das Wiesel auf der Bildfläche. Er kann, wie auch die Kunden, von jedem Spieler bewegt werden, doch gibt er kein Geld aus, wenn er vor einem Geschäft steht, sondern stiehlt einen Betrag (zwei Mal die Stockwerkanzahl) und gibt seine Beute an denjenigen weiter, der ihn gezogen hat. Sollte ein Spieler nicht mehr in der Lage sein, für den Schaden des Diebes aufzukommen, so muss er, natürlich mit Verlust, Häuser oder Karten verkaufen.

Das Ziel jedes Spielers ist es letzten Endes, zuerst drei der teuren Prestigekarten zu erwerben und so in den Adelsstand aufgenommen zu werden.

In der erweiterten Version, die auf jeden Fall gespielt werden sollte, gibt es noch Investitionskarten, mit deren Hilfe man den Wert seiner Handelshäuser oder die Kaufkraft der Kunden steigern kann, einen zweiten Würfel erhält oder den Würfelwert modifizieren kann. Dies bringt mehr Schwung ins Spiel und erlaubt ein anspruchsvolleres Taktieren.

Sowohl was die hochwertige Ausstattung als auch die Aufmachung angeht, lässt Der Markt von Alturien kaum Wünsche offen. Lediglich die Farbwahl mancher Handelshäuser hätte etwas dezenter ausfallen dürfen. Auch darüber, ob die Spielsteine nicht besser aus Holz anstatt Kunststoff hätten sein können, kann man diskutieren. Ansonsten gibt es allerdings weder an der Anleitung noch an den Spielmaterialien etwas auszusetzen. Das Spielprinzip ist durchdacht und nicht zu sehr vom Würfelglück des Einzelnen abhängig. Die Anleitung ist verständlich und gut geschrieben und erlaubt einen schnellen Einstieg.
Bei zwei bis vier Spielern ist das Spiel zwar ganz nett, aber die Spieler bauen eher nebeneinander her als sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Bei fünf oder gar sechs Spielern merkt man schon, dass sowohl die Bauplätze als auch die begehrten Investitionskarten rasch knapp werden und man mit seinen Mitspielern zusammenarbeiten muss, um allzu gierige Konkurrenten im Zaum zu halten. In jedem Fall sollte man aber die erweiterten Regeln mit den Investitionskarten nutzen, denn diese werten das Spiel noch einmal richtig auf.

Mit Der Markt von Alturien hat man ein unterhaltsames Spiel, welches sich sehr flüssig und einfach spielt und trotzdem komplex genug ist, um über einen längeren Zeitraum zu fesseln. Grade für etwas größere Spielergruppen bietet es sich geradezu an, da man auch immer neue Strategien erproben kann um zum Erfolg zu gelangen. Man darf in jedem Fall gespannt sein, wie sich die Geschichte von Alturien weiterentwickelt und ob die folgenden Spiele das selbst gesetzte Niveau halten können.




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