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Der Jäger der Finsternis
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 02.04.2007, Serie: Auditorium, Autor(en): H.P. Lovecraft, Verlag: LPL records e.K., Seiten: 4 CDs, Erschienen: 2007, Preis: 15,47 €


Das immerhin sechste Hörbuch präsentiert uns die audiophile Horrorschmiede LPL Records auf vier CDs, und diese sind vollgepackter denn je mit ungekürzten Klassikern lovecraft’scher Phantastik.

In Die Musik des Erich Zann trifft der Protagonist im alten Paris auf einen eigentümlichen deutschen Musiker, der ein paar Stockwerke über ihm wohnt. Doch seine Geigentöne sind so faszinierend, dass sie durch das ganze Haus schallen. Aber sie haben ihren Anfang nicht in der Geige des Musikers, sonders viel vorher, am Anbeginn der Zeit.

In der Gruft eingeschlossen zu sein ist keine schöne Vorstellung, doch der Protagonist ist ein verschlagener Geselle, der gerne mal einen Taler einspart, wenn es darum geht seinen Kunden die letzte Ehre zu erweisen. Kleine Sünden bestraft Gott sofort...

Das Bild im Haus ist zweifelsohne erschreckend. Es befindet sich in einem alten Buch über den Kongo und zeigt Kannibalismus in seiner urtümlichsten Form. Viel verschreckender ist jedoch sein Besitzer, der Bewohner eines nicht mehr ganz neuen Hauses, den der Erzähler antrifft und der von seinen Fantasien berichtet, die ihm das Buch bringen.

In Der Tempel trifft der Hörer auf eine deutsche U-Boot Besatzung, die sich nach und nach dem Wahnsinn nähert, als ihr Schiff steuerlos in die Tiefen treibt. Lovecraft beschreibt deutschen Pseudo-Patriotismus, der auf uns eher lächerlich wirkt, die Klasse der Geschichte aber in keinem Fall schmälert.

Warum die Geschichte Jäger der Finsternis eben jenen Titel trägt, ist mir schleierhaft, handelt es sich dabei doch um keine andere Erzählung als Der leuchtende Trapezoeder, die allen Fans eher ein Begriff sein sollte. Sie zählt ohne Zweifel zum Besten, das Lovecraft hervorgebracht hat. Die Geschichte wurde Robert Bloch (Psycho) gewidmet und er kommt als Robert Blake auch darin vor. Im Gegenzug baute Bloch Lovecraft in einer seiner Geschichten ein. Blake ist fasziniert von einem Städtchen, das er immer nur in der Ferne sieht, doch als er es einmal besucht entdeckt er es, dieses grauenvoll leuchtende Konstrukt, das ihm für immer Angst vor der Dunkelheit bescheren wird.

Die Träume im Hexenhaus treiben einen Studenten in den blanken Wahnsinn. Abstrakte Geometrie, wirre Formen und Konstrukte sind schwere Kost, auch für den Höhrer.

Fazit: LPLs sechstes Hörbuch der Lovecraft-Reihe führte den Zyklus mit Klasse fort. Gleich sechs Geschichten werden ungekürzt durch David Nathan, die Synchronstimme von Johnny Depp, zelebriert und diesmal sogar dann und wann mit leiser Musik untermalt. Ganz besonders gut wirkt dies bei der ersten Geschichte, wenn Zanns Violine imitiert wird. Leider wurde Das Bild im Haus bereits vorher von Eichborn Verlag (Der Ruf des Dämons) als Hörbuch herausgegeben und ein wenig besser inszeniert, was aber den Gesamteindruck dieser vier CDs nicht schmälert.




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