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Arkham Horror
Von Hendrik Ebbers

Rezension erschienen: 03.08.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Richard Launius & Kevin Wilson, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 49,90 €

"Arkham Horror" ist beim Heidelberger Spielverlag erschienen und eignet sich für 1-8 Spieler ab 12 Jahren. Die Spieldauer beträgt ca. 3-4 Stunden. Wie viele Spiele des Heidelberger Spielverlages erschien auch "Arkham Horror" vorher in den USA bei Fantasy Flight Games. Ein großer Pluspunkt von "Arkham Horror" besteht in dem genial designten und in Hülle und Fülle vorhandene Spielmaterial. Ein großes, sehr schön gestaltetes Spielbrett, unzählige Karten, Marker und vieles mehr findet man in der Spielschachtel. Das Regelheft umfasst 24 Seiten und erklärt die (teilweise schon recht komplexen) Regeln anschaulich mit vielen Bildern. Die Übersichtlichkeit des Regelheftes konnte nicht hundertprozentig punkten, da man vor allem bei den ersten Partien noch oft etwas nachschlagen muss.

Das Spielprinzip von "Arkham Horror" hält sich sehr stark an die Geschichten Lovecrafts und vor allem an das Cthulhu-Rollenspiel. Die Spieler spielen alle zusammen gegen das Spiel. Jeder von ihnen wählt seine Spielfigur aus 16 vorgegebenen Charakteren aus, die alle gewisse Vorteile und Nachteile besitzen. In der Gruppe muss nun verhindert werden, dass sich in der Stadt Arkham, die das Spielbrett darstellt, zu viele Tore in fremde Welten öffnen, aus denen Monster des Cthulhu-Mythos in unsere Welt schlüpfen. Um dies zu verhindern, müssen die Spieler durch diese Portale in fremde Welten, beispielsweise die Traumlande, reisen um dort Aufgaben und Abenteuer zu bestehen. Wurde die Welt erforscht, können die Charaktere nach Arkham zurückreisen und das Portal schließen. Die Aufgaben und Queste, die die Charaktere auf ihrer Reise bewältigen müssen, werden durch Würfelproben auf die verschiedenen Eigenschaften der Spielcharaktere abgehandelt. Nebenbei müssen die Charaktere auch noch möglichst viele Monster bekämpfen, von denen sich im verlauf einer Partie immer mehr auf den Strassen Arkhams tummeln und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. So kann es schnell passieren, dass bei einem zu großem Monsteraufkommen Geschäfte oder andere wichtige Orte der Stadt schließen, da die Besitzer aus der Stadt fliehen. Nachdem alle Spieler ihren Zug durchgeführt haben, wird eine Ereigniskarte gezogen, die zum Beispiel neue Aufgaben für die Spieler bereithalten kann oder das weitere Spielgeschehen verändert, indem z.B. Orte auf dem Spielbrett durch eine Überflutung für bestimmte Zeit nicht mehr zu erreichen sind. Zusätzlich werden noch die in der Stadt verteilten Monster nach bestimmten auf den Ereigniskarten angegebenen Regeln bewegt.

Schaffen die Spieler es nicht, genug Tore zuschließen, erwacht einer von 8 "Großen Alten" gegen den die Charaktere dann versuchen müssen, in einem alles entscheidenden Endkampf zu bestehen. Hilfe finden die Charaktere in allerlei Waffen, Gegenständen, Zaubern und Verbündeten, die man in Arkham finden oder in Geschäften kaufen kann.

Als große Besonderheit muss noch erwähnt werden, dass es zu allen Orten, die ein Charakter besuchen kann, Karten mit Ereignissen und Begegnungen gibt. Zu dem Feld, auf dem ein Spielcharakter am Ende seines Zuges endet, wird eine passende Karte gezogen. Der Text der Karte spiegelt in etwa eine kurze Szene eines Rollenspiels wieder, in der mit Hilfe von Proben der Ausgang des kurzen Ereignisses bestimmt wird. So kann es z.B. passieren, dass man zum Hilfssheriff von Arkham berufen oder als Mitglied einer geheimen Loge angenommen wird. Auch brauchbare Gegenstände oder Verbündete können die Charaktere auf diese Weise erlangen. Gehen allerdings die gewürfelten Proben daneben, wird der Charakter entweder verwundet oder er muss zum Beispiel wichtige Gegenstände abgeben. Durch diese Ereignisse, die immer wieder in anderen Konstellationen auftreten, bleibt das Spiel sehr abwechslungsreich und ein Charakter weiß nie genau, was ihm als nächstes bevorsteht.

Ein kleiner Minuspunkt ist die im Spiel vorkommende Monsterflut und das Auftauchen sehr vieler anderer Welten, die für das typische Cthulhu-Feeling doch übertrieben sind. Wer es noch Lovecraft-typischer mag, der findet unter http://www.earleye.de/ die Spielvariante "Arkham-Investigations", in der die Charaktere eine feste Geschichte erleben. Momentan sind zwei verschiedene Geschichte samt sehr guten Vorlesetexten etc. vorhanden.

Fazit: Cthulhufans wird "Arkham Horror" gefallen, da es viele Elemente des Cthulhu Rollenspiels sehr gut in ein Brettspiel unterbringt und jeder Spieler dadurch mit seinem Charakter eine einmalige Geschichte erlebt. Für Rollenspieler, die mal wieder ein Brettspielabend veranstalten wollen, kann ich "Arkham Horror" uneingeschränkt empfehlen. Für Gelegenheitsspieler ist die Spieldauer vielleicht ein wenig zu lang und die Regeln bzw. die Handlungsmöglichkeiten im Spiel etwas zu komplex.




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