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Final Fantasy 12
Von Ronnie Oepen

Rezension erschienen: 19.03.2007, Serie: Computerspiele, Autor(en): , Verlag: Keine Angabe, Seiten: , Erschienen: 23.02.2007, Preis: 59,95

Nach über 2 Jahren ist es endlich wieder soweit. Nach dem schwachen Final Fantasy X-2 ist nun bei Squaresoft Final Fantasy 12 erschienen. Damit sollen die Fans mit alten Tugenden, aber auch mit gravierenden spielerischen Änderungen in den Bann gezogen werden. Ob dieser Spagat gelingt?

Schon die Verpackung knüpft an alte Traditionen an: Eine markante Stricjzeichnung vor weißem Hintergrund macht klar, dass Final Fantasy in die nächste Runde geht.Da Booklet im Innern soll mit den wichtigsten Funktionen des Spiels vertraut machen. Leider ist es aber nicht sonderlich ausfürhrlich und somit nur bedingt zu gebrauchen.

Startet man das Spiel wird man von einem gewohnt übersichtlichem Menü empfangen. Blitzschnell finden man den Start ins Abenteuer, das dem Spieler schon in den ersten Sekunden den Atem rauben wird.
Wie gewohnt startet das Spiel mit einer opulenten Videosequenz, die auf Konsolen und auch am PC ihresgleichen sucht: Butterweiche Animationen, tolle Kamerafahrten und brilliant inzenierte Effekte. An dieses Intro wird man sich noch lange erinnern.

Sobald der Spieler selber die Kontrolle über sein Alter Ego erlangt, setzt zunächst einen kurzen Moment Ernüchterung ein. Die Spielgrafik fällt deutlich ab gegen Titel wie Gothic 3 oder The Elder Scrolls IV: Oblivion, holt aber das Bestmöglichse aus der nun mittlerweile auch schon über 5 Jahre alten Technik der Playstation 2. Die Steuerung der Spielfigur geht aber nichtsdestotrotz flüssig von der Hand.

Auf einfachen Knopfdruck welchselt man in das auf den ersten Blick unübersichtliche Spielmenü. Nach einigen Spielminuten sollte man sich jedoch zurecht finden. Ein Vorteil des Menüs ist, das neue Unterpunkte erst erscheinen und ausgewählt werden können, wenn der Spieler dafür relevante Gegenstände erhalten oder gefunden hat.
Hier lernt man dann auch den neuen "Talentbaum" des Spiels kennen. Wo in Teil X und X-2 noch das bei den Fans recht unbeliebte Sphärobrett zum Verteilen der Talente diente, empfängt sie nun ein frisch überarbeitetes Lizenzbrett. Jede Waffe oder Rüstung, jeder Zauber und jede Fertigkeit benötigt ihre eigene Lizenz, die erst mit sogenannten Lizenzpunkten (LP) freischaltet werden muss. Lizenzpunkte erhält man neben Erfahrungspunkten (EP) von besiegten Gegnern.
Hat man sich an die Eigenschaften des Lizenzbrettes gewöhnt, geht das Erweitern der Charaktere leicht von der Hand. Spannend wird es, wenn auf dem Lizenzbrett sogennante Myst-Tecks entdeckt werden. Diese können jeweils nur von einem Charakter erlernt werden und sind besonders mächtige Zauber. Ähnlich der Aufrufe der älteren Final Fantasy Teile, werden sie in einer wunderschön gestalteten Sequenz dargestellt. Gewöhnliche Aufrufe gibt es auch wieder, jedoch in abgewandelter Form: Es gibt im Spiel spezielle Monster, deren Beschwörung nach dem Sieg der Kampfgruppe von einem der Charaktere erlernt werden kann. Werden diese dann gerufen, erscheinen sie nicht wie bisher für einen einzigen imposanten Zauber, sondern kämpfen eine gewisse Zeit zusammen mit ihrem Beschwörer gegen die Feinde.

Dies bringt uns zu der größten Neuerung des Spiels: Final Fantasy 12 legt das seit dem siebten Teil der Serie beliebte rundenbasierte Kampfsystem zu den Akten. Ein neues, actionreicheres System, das stark an Spiele wie Knights of the Old Republic von Lucas Arts errinnert, ersetzt es. Der Spieler erteilt primär nur der derzeitig ausgewählten Spielfigur Befehle. Die beiden anderen Partymitglieder werden vom Computer übernommen. Dieser kämpft nicht sonderlich schlau, weswegen es als zweite große Neuerung das Gambit-System gibt. Gambits sind Befehle, oder Verhaltensweisen die man den vom Computer gesteuerten Charakteren zuweisen kann. Das System ist in zwei Arten unterteilt: 1.) Bedingungen, 2.) Handlung. Man kann z.B. seinem Heiler sagen, dass, wenn ein Charakter der Gruppe nur noch 70% Leben hat(Bedingung), er ihn mit dem Zauber Vitra heilen soll (Handlung). Sollte die Spielfigur grade einen Angriff vorbereiten, und eine andere sinkt unter 70%, so wird sie den Angriff abbrechen und den Heilzauber wirken. Dies geht bald so gut von der Hand, das sich der Spieler voll und ganz auf eine Person beschränken kann. Dies ist auch notwendig, da der gleichzeitige Kampf mit allen drei Charakteren recht unübersichtlich wäre.

Wenn man sich auch an diese Neuerungen gewöhnt hat, kann man sich getrost in das Abenteuer stürzen. Ob der Fall eines Imperiums oder der Krieg zweier Nationen, Final Fantasy 12 bietet wieder eine facettenreiche und sehr gut durchdachte Story. Wenn man neben dieser auch noch die Side Quests erledigt, ist man sicherlich mehr als 150 Stunden in der Welt von Final Fantasy 12 unterwegs.

Fazit
Als langjähriger Final Fantasy Fan war ich nach der ersten Stunde soweit, dass ich das Spiel wieder bei E-Bay verkaufen wollte: Zu ungewohnt ist das Kampfsystem, zu langsam kommt die Story anfangs in Fahrt. Was wäre das für ein Fehler gewesen, denn nach ca. 2 - 3 Stunden entfacht Final Fantasy 12 wieder die alte Freude, man beherrscht das Kampfsystem und die Story greift wunderbar. Final Fantasy 12 ist der erhofft perfekte Nachfolger für FF-X und Fans wie Serien-Neulinge sollten unbedingt mehr als einen Blick in dieses Meisterwerk werfen.




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