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Legenden von Camelot
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 20.03.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Andrew Parks, Verlag: Pro Ludo, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 14,49 Euro


Legenden von Camelot ist ein umfangreiches Kartenspiel, in dessen Verlauf die Spieler Truppen aus Rittern und anderen Charakteren bilden, die an verschiedenen Orten aus der Artus-Saga Aufgaben erfüllen oder in Turnieren gegen die Mitspieler anzutreten. Nachdem das letzte Abenteuer überstanden wurde, ist der Spieler mit den meisten Siegpunkten Sieger von Camelot.

Die schön gestaltete Schachtel enthält drei große Ortskarten auf denen die Orte "Camelot", "Cornwall" und "Gefährlicher Wald" abgebildet sind. An den jeweiligen Rändern befinden sich einfarbige Balken für die Spielerfarben. Das Wichtigste aber sind die 100 Spielkarten, die wunderschön illustriert sind. Die Charakterkarten enthalten sehr viel Informationen für das eigentliche Spiel. Da gibt es den Namen des Charakters, ein Symbol für die Ritterschaft, der er eventuell angehört, ein farbiges Symbol für das Spiel-Level, ein Bild, einen Kartentext, immer ein passendes Zitat und die sieben Fähigkeitssymbole mit einem entsprechenden Wert von -1 bis 6. Die Karten sind recht klein gehalten, da viele davon auf der Spielfläche unterkommen müssen. Dies und die Menge der Informationen führen dazu, das das Bild recht klein geworden ist. Besonders hat aber der Kartentext darunter gelitten, den man während des Spiels ständig im Auge haben muss, was dadurch leider sehr schwer fällt. Die Ereigniskarten zeigen neben dem Namen, einem Bild und dem Spiel-Level noch die Ereignisart, einen Kartentext, die notwendigen Anforderungen und die Siegpunkte. Drei Sonderkarten bringen jeweils einen besonderen Vorteil. Sie können im Lauf des Spiels errungen werden. Letztlich sind noch Übersichtskarten für jeden Spieler enthalten.
Die Spielanleitung ist mit 20 Seiten recht ausführlich und verständlich geschrieben. Das Spiel wurde aus dem Englischen übersetzt und ist im Deutschen so gut wie grammatikalisch einwandfrei, was bei vielen anderen Spielen nicht der Fall ist.

Die Spielanleitung enthält zunächst Regeln für Anfänger. Dabei wird nur mit den Karten gespielt, die ein weißes Level-Symbol tragen. Alle anderen kommen aus dem Spiel. Die Ortskarten werden in der Tischmitte mit ungefähr 30 Zentimeter Abstand ausgelegt. Die Ereigniskarten werden gemischt und bilden einen verdeckten Stapel. Die Charakterkarten werden ebenfalls gemischt und fünf davon an jeden Spieler verteilt. Die restlichen Karten kommen verdeckt neben die Ereigniskarten. Es werden so viele Übersichtskarten, wie Spieler vorhanden sind, verdeckt gemischt und an jeden eine verteilt. Diejenige mit dem Pentragon-Symbol bestimmt den Startspieler.
Jedem Spieler wird nun eine Farbe von den Ortskarten zugewiesen. Am Besten diejenige, die der Ausrichtung des jeweiligen Spielers entspricht. Nun legt reihum jeder Spieler einen seinen Charaktere an den Rand eines beliebigen Ortes, der seiner gewählten Farbe entspricht.

Jeder Spielzug besteht aus vier Phasen:

1. Ereigniskarte ziehen
Der aktive Spieler zieht die oberste Ereigniskarte. Handelt es sich um ein Ortsereignis, wird dieses offen auf den entsprechenden Ort gelegt. Besondere Ereignisse werden sofort abgewickelt.

2. Optionalen Kartentext anwenden
Jetzt kann jeder Charakter seinen Kartentext anwenden, sofern das Wort "darf" enthalten ist. Meist erhöht dieser die Fähigkeit eines oder mehrerer Charaktere.

3. Ortsereignis erfüllen
Das Spiel besteht vorrangig darin Ereignisse zu erfüllen. Liegen an einem Ort Ereignisse aus und der entsprechende Trupp erfüllt die Anforderungen, kann der Spieler dieses Ereignis ausführen und die entsprechende Karte an sich nehmen, was ihm neben Punkten meistens weitere Vorteile bringt.
Ein Ortsereignis ist erfüllt, wenn der entsprechende Trupp an diesem Ort zusammengezählt die auf der Ereigniskarte geforderten Fähigkeitspunkte aufweist.

4. Kartenaktionen
Der Spieler kann nun beliebig zwei der folgenden Kartenaktionen ausführen:
- Einen Charakter nachziehen
- Einen Charakter von seiner Hand an einen Ort ausspielen
- einen oder zwei Charaktere von einem Ort zu einem anderen Ort bewegen

Das Spiel ist zu Ende, wenn das letzte Ortsereignis erfüllt wurde. Sieger ist der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Das Anfängerspiel dient wirklich nur dazu das Spiel kennen zu lernen. So richtig interessant wird es erst bei dem "Standartspiel". Dabei werden die Karten mit dem blauen Level-Symbol dazu gemischt. Es gibt noch mehr verschiedene Ereignisse, die sich nicht unbedingt auf einen Ort beziehen. Außerdem gibt es drei Karten für ein Endereignis, von denen eine zu Spielbeginn als letzte unter den Ereigniskartenstapel kommt. Das Spiel endet, wenn dieses Endereignis erfüllt wurde.

Wichtig ist es während des Spiels zusammen passende Trupps an den richtigen Orten zu bilden. Gehören mehrere Charaktere einer Ritterschaft an, so ist das meistens von Vorteil. Auch kann sich schon mal eine Paarbildung, wie Lancelot und Guinevere, besonders auswirken. Alle Charaktere stammen aus der Welt von König Artus und wurden entsprechend ihrer persönlichen Geschichte in das Spiel integriert. Leider drückt die ständige Rechnerei für das Erfüllen eines Ereignisses etwas die Stimmung.

Fazit:
Legenden von Camelot ist ein anspruchsvolles und sehr schön illustriertes Kartenspiel mit wenig neuen Ideen. Es bedarf viel Konzentration, um ständig den Überblick zu behalten und ist somit eher für Vielspieler geeignet. Das Hintergrundthema wurde gut recherchiert und wenn sich die Spieler darauf einlassen, kommt auch eine stimmungsvolle Atmosphäre auf.




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