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Spieler-Handbuch
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 03.08.2007, Serie: Rollenspiele, Autor(en): Sandy Petersen, Lynn Willis u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 248, Erschienen: 2007, Preis: 19,95 Euro


Das Spieler-Handbuch für H.P. Lovecrafts Cthulhuaus dem Hause Pegasus liegt nun schon in der zweiten Edition vor. Wie man unschwer am Namen erkennen kann, beschäftigt sich dieses Rollenspiel mit dem Mythos den H.P. Lovecraft und andere Autoren in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts geschaffen haben und der bis heute immer noch erweitert und ausgeschmückt wird.

Eine Zusammenfassung des Werkes dieser Autoren ist schwierig, aber zumeist geht es um die Bedrohung der Menschen durch uralte außerirdische Wesenheiten, die auf der Erde gefangen sind, finstere Kultisten, die versuchen ihre Götter zu beschwören oder aber Wissenschaftler die den schmalen Pfad zwischen Genie und Wahnsinn verlassen haben.
Die Spieler schlüpfen hierbei in die Rolle von Forschern oder Ermittlern, die sich der Bedrohung des Mythos und seiner Wesenheiten entgegenstellen und versuchen diese Mittels Intelligenz, Technik oder notfalls auch roher Gewalt abzuwenden. Der Schwerpunkt des Spieles liegt aber ganz sicher nicht beim physischen Kampf gegen die Großen Alten und ihre Diener, sondern es steht die Suche nach Wissen im Vordergrund, mit dessen Hilfe man die Bedrohung abzuwenden vermag.
H.P. Lovecrafts Cthulhu konzentriert sich hierbei vor allem auf die Zeit zwischen den Weltkriegen, wobei auch die viktorianische Ära und auch die Gegenwart kurz angerissen werden.

Nach einer sehr ausführlichen und informativen Einführung über das Rollenspiel Cthulhu, seine Hintergründe und die Begriffe, die den Spielern von nun an ständig begegnen schließt sich eine kurze Einführung über die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts an, in denen Lovecrafts Geschichten und auch viele Abenteuer angesiedelt sind.
So ist der aufmerksame Leser ausreichend eingestimmt, um sich selbst an die Erschaffung eines eigenen Charakters zu wagen. Auf den nächsten achtzig Seiten wird nun Stück für Stück die Erschaffung eines Charakters erläutert. Besonderer Wert wird hier auf die Beschreibung der Berufe gelegt, die ein Charakter ergreifen kann. Hierbei wird der Text immer durch Beispiele historischer Persönlichkeiten aufgelockert, was ebenfalls zur dichten Atmosphäre beiträgt.
Der zweite große Teil des Buches widmet sich den eigentlichen Spielregeln und den Fähigkeiten, die von den Charakteren eingesetzt werden müssen um erfolgreich zu sein. Auch hier ist die Beschreibung umfassend und der Regeltext wird immer wieder durch praktische Beispiele ergänzt.
Ein weiteres zentrales Thema für dieses Rollenspiel ist der Wahnsinn und die psychische Belastung der die Spieler ständig ausgesetzt sind, während sie versuchen den Mythos zu verstehen. Dieses letzte Kapitel des Regelteiles widmet sich daher ganz den Auswirkungen verschiedener geistiger Erkrankungen, ihren Einfluss auf den Spieler und ihrer möglichen Heilung.

Nachdem der Spieler nun alles weiß, was er über das Spiel, seinen Charakter und die Regeln wissen muss, kann er sich in das kleine Soloabenteuer "Das letzte Opfer" stürzen um das Gelesene gleich umsetzen zu können. Hierbei übernimmt der Spieler die Rolle des Doktors R. Connel, der sich einem alten Fluch stellen muss, der auf seiner Familie liegt.

Den Ausklang des Bandes bilden ein kurzer Überblick über die deutschsprachige Cthulhu-Szene mit einer Vorstellung der verschiedenen Publikationen aus dem Print- und Online-Bereich, Spielertreffen und den Support durch Pegasus.
Und zu guter Letzt gibt es noch verschiedene Hilfsmittel, die für den Spieler nützlich sind. So gibt es eine ganze Reihe von Ausrüstungsgegenständen, die der geneigte Erforscher während seiner Abenteuer benötigen wird, verschiedene vorgefertigte Charaktere und natürlich auch leere Charakterbögen für verschiedene Epochen.
Den Abschluss bildet ein, noch immer nicht selbstverständlicher, Index, der die Suche nach dringend benötigten Begriffen wesentlich beschleunigt und bei der Orientierung innerhalb des Buches hilft.

Wie auch schon die anderen Bände dieser Reihe, so präsentiert sich auch das Spieler-Handbuch von seiner besten Seite. Das stimmige Layout wird durch viele passende Fotos und Illustrationen ergänzt, die Gliederung des Buches ist logisch und erleichtert den Einstieg in dieses Regelwerk ungemein. Daneben tragen die zahlreichen historischen Einschübe stark dazu bei, dem Leser die Atmosphäre und das Zeitgeschehen der "Goldenen Zwanziger" zu vermitteln, so dass er sich ohne Schwierigkeiten in dieser Epoche zu Recht finden kann. Den Schlusspunkt setzt hier die exzellente Aufmachung und Verarbeitung des Bandes, bei dem ein Index ebenso wenig fehlt wie ein Kapitelband. Über Sinn und Unsinn von Soloabenteuern kann man sich sicherlich auch streiten, aber dieses hier ist hervorragend dazu geeignet, einem neuen Spieler Einblicke in das Spiel und vor allem die Stimmung zu geben.

Fazit: Wer sich schon immer einmal den Gefahren des Mythos und der Bedrohung durch die Großen Alten entgegenstellen wollte, kann hier bedenkenlos zugreifen und erhält ein komplettes, übersichtliches und leicht verständliches Regelwerk, das auch noch hervorragend aufgemacht ist.
Lediglich für Besitzer der ersten Edition des Spieler-Handbuches ist eine Anschaffung nur bedingt sinnvoll, da sich in der zweiten Auflage wenig Neues findet. Die Errata wurden in das Regelwerk eingearbeitet, das alte Soloabenteuer wurde durch ein neues ersetzt und auch das Kapitel über die deutsche Cthulhu-Szene ist neu.




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