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Das haarsträubende Hotel. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse Band 12
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 19.10.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Lemony Snicket , Sabine Roth (Übersetzer), Verlag: Manhatten Verlag, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 10,00 Euro


Mit Das haarsträubende Hotel legt Daniel Handler unter seinem Pseudonym Lemony Snicket den vorletzten Band seiner schwarzhumorigen Reihe betrüblicher Ereignisse vor. Natürlich umfasst die Reihe dreizehn Bände, womit Das haarsträubende Hotel den zwölften Band darstellt.

Auch in diesem Band steht es schlecht um die Baudelaire-Waisen. Eine gefährliche und nahezu unlösbare Aufgabe steht ihnen ebenso bevor wie die große Zahl an Katatrophen, die man von einem Lemony-Snicket-Buch erwartet.

Ort der Handlung ist das völlig bizarre Hotel Denouement, in dem die Baudelaire-Waisen untertauchen sollen. Sie müssen sich dort aber nicht nur verstecken, sie haben auch einiges zu erledigen.
In der Kurzfassung: Sie werden als Concierges getarnt und müssen zwei falsche sowie eine richtige Identität aufdecken, die Zuckerdose sichern, Freiwillige und Verbrecher beschatten, vor einem gericht mit blinden Zuschauern aussagen und dabei auch noch unerkannt bleiben. Weiterhin involviert sind eine Harpunenkanone, ein Bibliothekssystem, ein Sonnendeck, ein riesiger Fliegenfänger zum Einfangen von Vögeln, ein Sprachschloss und ein großer Hotelbrand. Aber das nun nebenbei...

Viel mehr sollte zum Inhalt an dieser Stelle nicht verraten werden, um niemandem den Spaß zu rauben. Dafür ist aber der Schreibstil Snickets durchaus einige Worte wert.
Wer das Buch aufmerksam liest, stellt sofort fest, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Jedes Fremdwort und jede Redewendung werden kindgerecht erklärt. Das störrt den erwachsenen Leser jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Die Erklärungen sind sehr witzig und sarkastisch geschrieben, so dass sie beim Lesen eher als komische Anmerkung denn als Belehrung auffallen.
Genrell ist Das haarsträubende Hotel sehr komisch und skurril geschrieben. Der schwarze Humor ist erfrischend umgesetzt und hält den Leser am Text. Da stört es wenig, dass der eigentliche Inhalt der Buches eher mager ausfällt. Wenig Handlung aber viel Spaß.
Und viel zu lernen. Wie in allen seinen Büchern verfolgt Lemony Snicket auch in diesem einen klaren Lehrauftrag. Er will nicht bloß unterhalten, sondern seinen kindlichen Lesern auch im Leben weiterhelfen. So wird ständig mit der Perspektive zwischen gut und böse gespielt. Die Baudelaires sind sich oft nicht sicher, ob das, was sie gerade tun, wirklich aufrichtig und gut ist, oder ob sie nicht doch den bösen Absichten Graf Olafs dienen. Durch dieses ständige Wechselspiel zwischen guten und bösen Absichten und wünschenwerten und gefährlichen Konsequenzen wird der Leser zum Nachdenken und selbst urteilen angeregt. Wie verschommen die künstlichen Begriffe Gut und Böse werden können, gelingt es dem Autor wundervoll darzustellen.

FAZIT:
Ein tolles und homurvolles Werk, das sich für jedes Kind eignet. Zurecht wurden Teile der Buchreihe bereits verfilmt. Auch der erwachsene Leser kann an Das haarsträubende Hotel seine Freude haben. Da es sich jedoch um den zwölften Teil einer Serie handelt, empfielt es sich durchaus, mit dem ersten anzufangen und sich dann durchzuarbeiten.




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