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Im Reich der Spinne
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 20.12.2006, Serie: Auditorium, Autor(en): R.A. Salvatore, Günther Merlau, Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 9,95


Nachdem schon der erste Teil der Drizzt-Saga, Der dritte Sohn, einen guten Einstieg in die Serie bot und durch eine qualitativ gute Umsetzung überzeugte, bietet der zweite Teil, Im Reich der Spinne, erneuten Fantasy-Hörgenuß auf hohem Niveau. Die Aufteilung der Hörspiele ist übrigens an der Splittung der deutschen Romane orientiert und tragen auch deren Titel.

Aus Drizzt Do’Urden ist ein erfolgreicher Schüler an der Kriegerakademie Menzoberranzans geworden. Doch der Jahrgangsbeste unter den Schülern, Melee-Magtheres, ist nun seit einem halben Jahr auf Sorcere, um mehr über die Magie der Drow zu lernen. Doch dort wartet neue Gefahren auf ihn, darunter der gesichtlose Meister, hinter dessen Maske sich der letzte Überlebende des Hauses De Vir verbirg: Anton, der auf Rache an den Do’Urdens sinnt.

Schon bald muss sich Drizzt den Patrouillen durch die Tiefen des Unterreichs anschließen. Dort stehen ihm nicht nur der zwielichtige Masoj Hun’ett zur Seite, sondern auch dessen magischer Gefährte, der schwarze Panther Guenhwyvar , sowie sein Bruder Dinin Do’Urden – durch dessen Brudermord Drizzt überhaupt leben durfte. Begegnungen mit den Svirfnebli und Überfälle auf die Elfen des Oberreichs stehen auf dem Programm. Doch statt einer alptraumhaften, bizarren Welt entpuppt sich die Oberwelt für Drizzt als faszinierende, reizvolle Welt, nach der sich sein Herz im tiefsten Inneren sehnt.

Sein Verhältnis zu Zaknafein ist zerrüttet, seitdem Drizzt scheinbar ein Elfenmädchen blutrünstig umbrachte. Drizzt hält seinen ehemaligen Lehrmeister für einen Lügner, der ihn zwar einige Werte wie Ehre, Aufrichtigkeit und "Menschlichkeit" vermitteln konnte, sich aber selbst nicht an diese hält. Umgekehrt glaubt Zaknafein, dass sein Erbe in Drizzt durch die langen Aufenthalte auf den Akademien Tier Breche ausgelöscht wurde. So droht schon allzubald ein Showdown zwischen dem Waffenmeister und dem besten Kämpfer des Hauses Do’Urden...

Währenddessen spitzt sich der Konflikt zwischen den Häusern Hun’ett und Do’Urden immer mehr zu. Do’Urden muss nur noch ein Haus beseitigen, um in den Kreis der acht hohen Häuser aufzurücken, und Hun’ett weiß als einziges Haus um die wahre Identität des gesichtlosen Meisters, eine Trumpfkarte, durch die jederzeit Gefahr droht. Das Auftaktsignal für den Angriff auf das Haus Do’Urden soll der Mord an Drizzt sein...

Nachdem im ersten Teil die Vorstellung der Charaktere und das Kennenlernen des Settings gewidmet ist, geht es nun zur Sache. Reichlich Action, wie man es von R.A. Salvatore gewohnt ist, gekreuzt mit reichlich Intrigen und persönlichen Konflikten. Dabei ist das Buch gut in Hörform umgesetzt. Einige Ereignisse mußten gestrichen werden, aber den wichtigsten Geschehnisse wird ausreichend Platz geboten: Drizzt Konflikt mit dem Lolth-Glauben, Drizzt und Zaknafein, der Kampf der Häuser Do’Urden und Hun’ett, Drizzts erstes Kennenlernen der Oberwelt und natürlich Drizzts Aufeinandertreffen mit den Svirfnebli, welcher dann für den dritten Teil eine große Rolle spielt. Fünf wichtige Handlungsstränge untergebracht in 77:48 Minuten. Nur ab und an gibt es logische Sprünge. So befindet sich Drizzt in einer Szene in seinem Haus, direkt im Anschluß halten die Frauen einen Rat ab, weil Drizzt entgegen ihren Befehlen das Haus verlassen hat.

Die Stimmen sind gut gewählt, alle Sprecher sind überzeugend und setzen die einzelnen Situationen gut um. Neben dem bekannten Tobias Meister als Drizzt (u.a. die Stimme von Kiefer Sutherland und Brad Pitt) sticht auch Martin Sabel als Masoj hervor. Einerseits unglaublich arrogant, aber extrem weinerlich, wenn ihm etwas passiert. Insgesamt eine gute Sprecherriege. Auch Geräusche und Musik sind gut gewählt, so der Unterschied zwischen Unterstadt und Oberfläche.

Das Drumherum stimmt ebenfalls. Das Cover von Tim Seeley ist erneut im Stil der Comics gehalten. Im Booklet finden sich weitere Bilder von Joel Thomas und Todd Lockwood und die Karte einer Gedankenschinderhöhle, die weder in dieser noch in den restlichen zwei Folgen auftauchen. Das Booklet erklärt einige auftauchende Begrifflichkeiten, wie Svirfnebli. Die CD selbst ist mit dem Coverild bedruckt. Kurzum: Man kriegt für sein Geld eine angemessene Qualität.

Fazit: Auch der zweite Teil der Serie läßt kaum Wünsche offen. Im Reich der Spinne ist eine gelungene Hörspielumsetzung, die Maßstäbe setzt. Wem Teil 1 gefiel, wird auch von dieser Folge begeistert sein.




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